Neuer Fall aus Frankfurt Tatort-Kritik: „Die Guten und die Bösen“

Dieser Fall ist anders als das, was man vom „Tatort“ gewohnt ist. Die Ermittler aus Frankfurt müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, ob „Die Guten und die Bösen“ immer klar voneinander zu trennen sind.
19.04.2020, 05:00
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Tatort-Kritik: „Die Guten und die Bösen“
Von Alexandra Knief

Wer ist der Mörder? Wie war der Tathergang? Was ist das Motiv? All diese Fragen, die den Kern der meisten „Tatort“-Folgen darstellen, den Zuschauer mal miträtseln lassen, ihm in anderen Fällen einen Wissensvorsprung gegenüber den Kommissaren einräumen, sind im neuesten Fall aus Frankfurt bereits beantwortet. Hier geht es um etwas ganz anderes. Um philosophische Fragen. Um moralische Fragen. Darum, was richtig und was falsch ist. Darum, wer „Die Guten und die Bösen“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) sind.

Nach einer durchzechten Nacht werden die Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) von Polizeihauptmeister Ansgar Matzerath (Peter Lohmeyer) geweckt. „Ihr müsst mal kommen, es gibt da einen Toten“, sagt er kurz und knapp, fährt dann mit den beiden verkaterten Kommissaren zu einer verlassenen Waldhütte. Dort sitzt ein toter Mann auf einem Stuhl – erstickt mit einer Plastiktüte.

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Als Janneke und Brix mit den Ermittlungen beginnen wollen, gesteht Matzerath selbst die Tat. Er habe den Mann in der Hütte umgebracht, da dieser vor sieben Jahren seine Frau entführt und vergewaltigt habe. Einen Anwalt will er nicht, ebenso wenig will er, dass die Kollegen sich für mildernde Umstände einsetzen. Für Janneke und Brix wird diese Geschichte zu einem Fall, der sie am Sinn ihrer Arbeit zweifeln lässt.

Gewidmet ist dieser „Tatort“ (Regie: Petra K. Wagner; Buch: David Ungureit), der mehr Drama als Krimi ist, der 2019 verstorbenen Hannelore Elsner. Sie spielt darin eine ihrer letzten Rollen: Kommissarin Elsa Bronski, die trotz Pensionierung ihre einst ungelösten Fälle nicht ruhen lassen kann. Elsners Todestag jährt sich am 21. April zum ersten Mal.

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