Bremer Skyline fast so wie früher

Jacobs leuchtet ab jetzt wieder am Bremer Abendhimmel

Zu viert haben sie am Dienstagabend am Bremer Teerhof auf den Knopf gedrückt, seitdem leuchtet über dem ehemaligen Röstturm wieder das Jacobs-Logo. Für alle Beteiligten ist das ein Bekenntnis zu Bremen.
16.10.2018, 20:27
Lesedauer: 2 Min
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Jacobs leuchtet ab jetzt wieder am Bremer Abendhimmel
Von Florian Schwiegershausen
Jacobs leuchtet ab jetzt wieder am Bremer Abendhimmel

Der Jacobs-Schriftzug soll ein Bekenntnis zu Bremen sein.

Jan Rathke

Seit drei Wochen ist das Jacobs-Logo bereits wieder auf dem Dach des Bürohochhauses Langemarckstraße, Ecke Am Deich zu sehen. Am Dienstag haben es Christian Jacobs und Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) zusammen mit den Jacobs Douwe Egberts-Geschäftsführern Luc Van Gorp und Andreas Windler angeknipst. Damit zeigt die Bremer Kaffee-Dynastie Jacobs wieder Präsenz an der alten Wirkungsstätte.

Ab 1962 fungierte das Gebäude als Röstturm, der Duft zog regelmäßig über die Weser in die Altstadt. „Oben kamen die grünen Kaffeebohnen rein, landeten in den Trommelröstern und gingen dann bis nach unten auf die Verpackungsbänder“, erinnerte sich Christian Jacobs. 1962 ist auch sein Geburtsjahr. „Für mich ist das heute ein bewegendes Ereignis“, sagte Jacobs. Bis 1985 war hier der Jacobs-Schriftzug zu sehen, ab 1990 dann der Schriftzug von Kraft Jacobs Suchard. Aus dem Röstturm wurde außerdem im Laufe der Zeit ein Verwaltungsgebäude.

Wohnquartier soll entstehen

Seit einem Jahr nun sind das Gebäude und das Areal drumherum wieder im Besitz der Kaffee-Familie. Denn Eigentümer sind das Bremer Immobilienunternehmen Justus Grosse und die Hanseatische Projektentwicklung GmbH (HPE). Letztere gehört der Bremer Kaffee-Dynastie Jacobs. Die Pläne von Justus Grosse und HPE für das 14 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Langemarckstraße, Grünenstraße und Am Deich sind aufgeteilt: Während Grosse ein Wohnquartier entwickeln will, das durch seine Nähe zur Weser und zur Altstadt besticht, investiert HPE zunächst einmal in den Bestand. Das Unternehmen übernimmt das Bürohochhaus an der Langemarckstraße mit einer Nutzfläche von rund 15 000 Quadratmetern.

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Christian Jacobs engagiert sich zurzeit mit dem Erwerb und dem geplanten Neubau von Immobilien stark in der Bremer Innenstadt und weitet das jetzt auf die andere Weserseite aus. Das alte Jacobs-Stammhaus in der Obernstraße wird gerade abgerissen. Über die Langenstraße durch das Kontorhaus soll hier eine neue Verbindung zur Weser entstehen. Das alles hat ein Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro. Jacobs sprach am Abend von einer Milliarde Euro, weil er die Pläne des Investors Kurt Zech miteinrechnete.

Bekenntnis zu Bremen

Für Jacobs Douwe Egberts (JDE) soll der Schriftzug auch ein Bekenntnis zu Bremen sein. JDE-Geschäftsführer Luc Van Gorp sagte: „In Bremen eröffnete Johann Jacobs 1895 sein erstes Geschäft, hier ist unsere deutsche Zentrale ansässig und – nur ein paar Kilometer weiter – steht unser Kaffeewerk in Hemelingen.“ Es sei daher eine Herzensangelegenheit, die Marke Jacobs wieder klar und für jedermann erkennbar im Stadtbild zu verankern. Jacobs gibt es inzwischen in 33 Ländern, in einigen davon wurde die Marke erst im vergangenen Jahr neu eingeführt. JDE-Geschäftsführer Andreas Windler, selbst gebürtiger Bremer, sieht außerdem am Standort in der Neustadt nur Vorteile.

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Bürgermeister Carsten Sieling freute sich über das Bekenntnis zur Hansestadt. Angesichts einer Demo der Gewerkschaft NGG auf der anderen Straßenseite, die sich für einen neuen Tarifvertrag bei JDE einsetzte, sagte Sieling in seiner Rede: „Der Erfolg ist nur mit guten und motivierten Mitarbeitern zu erreichen, und wenn das die Marktbedingungen zulassen, dann sollten diese auch einen Tarifvertrag erhalten. Danach wird der Schriftzug noch viel heller leuchten.“ Übrigens: Die drei Jacobs-Logos auf dem Gebäudeturm in der Langemarckstraße sind 2,70 Meter hoch und sechs Meter breit. Energiesparende LED bringen das Bekenntnis zum Leuchten.

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