Finanzindustrie BKB will am Bremer Bankenplatz wachsen

Durch die Übernahme der Oldenburgischen Landesbank durch die Bremer Kreditbank (BKB) entsteht ein großer Player im Nordwesten Deutschlands. Die BKB hatte bereits das Bankhaus Neelmeyer übernommen.
09.02.2018, 17:36
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BKB will am Bremer Bankenplatz wachsen
Von Peter Hanuschke

Die Bremer Bankenlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert - die eine oder andere Bank gibt es nicht mehr, etwa die Bremer Landesbank. Und so manche überregionale Bank hat ihre Niederlassung in der Hansestadt geschlossen, beispielsweise UBS oder Credit Suisse. Der Markt konsolidiert sich. Das ist allerdings nicht nur ein Bremer Phänomen, sondern ein bundesweiter Trend. Insofern wertet die Übernahme der Oldenburgischen Landesbank (OLB) durch die Bremer Kreditbank AG (BKB) den Bremer Bankenplatz wieder ein Stück weit auf.

„Für uns ist das eine Wachstumsgeschichte“, sagt der OLB-Vorstandsvorsitzender Patrick Tessmann. Anders als bei sonstigen Übernahmen oder Fusionen stehe nicht die Zusammenlegung einzelner Geschäftsfelder im Vordergrund.

Gut für die Zukunft aufgestellt

„Wir haben in unseren Tätigkeitsfeldern kaum Überlappungen“, so Axel Bartsch, der BKB-Vorstandsvorsitzende und designierte OLB-Aufsichtsratsvorsitzende. „Wir werden vielmehr die Stärken der jeweiligen Banken weiter stärken.“ Die OLB passe einfach hervorragend zur BKB. „Wir sind jetzt so breit aufgestellt, dass wir optimistisch in die Zukunft blicken können.“ Jede Bank für sich alleine hätte es auf Dauer schwer gehabt, sich langfristig unter dem Druck der allgemeinen Konsolidierung, die noch nicht im deutschen Markt abgeschlossen sei, entsprechend rentabel aufzustellen. „Wir haben jetzt zwei Mal Glück gehabt – wir haben zwei tolle Unternehmenszukäufe tätigen können.“

Bereits vor etwa zwei Jahren hatte die BKB, hinter der die Investmentgesellschaften Teacher Retirement System of Texas, Apollo Global Management sowie Grovepoint Capital stehen, angekündigt, das Bremer Bankhaus Neelmeyer übernehmen zu wollen. Es dauerte über ein Jahr, bis dafür die entsprechenden Kontrollbehörden und das Kartellamt den Weg dafür frei machten. Der Übernahmeprozess der OLB nahm sieben Monate in Anspruch - die Aufsichtsbehörden gaben in dieser Woche das Okay.

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Der Kauf der Neelmeyer-Bank hatte allerdings auch Filialschließungen und einen Personalabbau von 250 auf etwa 140 Mitarbeiter zur Folge. Nur das Neelmeyer-Stammhaus am Marktplatz ist geblieben. „Und es wird auch bleiben“, so Bartsch. Die Schließung der Filialen sei vor allem dem veränderten Kundenverhalten geschuldet. Es werde immer mehr online abgewickelt und der Gang in die Filiale dadurch wesentlich seltener. „Diesem Wandel muss sich jede Bank stellen, da führt kein Weg dran vorbei“, ist Bartsch überzeugt.

Auch bei der OLB schaut man auf das Filialnetz. „Wir haben 144 Filialen, ob jede davon ökonomisch vertretbar weiterhin betrieben werden kann, steht auf dem Prüfstand“, sagt Tessmann. „Auch wir unterliegen diesem Veränderungsprozess.“ Wobei es da keinen Zusammenhang mit der Übernahme gebe. „Daran arbeiten wir schon länger, und das ist Bestandteil unseres internen Zukunftsprogramms 2019, das bereits aufgelegt wurde, als der Mehrheitseigentümer Allianz hieß.“

Mit Firmenkundengeschäft und Spezialfinanzierungen deutschlandweit sowie mit der ganzheitlichen Betreuung und dem modernen Leistungsangebot für vermögende Kunden und Privatkunden will die regional verankerte Gruppe nachhaltig wachsen. „Viele Rädchen greifen nun ineinander, damit wir Fahrt aufnehmen können“, sagt Axel Bartsch. „Für uns alle ist dabei am Wichtigsten, dass wir unseren Kunden Mehrwert bieten können: Mehr Know-how, mehr Erfahrung, mehr Möglichkeiten.“

Kernkompetenzen in regionalen Schlüsselbranchen

Die Kernkompetenzen bestünden auch weiterhin in den regionalen Schlüsselbranchen wie beispielsweise Erneuerbare Energien, Landwirtschaft und Ernährung sowie in bundesweiten Immobilien- und Akquisitionsfinanzierungen und in der Vermögensverwaltung. Auch das immer stärker nachgefragte moderne Angebot für Privatkunden werde weiter ausgebaut.

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Insgesamt hat die neue Bankengruppe etwa 2500 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 18 Milliarden Euro (14 Milliarden Euro von der OLB, vier Milliarden Euro von der BKB zusammen mit Neelmeyer). Das Eigenkapital liegt bei einer Milliarde Euro. „Das ist schon eine ordentliche Hausnummer“, so Bartsch. „Damit sind wir die größte Bank im Nordwesten Deutschlands.“

Was die Namensgebung angeht, ist der BKB-Chef ganz entspannt: „Neelmeyer und OLB sind als Markenname in der Region verankert und gesetzt.“ Ob man in der Gruppe allerdings auf Dauer eine Drei-Marken-Strategie verfolge werde, könne er „jetzt noch nicht sagen“, sagte der Bankchef. „Dieses Thema bestimmt auf jeden Fall nicht unsere Zukunft.“

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