1. Fußball-Kreisklasse Cuxhaven SG Wittstedt drückt den Reset-Knopf

Doch zur Winterpause führt die SG Wittstedt/Driftsethe/Bramstedt die Tabelle überraschend souverän an. In den 13 Partien der Hinrunde landeten die SG-Kicker sogar sagenhafte 13 Siege. 
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Von Karsten Hollmann

Wittstedt. Als Neunter der vergangenen Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse Cuxhaven (Staffel II) ist die SG Wittstedt/Driftsethe/Bramstedt nicht unbedingt der Top-Kandidat auf den Titel gewesen. Doch zur Winterpause führt die Spielgemeinschaft die Tabelle überraschend souverän an. In den 13 Partien der Hinrunde landeten die SG-Kicker sogar sagenhafte 13 Siege.

Als Vater des Erfolgs gilt nicht zuletzt Trainer Michael Beisert. Dieser führte zunächst die U19 des JFV Staleke, einem Zusammenschluss des FC Hagen/Uthlede, der SG Wittstedt sowie des TSV Sandstedt, in die Landesliga, ehe er Chris Mehrtens nach fünf Jahren als Coach der Herren ablöste. „Es gab einen internen Umschwung. Dieser kleine Tapetenwechsel war wichtig für uns“, räumt SG-Kapitän Dominik Brenke ein. Chris Mehrtens hilft aber als Spieler immer noch mal aus und ist nicht im Streit als Übungsleiter zurückgetreten. Am Anfang sorgte Michael Beisert aber nicht gerade für Begeisterung bei seinen Akteuren. Schließlich bat der 49-Jährige nach nicht einmal einer Woche Sommerpause schon wieder zum Training.

„Wir haben uns früh auf die neue Saison konzentriert und viel Zeit investiert. Deshalb sind wir nun so erfolgreich“, erklärt Beisert. Dessen Sohn Emanuel Beisert kickt bereits seit einigen Jahren für die Spielgemeinschaft. „Ich bin ein guter Freund von Emanuel. Gemeinsam sind wir auf seinen Vater als Trainer für uns gekommen“, verrät Dominik Brenke. Die beiden hätten den Nachwuchscoach aber erst einmal vom Projekt überzeugen müssen. Ein Grund für den Herbstmeistertitel ist auch die Rückkehr von Torjäger Dustin Graw. Nachdem der Goalgetter in der Spielzeit 20017/2018 trotz seiner 27 Treffer nicht den Abstieg der SG aus der Kreisliga Cuxhaven verhindert hatte, wechselte er für eine Saison zum Bezirksligisten SG Stinstedt.

Dort kam Graw aber nicht über die Rolle des Bankdrückers hinaus und kehrte nun wieder zurück. Mit seinen 19 Toren trug Graw erheblich zum Erfolg bei. „Ohne einen Torjäger geht es nicht, auch wenn andere ihm den Ball natürlich auch auflegen müssen und er nicht alleine auf dem Platz steht“, gibt Michael Beisert zu bedenken. Dominik Brenke begrüßt Graws Rückkehr ohne Einschränkung: „Wir sind sehr froh darüber. Seine spielerischen Fähigkeiten kommen erst recht in dieser Klasse zur Geltung. Er ist ein Vollblutstürmer.“

Dass der Aufstieg in die Kreisliga trotzdem kein Selbstläufer wird, stellten die beiden ersten Begegnungen in der Rückserie unter Beweis. Hier folgte auf eine 1:3-Schlappe bei der SG Beverstedt/Wellen eine 3:5-Heimpleite gegen den TV Loxstedt. „Wir haben wohl gedacht, dass es schon von alleine gehen wird. Das ist aber der völlig falsche Gedanke“, zeigt sich Dominik Brenke selbstkritisch. Aber nicht nur in diesen beiden Spielen habe die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten gefehlt. „Vielleicht sind wir nach 13 Siegen aus 13 Spielen ein bisschen zu arrogant an die Aufgaben herangegangen“, vermutet Michael Beisert. Die Gegner würden jetzt aber auch hoch motiviert eine Revanche für die in der Hinrunde erlittenen Niederlagen anstreben.

„Jeder will den Herbstmeister schlagen“, sagt Beisert. Die Winterpause komme nun auf jeden Fall zum richtigen Zeitpunkt. „Alle sind platt“, versichert Michael Beisert. Der Vorsitzende des SV Wittstedt, Thomas Homann, erkennt in einem ursprünglichen Vorteil gar einen jetzigen Nachteil: „Der Abwärtstrend ist auch eine Folge dessen, dass die Spieler praktisch keine Sommerpause hatten.“ Michael Beisert integrierte zwei seiner früheren Schützlinge aus der Jugend, Steffen Koschade und Steven Strohmann, ins Team. Weitere Kicker aus dem Nachwuchs sollen folgen, auch wenn die Mehrzahl der Spieler des JFV Staleke den FC Hagen/Uthlede als ihren Stammverein haben.

Klarer Titelfavorit bleibt für Michael Beisert zunächst die zweitplatzierte SG Wehden/Debstedt. „Diese hat sich vor der Saison schließlich mit einigen Spielern aus der Bezirksliga verstärkt. Es ist aber schon cool, dass wir in der Tabelle dennoch vor den Debstedtern stehen“, erklärt der Produktentwickler. Für seine Formation hätte er es angesichts der durchwachsenen vergangenen Serie als vermessen angesehen, den Aufstieg als Ziel auszugeben. „Wenn uns jemand vor der Saison 39 Punkte nach 15 Spielen prophezeit hätte, hätten wir das sofort so angenommen“, betont Beisert.

Die beiden Rückschläge zu Beginn der zweiten Saisonhälfte haben den Klassenprimus nicht in den Grundfesten erschüttert. „Eine Hinrunde ohne Punktverlust musst du erst einmal hinbekommen. Ich bin optimistisch, dass wir uns nach der Winterpause wieder zusammenraufen werden“, teilt Dominik Brenke mit. Der 25-Jährige wolle nun erst einmal den Reset-Knopf drücken und genau wie seine Teamkollegen Abstand vom Fußball gewinnen. „Wir werden uns noch weiterentwickeln und dann den letzten Punch vor dem gegnerischen Tor hinkriegen. Das Potenzial dafür ist auf jeden Fall vorhanden“, ist sich der Innenverteidiger sicher. Michael Beisert schlägt in die gleiche Kerbe: "Ich glaube, dass wir alle Gegner noch einmal schlagen können.“

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