Bundeskartellamt Lürssen baut "Gorch Fock" fertig

Es sieht danach aus, dass die Bremer Lürssen-Werft das Marineschulschiff "Gorch Fock" fertig bauen wird. Denn das Bundeskartellamt hat der Übernahme der Elsflether Werft durch die Bremer zugestimmt.
25.10.2019, 10:40
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Lürssen baut
Von Florian Schwiegershausen

Das Bundeskartellamt hat die Freigabe erteilt, dass die Bremer Lürssen-­Gruppe die insolvente Elsflether Werft übernehmen kann. Das hat die Behörde mit Sitz in Bonn am Freitag bekannt gegeben. Das bedeutet, dass die Lürssen-Werft das Marineschulschiff „Gorch Fock“ fertig bauen wird. Zur Entscheidung des Kartellamts sagte ein Sprecher der Elsflether Werft dem WESER-KURIER: „Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für einen Vertragsschluss mit der Lürssen-Gruppe. Daran werden wir in der nächsten Woche intensiv arbeiten.“

Lürssen hatte die Übernahme prüfen lassen, weil sie mit bislang sieben Werften in Deutschland eine starke Stellung hat und viele große Schiffe für die Bundeswehr baut. Nun will sie den Dreimastsegler bis Herbst 2020 generalüberholen und an die Marine übergeben. Die Kosten der Sanierung haben sich von geplant zehn Millionen Euro auf 135 Millionen Euro erhöht, für die der Steuerzahler gerade stehen muss.

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Derzeit wird auf der Fassmer-Werft in Berne an der „Gorch Fock“ gearbeitet. Auch sie hatte auf die Elsflether Werft geboten. Die Freigabe durch das Kartellamt macht allerdings Lürssen zum bevorzugten Kaufpartner. Wie aus Kreisen der Elsflether Werft zu hören ist, muss am Mittwoch noch der Gläubigerausschuss dem Verkauf zustimmen.

Sobald der Kaufvertrag steht, wird erwartet, dass die Bark in den nächsten Tagen die kurze Strecke über die Unterweser zu Lürssen geschleppt wird. Die Elsflether Werft brauchte dringend einen Investor, um ihre etwa 130 Arbeitsplätze zu sichern und Schulden zu bedienen. Die Werft war durch das Großprojekt „Gorch Fock“ in Schieflage geraten und hatte im Februar wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die neue Geschäftsführung und die Justiz suchen nach mehreren Millionen Euro, die unter der alten Werftführung verschwunden sind.

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