Bremer Arbeitsagentur meldet Noch 680 offene Ausbildungsplätze

Wenn die Betriebe gern Azubis einstellen würden, jedoch keine finden, können einige von ihnen zumindest den Arbeitskräftemangel mit einigen Geflüchteten aus der Ukraine kompensieren.
30.09.2022, 16:08
Lesedauer: 2 Min
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Noch 680 offene Ausbildungsplätze
Von Florian Schwiegershausen

Ende September ist offiziell das Ende des Ausbildungsjahres. Aber die Betriebe in Bremen und Bremerhaven suchen immer noch Auszubildende. So hat die Bremer Arbeitsagentur noch 680 offene Plätze verzeichnet. "Was die angehenden Azubis bis jetzt verpasst haben, können sie noch aufholen", ermutigt der Chef der Bremer Arbeitsagentur, Joachim Ossmann, junge Menschen, sich um eine Ausbildung zu bewerben. Freie Plätze gäbe es genug: Das Handwerk sucht noch Maler und Metallbauer, aber auch in Sanitär- und Heizungsbetrieben sowie Restaurants und Hotels seien noch freie Stellen für Auszubildende vorhanden. Auch eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, bei Friseuren oder auch bei Logistikunternehmen seien möglich. Wer noch immer sucht, möge sich an die Bremer Jugendarbeitsagentur unter der kostenlosen Nummer 0800-4555500 wenden.

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Mit der Suche nach Azubis versuchen die Firmen, etwas gegen den Fachkräfte- und allgemeinen Arbeitskräftemangel zu tun. So fehlen der Gastronomie weiterhin Beschäftigte. Aber es gibt auch gute Nachrichten. Ossmann erzählt: "Nachdem wir unsere Jobmesse für Geflüchtete vor vier Wochen veranstaltet haben, habe ich von einem Gastronomiebetrieb gehört, dass er fünf Kandidaten eingestellt hat – zwei aus Afrika und drei aus der Ukraine." Wegen der sprachlichen Barriere würden sie vorzugsweise in der Küche arbeiten. Das Interesse an der Veranstaltung sei groß gewesen, genauere Ergebnisse habe er noch nicht.

Kurzarbeit bleibt im Rahmen

Auch wenn die Energiekosten steigen, lassen sich Auswirkungen auf die Kurzarbeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beobachten. "Anfragen haben wir schon, aber die Anmeldungen von Kurzarbeit halten sich weiter im Rahmen", sagte Ossmann bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Im September zeigten zwölf Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur, zu dem Bremen, Bremerhaven und der Landkreis Osterholz gehören, Kurzarbeit für voraussichtlich 151 betroffene Beschäftigte an. Das ist weniger als im August (32).

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Ossmann gibt aber zu bedenken, dass sich die Situation schnell ändern könne. "Es braucht ja nur ein Unternehmen von Problemen in der Lieferkette betroffen zu sein. Kann ein Betrieb wichtige Teile nicht liefern, vielleicht auch wegen der Energiesituation, steht in einem anderen Betrieb womöglich die Fertigung still." Rückläufig ist allerdings der Zugang an offenen Stellen, wie die Arbeitsagentur beobachtet. Der ging, verglichen mit dem August, um neun Prozent zurück, im Vergleich zum September 2021 sogar um 11,5 Prozent. Ebenso ist der Bestand an offenen Stellen seit Januar zum ersten Mal wieder unter dem vom Vormonat. Allerdings war hier das Niveau im August so hoch wie lange nicht. Die Arbeitsagentur verzeichnet immer noch mehr als 10.000 offene Stellen. Was sich aber beobachten lässt: Die offenen Stellen bei der Leiharbeit gehen zurück.

Arbeitslosenquote minimal verändert

Verglichen mit dem August ging im September in der Stadt Bremen die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte Zähler auf 9,9 Prozent zurück. Im September 2021 lag die Quote bei 9,8 Prozent. In Bremerhaven lag die Arbeitslosenquote im September bei 13,6 Prozent gegenüber 14 Prozent im August und 12,8 Prozent im Vorjahresmonat. In Niedersachsen sank die Arbeitslosenquote von 5,6 auf 5,4 Prozent im September. Vor einem Jahr waren es noch 5,2 Prozent. Die Sprünge vom August zum September sind laut Ossmann damit zu erklären, dass nun eine ganze Reihe von jungen Menschen mit ihrer Ausbildung begonnen hat. Beim Vergleich mit den Zahlen von 2021 dürfte nicht vergessen werden, dass nun die Geflüchteten aus der Ukraine in der Arbeitslosenstatistik mit auftauchten.

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