Corona-Hilfen für Wirte 120 Anträge auf Außengastronomie in Bremen

Die Bremer Gastronomen warten auf das Ende des Lockdown. Dann wollen viele von ihnen wie im vergangenen Sommer und Herbst Speisen und Getränke auf vergrößerten Außenflächen anbieten.
07.02.2021, 05:00
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120 Anträge auf Außengastronomie in Bremen
Von Nina Willborn

Wann es tatsächlich wieder möglich sein wird, einen Kaffee, eine Schorle oder das favorisierte Feierabendgetränk in einem der Cafés oder Kneipen der Stadt zu trinken, steht noch in den Sternen. Klar ist aber, dass auch Frühling und Sommer noch nicht wieder normal sein werden – und für viele der Bremer Gastronominnen und Gastronomen wirtschaftlich weiterhin eine Herausforderung.

120 von ihnen haben in den vergangenen Wochen und Monaten bei der Baubehörde beantragt, Außenflächen neu einzurichten oder schon vorhandene zu vergrößern. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor. Überwiegend, so das Papier, wollen Restaurants, Cafés und Kneipen aus der City die im Sommer gelockerten Regeln nutzen. Die meisten Anträge, insgesamt 44, stellten die Viertel-Gastronomen, auch ein Großteil der Wirte aus der Altstadt (20) wollte sich vergrößern. Für weitere Stadtteile fehlten detailliert aufgeschlüsselte Angaben, teilt der Senat mit.

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Im vergangenen Sommer haben die Gastronomen unterschiedliche Erfahrungen mit dem Genehmigungsverfahren, für das sie unter anderem einen Lageplan beim Bauressort einreichen müssen, gemacht. Bei Restaurationen, die ihren Standort in den Grünanlagen und Parks haben, entscheidet der Umweltbetrieb Bremen über den jeweiligen Antrag. Bei einigen funktionierte das Prozedere reibungslos, andere, darunter das Eisen und das Heartbreak-Hotel, berichteten von Schwierigkeiten und Verzögerungen. Die SPD hatte sich in ihrer Anfrage auch nach den aktuell geltenden Fristen erkundigt. Im Herbst galten die Duldungen bis zum Beginn des „Lockdown light“ Ende Oktober, heißt es in der Antwort, „aufgrund der derzeit nur schwer einschätzbaren Lage“ würde die Außengastronomie im Moment ohne konkrete Befristung widerruflich geduldet.

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Zu den Erleichterungen für die Gastroszene gehörte auch, dass sie für die Duldung der Erweiterung und die Nutzung der vergrößerten Außenflächen, wenn dabei Straßen im Spiel waren, keine Sondergebühr zahlen mussten. Entgangen seien der öffentlichen Hand dadurch rund 222.000 Euro Einnahmen, schreibt der Senat, die über den Bremen-Fonds finanziert würden. Für 2021 hat die Bürgerschaft beschlossen, dass das Bauressort prüfen soll, ob es bei dieser Regelung bleiben kann. Eine Vorlage dazu, so die Antwort, sei in Arbeit.

Die Sozialdemokraten hatten sich ebenfalls danach erkundigt, ob für den Senat vorstellbar sei, dass die Gastronomen auch nach der Pandemie Speisen und Getränke in ihren vergrößerten Biergärten, Terrassen oder improvisierten Außenbereichen servieren. Die Antwort: Jein. Die derzeitige Situation sei eine Ausnahmesituation, auf die mit besonderen, möglichst unbürokratischen und kurzfristig wirkenden Maßnahmen reagiert wurde, heißt es in dem Papier. „Hierdurch haben sich neue und interessante Perspektiven ergeben. Vor diesem Hintergrund werden bei den üblichen Regelungen für die Genehmigung von Außengastronomieflächen die Erfahrungen aus der Duldungspraxis einfließen.“

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