Konjunkturumfrage der Handelskammer Bremen Die Geschäfte laufen, Fachkräfte und Waren fehlen

Die Betriebe in Bremen und Bremerhaven sehen im Hinblick auf die kommenden Monate mehrheitlich Licht am Horizont. Es könnte noch besser sein, wenn da nicht die Lieferengpässe und der Fachkräftemangel wären.
19.10.2021, 11:21
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Die Geschäfte laufen, Fachkräfte und Waren fehlen
Von Florian Schwiegershausen

Die Unternehmen in Bremen und Bremerhaven schauen mehrheitlich positiv in die Zukunft. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage für Bremen und Bremerhaven. Die Betriebe bezeichnen das aktuelle Geschäft überwiegend als gut. Allerdings bekommt der Aufschwung einen leichten Dämpfer. Preissteigerungen und Lieferengpässe bei der Beschaffung von Rohstoffen, Energie oder Vorprodukten sowie der zunehmende Mangel an Fachkräften hemmen die positive Konjunkturentwicklung der vergangenen Monate. Nach einem zuletzt kräftigen Anstieg sinkt dadurch der Handelskammer-Konjunkturindikator für die Wirtschaft im Land Bremen wieder etwas.

Stimmung in der Bremischen Industrie lässt leicht nach

Trotz der mehrheitlich positiv bewerteten Geschäftslage betont der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger: "Wir dürfen nicht vergessen, dass in einzelnen Wirtschaftsbereichen – beispielsweise im Einzelhandel, in Hotellerie und Gastronomie sowie in der Reise-, Kultur- und Veranstaltungswirtschaft – das Geschäft nach wie vor weit vom Normalbetrieb entfernt ist. Und auch in Teilen der Industrie nehmen die Sorgen zu. Weil in vielen Unternehmen die Lager geleert sind, besteht die Befürchtung, dass die Produktion zurückgefahren werden muss."

Die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen zusammengenommen, zeichne sich eine Verlangsamung des bisherigen Aufschwungs ab, ergänzt Fonger: "Ein gutes Signal ist aber, dass die Personal- und Investitionsplanungen in vielen Unternehmen überwiegend expansiv ausgerichtet bleiben."

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So hat in der bremischen Industrie die Stimmung leicht nachgelassen. Die Unternehmen vermelden in der Summe zwar einen hohen Auftragsbestand. Die Auftragseingänge haben insgesamt nur noch leicht zugenommen. Hinzu kommt, dass andauernde Materialengpässe immer häufiger zu Einschränkungen in der Produktion führen können.

Im Einzelhandel wird die aktuelle Lage weiterhin überwiegend negativ beurteilt – jedoch weniger deutlich als im vorangegangen Quartal. Während die aktuelle Umsatzentwicklung im stationären Handel tendenziell negativ bewertet wird, melden Unternehmen des Onlinegeschäfts überwiegend gestiegene Umsätze. Beide Bereiche rechnen in den kommenden Monaten wieder mit Umsatzzuwächsen. Insgesamt haben die Erwartungen etwas nachgelassen, bleiben aber deutlich im positiven Bereich.

Stimmung im Groß- und Außenhandel weniger positiv

Im Groß- und Außenhandel zeigt sich die Stimmung etwas weniger positiv als zuletzt. Die laufenden Geschäfte werden weiterhin überwiegend positiv bewertet, aber nicht mehr so deutlich wie noch im Sommer. Vor allem bei den Importeuren und Exporteuren hat das Geschäft etwas nachgelassen. Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate werden sowohl im Binnenhandel als auch im Außenhandel weniger gut bewertet als im Vorquartal.

Hotellerie und Gastronomie sehen trotz gestiegener Umsätze eine überwiegend schlechte Ertragslage. Im Vergleich zum vergangenen Quartal bewerten die Betriebe das aktuell laufende Geschäft in der Summe aber weit weniger negativ. Die Geschäftsaussichten werden allerdings wieder etwas schlechter beurteilt als im Sommer. Probleme bereitet die Besetzung von offenen Stellen.

An der Konjunkturumfrage beteiligten sich dieses Mal 342 Betriebe im Land Bremen aus den Branchen Handel, Dienstleistungen und produzierendes Gewerbe.

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