Folgen von Kurzarbeit und Lockdown Einkommen in Bremen sinken

Durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen sind die Löhne in Bremen zuletzt gesunken. Gleichzeitig werden in Bremen vergleichsweise hohe Gehälter gezahlt - davon profitiert aber längst nicht jeder.
23.12.2020, 05:00
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Einkommen in Bremen sinken
Von Stefan Lakeband

Die Corona-Pandemie hat bei vielen Bremern zu einem verringerten Einkommen geführt. Im zweiten Quartal dieses Jahres fielen die Löhne der Beschäftigten im Land Bremen im Schnitt 4,9 Prozent geringer aus als im Jahr zuvor. Das teilte die Arbeitnehmerkammer am Dienstag mit. Grund dafür seien vor allem die Schließungen vieler Betriebe und die Kurzarbeit. Sie hätten dafür gesorgt, dass der Verdienst der Beschäftigten sinke.

„Die Pandemie verschärft die Einkommensungleichheit“, sagt Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer. Denn besonders hart vom Lohnrückgang betroffen waren vor allem Ungelernte. Bei ihnen betrug der nominale Rückgang der Löhne im zweiten Quartal 14,2 Prozent; bei den Angelernten waren es sogar 17,9 Prozent. Fachkräfte mussten 3,9 Prozent Lohneinbußen hinnehmen, herausgehobene Fach- und Führungskräfte 2,7 Prozent.

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Besorgniserregend ist laut Arbeitnehmerkammer auch der Anteil an Niedriglöhnen im Land Bremen. Als Niedriglohn wird ein Entgelt bezeichnet, das geringer ist als zwei Drittel des mittleren Bruttolohns. Bei Vollzeitbeschäftigten liegt der Niedriglohn derzeit bei 2267 Euro brutto monatlich. Bundesweit, so teilt es die Kammer mit, sind die Anteile an Niedriglöhnen zurückgegangen – in Bremen war dies nur leicht der Fall, in Bremerhaven ist der Anteil dagegen gestiegen und beträgt jetzt 20,9 Prozent.

Gleichzeitig kann Bremen im Bundesvergleich hohe Durchschnittsgehälter aufweisen. Im zweiten Quartal 2020 lag der Vollzeitverdienst im Schnitt bei 3898 Euro monatlich. Hinzu kamen 422 Euro pro Monat an Sonderzahlungen. Die Arbeitnehmerkammer weist auf große Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen hin: Während in der Industrie die Gehälter traditionell hoch sind, sind sie im Gastgewerbe, der Leiharbeit oder im Kurierdienst weiterhin sehr niedrig.

Die Spanne der Monatsgehälter in Vollzeit reicht von 1572 Euro brutto im Gastgewerbe bis hin zu 4822 Euro im Bereich Finanzen und Versicherungen. Hinzu komme, dass fast 38 Prozent der Beschäftigten ausschließlich einem Minijob nachgehen oder in Teilzeit arbeiten. Ihre Verdienste werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

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