Einer der größten Vermieter auch in Bremen

Vonovia: Höhere Mieten, mehr Gewinn

Er gehört zu den größten Vermietern auch in Bremen: Beim Immobilienkonzern Vonovia laufen die Geschäfte bestens. Der Gewinn liegt in den ersten neun Monaten des Jahres bei mehr als 900 Millionen Euro.
05.11.2019, 16:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Neudecker und Stefan Lakeband
Vonovia: Höhere Mieten, mehr Gewinn

In Bremen hat die Vonovia mehr als 11.000 Wohnungen.

Kusch/dpa

Deutschlands größtem Wohnungsunternehmen geht es gut. Daran wird wohl auch der vom Berliner Senat beschlossenen Mietendeckel nichts ändern. „Für uns ist das Thema Berlin weniger relevant“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch am Dienstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Sein Unternehmen ist auch einer der größten Vermieter in Bremen.

Insgesamt rechnet Vonovia kommendes Jahr mit Mieteinnahmen von rund 2,3 Milliarden Euro. Der Mietendeckel in der Hauptstadt habe da nur einen geringen Einfluss. Die Einnahmen von Vonovia reduzierten sich 2020 nur um sechs Millionen Euro. Das sei „nicht ganz so dramatisch“, sagt Buch.

Der Berliner Senat will die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen, die vor dem Jahr 2014 gebaut wurden, fünf Jahre lang einfrieren. Demnach sollen maximal 9,80 Euro Kaltmiete je Quadratmeter erlaubt und auch Rückzahlungen bei überhöhten Mieten möglich sein. Rund zehn Prozent der rund 400.000 Wohnungen von Vonovia sind in Berlin. Es zahle sich aus, dass Vonovia einen von regionalen Schwankungen unabhängigen Wohnungsbestand habe, sagte Buch.

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In Bremen hat der Konzern nach aktuellem Stand 11.381 Wohnungen. Zum Jahreswechsel ist geplant, dass die Vonovia 224 Wohnungen in der Lüssumer Heide in Bremen-Nord abgibt. Sie werden von der Gewoba übernommen. Zuletzt stand das Bochumer Unternehmen häufiger in der Kritik: Mieter bemängelten den Zustand mancher Gebäude. Vor allem da, wo viele Hartz-IV-Bezieher und Menschen mit Migrationshintergrund lebten, sei die regelmäßige Pflege der Häuser ausgeblieben. Andernorts beklagten Bewohner extreme Miet- und Nebenkostenerhöhungen. Unter dem Deckmantel von energetischen Modernisierungen werde Wucher betrieben, so der Vorwurf. In Hansestadt hatten zuletzt auch mehrere Mieter dagegen geklagt – und Recht bekommen.

Ein häufiger Kritikpunkt: Die Kosten für Dienstleistungen wie Gehwegreinigung, Grünschnitt oder Hausmeistertätigkeiten seien extrem stark gestiegen, nachdem die Vonovia Tochterunternehmen beauftragt habe. Dies aber genau nachzuvollziehen, sei extrem kompliziert.

Die durchschnittliche monatliche Nettokaltmiete von Vonovia erhöhte sich auf 6,69 Euro pro Quadratmeter. Zur selben Zeit vor einem Jahr waren es noch 6,43 Euro. Die Leerstandsquote bei Deutschlands größtem Wohnungsunternehmen liegt derzeit bei 2,9 Prozent. Das habe vor allem mit getätigten Investitionen zu tun. „Der Wohnungsbestand von Vonovia ist praktisch vollvermietet“, teilt das Unternehmen mit. Die Nebenkosten liegen nach eigenen Angaben unter dem bundesweiten Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes (DMB). Während Vonovia 2017 im Durchschnitt 2,55 Euro pro Quadratmeter und Monat berechnet habe, liege der Betriebskostenspiegel des DMB bei 2,81 Euro pro Quadratmeter und Monat.

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Dank steigender Mieten in Großstädten und Übernahmen im Ausland laufen die Geschäfte für Vonovia weiterhin gut. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag der operative Gewinn bei 932,8 Millionen Euro, was einem Anstieg von elf Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Dazu trugen höhere Mieten, niedrigere Finanzierungskosten sowie die Auslandszukäufe bei.

Vom gestiegenen Gewinn sollen auch die Aktionäre profitieren, die für 2019 eine Dividende in Höhe von 1,57 Euro je Aktie bekommen sollen. Das wären 0,13 Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Vonovia wächst seit Jahren mithilfe von Übernahmen. Zuletzt expandierte der Konzern auch ins Ausland. In Schweden steigt Vonovia durch die am Dienstag von der dortigen Fusionskontrollbehörde genehmigte Übernahme des Immobilienkonzerns Hembla AB zum größten Wohnungsunternehmen auf. Vonovia hatte für mehr als 1,1 Milliarden Euro knapp 70 Prozent der Stimmrechtsanteile an Hembla gekauft und wird jetzt den restlichen Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Die Bochumer werden damit rund 38 000 Wohnungen in Schweden besitzen.

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