Stahlbranche in der Krise

Arcelor-Mittal macht Verluste

Arcelor-Mittal hat im zweiten Quartal überraschend rote Zahlen geschrieben. Diese sind dem allgemeinen Preisverfall und den hohen Abschreibungen zuzuschreiben. Die Stahlkrise zeigt sich auch in Bremen.
01.08.2019, 21:08
Lesedauer: 1 Min
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Von Steffen Weyer und Stefan Lakeband
Arcelor-Mittal macht Verluste

In Bremen wird die Produktion um gut 200.000 Tonnen abgesenkt - dies hat auch Folgen für die Belegschaft.

Daniel Chatard

Ein allgemeiner Preisverfall und hohe Abschreibungen haben dem weltgrößten Stahlhersteller Arcelor-Mittal im zweiten Quartal überraschend rote Zahlen eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Verlust von 447 Millionen US-Dollar nach einem Gewinn von fast 1,9 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Der Umsatz ging um fast vier Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar zurück.

Konzernchef Lakshmi Mittal beklagte, die Überkapazitäten in der Stahlbranche seien eine „klare Herausforderung“. Er rechnet nun damit, dass die weltweite Stahlnachfrage in diesem Jahr um 0,5 bis 1,5 Prozent wächst. Bisher war er von mindestens einem Prozent ausgegangen.

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Die Stahlkrise zeigt sich auch in Bremen. Um die Lage zu beruhigen, hatte Arcelor-Mittal beschlossen, die Stahlproduktion herunterzufahren. In Bremen wird die Produktion um gut 200.000 Tonnen abgesenkt; normalerweise werden im Jahr in der Hansestadt 3,5 Millionen Tonnen Stahl erzeugt. Die Verringerung der Produktion hat auch Auswirkungen auf die Belegschaft. Man habe sich mit den Mitarbeitern darauf verständigt, dass im zweiten Halbjahr die Arbeitszeit und dementsprechend auch die Löhne um vier Prozent gekürzt werden, sagte Werksleiter Reiner Blaschek Anfang Juli im Interview mit dem WESER-KURIER. 2020 soll die Produktion wieder ihr altes Niveau erreichen.

Dass die Stahlindustrie nun Probleme hat, hängt unter anderem mit dem Handelsstreit zwischen China und den USA zusammen. Er führt dazu, dass mehr günstiger Stahl nach Europa kommt. Die Stahlbranche fordert daher Schutzmaßnahmen; die Europäische Union hatte aber erst vor einem Monat die Importquote für Stahl aus dem Ausland erhöht.

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