GSO-Schüler produzieren Werbefilm für die Kultureinrichtung / Projekt mit Förderpreis ausgezeichnet Wie Jugendliche das Focke-Museum sehen

Schülerinnen und Schüler einer achten Klasse der Gesamtschule Bremen-Ost haben zusammen mit der Theater-Arbeitsgemeinschaft (AG) und der Video-AG einen Werbefilm über das Focke-Museum gedreht. Er soll an die Schulen im Land Bremen verteilt werden, als Werbung für das Museum und Vorbereitung für einen Besuch. Die VGH-Stiftung hat den Film "Gehst Du Focke" mit dem Förderpreis Museumspädagogik 2011 ausgezeichnet. Er wurde kürzlich öffentlich vorgestellt.
01.01.2013, 04:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Solveig Rixmann

Schülerinnen und Schüler einer achten Klasse der Gesamtschule Bremen-Ost haben zusammen mit der Theater-Arbeitsgemeinschaft (AG) und der Video-AG einen Werbefilm über das Focke-Museum gedreht. Er soll an die Schulen im Land Bremen verteilt werden, als Werbung für das Museum und Vorbereitung für einen Besuch. Die VGH-Stiftung hat den Film "Gehst Du Focke" mit dem Förderpreis Museumspädagogik 2011 ausgezeichnet. Er wurde kürzlich öffentlich vorgestellt.

Schwachhausen·Osterholz. Es ist kein Hochglanz-Image-Film und auch keine Selbstbeweihräucherung nach Werbeagentur-Manier, womit das Focke-Museum demnächst in Bremer Schulen für sich werben will. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat sich mit seinem Anliegen direkt an die Zielgruppe gewandt – an Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) – mit der Bitte, das Museum und seine Objekte in einem Film zu präsentieren.

Völlig freie Hand

Dabei ist ein 20-minütiger Film herausgekommen, der viele Sequenzen zu unterschiedlichen Objekten und Themen des Focke-Museums aneinanderreiht. Die Besonderheit: der Blick von 14-Jährigen auf das Museum. Die Schülerinnen und Schüler wollten schließlich auf keinen Fall einen Werbefilm produzieren, wie ihn eine Agentur machen würde. Deshalb hatten sie auch bei der Darstellungsform vollkommen freie Hand. Ob dokumentarisch oder mit Spielszenen, ein Blick hinter die Kulissen oder eine Führung durch die Ausstellung, die Entscheidung oblag allein ihnen.

In Kooperation mit der museumspädagogischen Abteilung des Focke-Museums hat nun eine achte Klasse der Gesamtschule Bremen-Ost, die ein Kunstprofil aufweist und eine Video-Arbeitsgemeinschaft hat – beide unter Leitung von Kunstlehrer Wolfgang Rußek, gemeinsam mit der Theater-Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Lehrerin Sonja Halling – diesen 20-minütigen Film produziert.

"Es ist eben das Gegenstück zu einem herkömmlichen Film über eine Kultureinrichtung", sagt Heinz-Gerd Hofschen über das Ergebnis. "Ich hatte gedacht, das wäre noch ein bisschen frecher, aber das ist schon ganz gut", bekennt der Leiter der museumspädagogischen Abteilung des Focke-Museums bei der Film-Premiere. "Wir wollten etwas Witziges, wir wollten etwas Schräges", sagt er und ergänzt: "Mir hätte es gar nicht schräg genug sein können."

Der Film trägt den Titel "Gehst du Focke" und soll zeigen, wie 14-Jährige das Focke-Museum sehen, was sie interessiert und begeistert oder was sie langweilig finden. Zahlreiche kurze Filmsequenzen stellen Objekte des Focke-Museums vor, werfen einen Blick hinter die Kulissen und erklären, warum im Museum nichts angefasst werden darf.

Selten wird etwas klassisch erklärt, meist erschließen die Schüler sich die Objekte übers Ausprobieren. "Das Schöne ist, dass wir Lehrer den Schülern zugehört haben und die Schüler uns", beschreibt Wolfgang Rußek den Entstehungsprozess des Films.

Die Mehrzahl der am Projekt beteiligten Schüler hat einen Migrationshintergrund. Das passt. Denn das Projekt will museumsferne Jugendliche nicht nur durch den Schaffensprozess selbst ansprechen, sondern auch über das filmische Ergebnis.

Vor einem Jahr entwickelten GSO und Museum dieses Projekt gemeinsam. Das Projekt "Museumsclips – Jugendliche filmen das Focke-Museum" ist Teil einer seit 2004 bestehenden Kooperation zwischen dem Focke-Museum und der Gesamtschule Bremen-Ost. Eine Zusammenarbeit, die sich schon früher in vielerlei Hinsicht bewährt hat.

Nach den Herbstferien begannen die eigentlichen Arbeiten an dem Film. Alle zwei Wochen gingen die Schüler für drei Stunden ins Museum. Jede Filmsequenz ist dabei auf unterschiedliche Weise entstanden. Einige sind spontan und improvisiert, für andere wurde ein Dialog erarbeitet. "Wir glauben, dass ein solcher Film, der von Schülerinnen und Schülern für Schülerinnen und Schüler gedreht wird, eine hohe Authentizität und damit eine entsprechende Werbewirksamkeit hat", erklärt Heinz-Gerd Hofschen und lobt das Ergebnis der Schüler, auf welches sie stolz sein könnten. Dieses Projekt hielt auch die VGH-Stiftung für preiswürdig und verlieh dem Focke-Museum den Förderpreis Museumspädagogik 2011.

Der Werbefilm "Gehst Du Focke" wird in Teilen auf der Homepage des Museums veröffentlicht: www.focke-museum.de.

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