Arbeitszeitreduzierungen zeichnen sich ab

Arcelor-Mittal reduziert Stahlproduktion auch in Bremen

Arcelor-Mittal bremst die Stahlproduktion und reagiert damit auf die Situation am Weltmarkt. In Bremen zeichnen sich Arbeitszeitreduzierungen ab.
29.05.2019, 15:21
Lesedauer: 1 Min
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Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal will aufgrund der schwachen Nachfrage und der hohen Stahl-Importe Ende des Jahres auch in seinem Bremer Werk die Produktion zurückfahren. Im vierten Quartal werde der wegen einer Reparatur anstehende Stillstand von einem der beiden Hochöfen verlängert, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Insgesamt solle in den drei Ländern Frankreich, Spanien und Deutschland die Produktion um 1 bis 1,5 Millionen Tonnen Stahl in einem Zeitraum von zwölf Monaten gesenkt werden. Der Bremer Anteil liegt in dieser Berechnung bei 400 000 Tonnen. In Bremen werden pro Jahr bis zu 3,5 Millionen Tonnen Flachstahl produziert. Der Standort zählt 3100 Beschäftigte und ist einer der größten regionalen Arbeitgeber.

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Wie lange der Stillstand dauern werde, sei noch nicht klar, sagte der Sprecher. Es werde zu Arbeitszeitanpassungen kommen. Wie diese aussehen könnten, stehe ebenfalls noch nicht fest. Darüber müsse auch mit dem Betriebsrat gesprochen werden. Vorstellbar wären Arbeitszeitreduzierungen oder Kurzarbeit. Entlassungen seien aber kein Thema.

Betriebsratschef Klaus Hering sagte, dass man derzeit mit der Unternehmensleitung über eine kollektive Reduzierung der Arbeitszeit für die Belegschaft um rund vier Prozent verhandele. Dies sei 2016 schon einmal gemacht worden. Hering rechnet mit Ergebnissen in den nächsten zwei Wochen.

An Standort Eisenhüttenstadt (Brandenburg) soll die Produktion um 200 000 Tonnen Stahl im Zeitraum von zwölf Monaten reduziert werden. Dort sind rund 2500 Mitarbeiter beschäftigt.

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Bei den Zahlen zum ersten Quartal hatte Arcelor-Mittal bereits einen Rückgang des operativen Gewinns um mehr als ein Drittel wegstecken müssen. Überkapazitäten und niedrigere Verkaufspreise wegen einer schwächeren Konjunktur sowie steigende Rohstoffkosten belasteten die Ergebnisse, hieß es Anfang Mai. Damals hatte Arcelor-Mittal bereits erste Produktionskürzungen angekündigt. (dpa)

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