Studie schlägt Routen vor Schneller in die Überseestadt: Neue Konzepte für den Radverkehr

Die Überseestadt wächst, aber ist nach wie vor verhältnismäßig schlecht erreichbar. Eine Studie macht nun Vorschläge, wie die Anbindung an das Radverkehrsnetz verbessert werden kann.
28.09.2022, 19:51
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Schneller in die Überseestadt: Neue Konzepte für den Radverkehr
Von Felix Wendler

Bremens Vorzeigeprojekt wächst weiter: "2030 werden in der Überseestadt voraussichtlich knapp 11.000 Menschen wohnen und bis zu 24.000 Personen arbeiten", heißt es in einer Vorlage für die Verkehrsdeputation. Im gleichen Maße nimmt auch der Verkehr zu – vor allem der Pkw-Verkehr, der laut Ralph Saxe (Grüne) in der Überseestadt etwa zwei Drittel ausmacht. Auch weil mit einer Straßenbahnanbindung frühestens in einigen Jahren zu rechnen ist, ist der sogenannte Modal Split – das Verhältnis der verschiedenen Verkehrsmittel – in der Überseestadt relativ unausgewogen. Das Verkehrssystem sei bereits jetzt "nur noch eingeschränkt leistungsfähig", ist in der Vorlage zu lesen. 

Erklärtes Ziel ist es deshalb bereits seit einigen Jahren, den Radverkehr in der Überseestadt zu stärken. Ein Schwerpunkt dabei: die möglichst schnelle Anbindung an den Hauptbahnhof und die Bahnhofsvorstadt. Nun liegen die Ergebnisse einer im vergangenen Jahr beauftragten Machbarkeitsstudie vor, die sich mit möglichen Strecken beschäftigt hat. Aufgrund der Größe des Gebietes haben die Studienersteller dabei drei Bereiche als Ziele definiert: den Norden der Überseestadt, Überseestadt-Mitte und die Überseeinsel.

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Der Bahnhofsvorstadt soll eine "Verteilerfunktion" zukommen. Für diesen Abschnitt werden drei bevorzugte Varianten vorgestellt. Zwei davon führen vom Hauptbahnhof kurz über den Breitenweg, über die Bürgermeister-Smidt-Straße und dann über den Wall beziehungsweise die Straße Am Wandrahm in Richtung Doventor-Kreuzung. Die dritte Variante folgt zunächst dem Breitenweg und sieht dann eine Fahrradüberführung von der Friedrich-Rauers-Straße entlang der Bahnlinie in Richtung der Straße An der Weserbahn vor.

In die nördliche Überseestadt könnte es dann über den Steffensweg und die Bremerhavener Straße gehen. Die von den Studienerstellern bevorzugte Variante in Richtung Überseestadt-Mitte verläuft über die Eduard-Schopf-Allee und durch das Kaffee-Quartier hin zur Konsul-Smidt-Straße. Zur Überseeinsel käme man ebenfalls über die Eduard-Schopf-Allee und die Straße Auf der Muggenburg. In der Studie werden neben den bevorzugten Routen noch andere Varianten genannt – zum Beispiel könnte die Faulenstraße als Teil der Radpremiumroute in den Weg zur Überseeinsel integriert werden.

Zwar empfehlen die Studienautoren bestimmte Routenkombinationen für die gesamte Strecke – zum Beispiel den Weg über den Wandrahm, wenn es in Richtung nördliche Überseestadt gehen soll –, insgesamt sind es jedoch Vorschläge im Anfangsstadium. An verschiedenen Stellen wird darauf hingewiesen, dass die Ideen mit anderen Verkehrs- und Bauprojekten in Einklang gebracht werden müssten. Auch eine konkrete zeitliche Planung fehlt bislang.

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"Es ist eine sehr gute Zusammenfassung der vorhandenen Möglichkeiten", sagt Saxe. Die Umsetzung koste sicherlich einige Zeit, aber andererseits fange man an vielen Stellen nicht bei Null an. "Es ist schon viel passiert", sagt Saxe mit Blick auf die Fahrradinfrastruktur in Walle. Falk Wagner (SPD) bezeichnet die Studie als "extrem spannendes Projekt" – eine Raderschließung der Überseestadt sei dringend notwendig. Vor allem die mögliche Route über den Breitenweg mitsamt Fahrradbrücke finde er attraktiv. In der Sache gut, aber in der Umsetzung schlecht – so das Fazit von Michael Jonitz. "Es dauert alles viel zu lange", sagt der CDU-Verkehrspolitiker. Bereits seit 2018 diskutiere man über ein solches Projekt. Dass die Machbarkeitsstudie erst im vergangenen Jahr beauftragt wurde, könne er nicht verstehen. In der Verkehrsdeputation an diesem Donnerstag wolle er sich auch nach konkreten Zeitplänen für die Umsetzung der Routen erkundigen.

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