IG-Metall-Umfrage Schlechte Prognose für die Windindustrie

Die Aussichten in der Windindustrie haben sich erheblich verschlechtert: Betriebsräte aus entsprechenden Unternehmen rechnen mit weniger Aufträge und Stellenabbau.
29.08.2017, 17:54
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Schlechte Prognose für die Windindustrie
Von Stefan Lakeband

Das Geschäft mit der Windkraft wird deutlich schwieriger werden. Davon gehen mehr als 40 Prozent der Betriebsräte von Windkraftunternehmen aus, wie aus einer Umfrage der IG Metall hervorgeht. Demnach erwartet auch knapp ein Viertel der Unternehmen einen Beschäftigungsabbau in der Zukunft.

„Die Situation in der Windindustrie spitzt sich zu – schneller und deutlicher als wir es befürchtet hatten“, sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „War vor einem Jahr von Entlassungen und Standortschließungen noch keine Rede, sind davon jetzt zahlreiche Unternehmen sowohl aus dem On- als auch dem Offshore-Bereich betroffen.“

Jobabbau im Land Bremen

Auch im Land Bremen werden Jobs in der Windindustrie abgebaut. So fallen bei der Senvion-Tocher Powerblades in Bremerhaven etwa 230 Arbeitsplätze weg, weil dort die Rotorfertigung aufgegeben wird. Das Gondelwerk von Senvion in der Seestadt mit circa 200 Beschäftigten, soll noch bis mindestens Ende 2019 bestehen bleiben. Die Senvion-Standorte in Husum und Trampe werden zum Ende dieser Woche komplett geschlossen.

„Um die Klimaschutzziele zu erreichen und genügend Strom etwa für die Elektromobilität zu produzieren, muss der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden“, sagt Geiken. Deshalb sei der jetzige Kahlschlag mit Blick auf die Rendite falsch. Gefragt seien stattdessen durchdachte Arbeitsmarktkonzepte unter Einbeziehung von Kurzarbeit und Qualifizierung, sagt der Bezirksleiter.

Weniger Aufträge erwartet

Laut der Untersuchung der Gewerkschaft, geht jeder dritte der 38 befragten Betriebsräte davon aus, dass es in den kommenden zwei Jahren wenige Aufträge für ihr Unternehmen geben wird. Genauso viele erwarten eine unveränderte Auftragslage, von einer Besserung gehen nur zehn Prozent aus. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Anteil der Betriebe mit einer negativen Prognose damit deutlich gestiegen. Damals war es noch jeder fünfte Befragte, der mit weniger Aufträgen rechnete.

Rückblickend kommt die Untersuchung aber zu einem positiven Ergebnis, was die Zahl der Beschäftigten in der Windindustrie angeht. Demnach wurden 2016 1204 Mitarbeiter neu eingestellt, vor allem in der Produktion und im Bereich Service und Wartung. Davon allerdings jede dritte Neueinstellung befristet. Im gleichen Zeitraum wurde 64 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt.

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