Massives Sparprogramm der Commerzbank

Jede zweite Filiale vor dem Aus

Der Commerzbank-Plan vom vergangenen Jahr, 2300 Stellen abzubauen und 200 Filialen zu schließen, reicht nicht. Nun steht jeder zweite Standort vor dem Aus. Betroffen davon ist jede vierte Stelle in Deutschland.
28.01.2021, 18:20
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Jede zweite Filiale vor dem Aus
Von Florian Schwiegershausen
Jede zweite Filiale vor dem Aus

Von bundesweit 790 Filialen sollen 450 übrig bleiben.

Frank Rumpenhorst/DPA

Von dem einstigen Plan einer umfangreichen Anzahl von Filialen verabschiedet sich die Commerzbank endgültig. So sieht es das Sparprogramm des Geldinstituts vor. Der Plan beinhaltet, dass bis 2024 von den 790 Filialen noch 450 übrig bleiben sollen. Für die Beschäftigten bedeutet das, dass rund 10.000 der knapp 40.000 Vollzeitstellen wegfallen werden. Was das konkret für Bremen und umzu bedeutet, konnte das Unternehmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Filialen Steintor, Neustadt und Utbremen geschlossen. Nun sind es in Bremen und umzu noch elf Standorte – in Bremen die Zentrale am Schüsselkorb sowie die Filialen in Findorff, Hastedt, Schwachhausen, Woltmershausen und Vegesack.

Mit diesem Sparprogramm will die Commerzbank bis 2024 die Kosten um 1,4 Milliarden Euro reduzieren. Bis dahin will das Geldhaus außerdem 1,7 Milliarden Euro in die IT-Infrastruktur investieren. Der Vorstand wolle alles daransetzen, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern faire und soweit möglich sozialverträgliche Lösungen für den Stellenabbau zu vereinbaren. Dazu strebt die Bank eine zügige Einigung mit dem Betriebsrat an, um möglichst schnell in die Umsetzung gehen zu können. Die Kosten für diese Restrukturierung beziffert die Commerzbank auf 1,8 Milliarden Euro. In der kommenden Woche soll der Aufsichtsrat das Sparprogramm beschließen. Der Vorstand will die detaillierten Pläne am 11. Februar vorstellen. Es ist noch unklar, ob dann konkret etwas zu den Filialen in der Region gesagt wird.

Der Trend zum Online-Banking und die Digitalisierung sowie die Minuszinsen sind Gründe, die zu diesen Schritten führen. Bereits im vergangenen Jahr wurde beschlossen, 2300 Stellen abzubauen. Außerdem sollten 200 der bisherigen Filialen schließen. Danach war den Verantwortlichen schnell klar, dass dieser Plan allein nicht reichen werde.

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