Gemeinde Weyhe baut Straßen aus Famila-Neubau in Leeste startet

Dass Leeste einen neuen Famila-Markt bekommt, ist hinreichend bekannt. Nun steht fest, dass der Bau Anfang Februar losgehen soll. Der Start war eigentlich schon für April 2020 geplant.
14.01.2021, 18:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Maike Plaggenborg

Weyhe. Es geht weiter in Sachen Leester Ortskernsanierung: Nach dem Baustart des Kultur- und Bildungszentrums am Henry-Wetjen-Platz gibt es in Kürze auch am Leester Bahnhof sichtbare bauliche Veränderungen. Dort startet der Famila-Neubau und an den anliegenden Straßen Leester Straße und Ladestraße soll ebenfalls Hand angelegt werden. Dabei müssen sich die Bürger auf Verkehrsbehinderungen einstellen.

Als Baubeginn für den Verbrauchermarkt nennt Solveig Hannemann, Sprecherin der Famila-Handelsmarkt Kiel GmbH & Co. KG, auf Anfrage Anfang Februar und auch den Plan für die Fertigstellung teilt sie gleich mit: "Unser Ziel ist es, das Warenhaus noch vor Weihnachten (dieses Jahres) zu eröffnen". Dabei hätte der Bau des Marktes bereits ab April 2020 starten sollen. Die Verzögerung erklärte Hannemann seinerzeit mit noch laufenden Erschließungsarbeiten und ergänzt nun "eine nutzungsinduzierte Bodenkontamination, die durch den Verkäufer des Grundstücks beseitigt worden ist". Dieser ist die Heinrich Landwehr GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen des Futtermittelherstellers GS Agri, dessen Standort die Ladestraße war und der inzwischen an der Ristedter Straße in Melchiorshausen ist. Zu beseitigen war auf dem früheren Gelände ein Ölschaden, der vor etwa zehn Jahren im Keller eines Gebäudes im vorderen Bereich entstanden war, wie GS-Agri-Sprecher Jürgen Focke auf Nachfrage mitteilt. Der Schaden – der schon vor dem Verkauf bekannt war – wurde nach Abriss der Objekte mit Begleitung des Landkreises Diepholz beseitigt, stellte sich aber als "größer als gedacht" heraus. "Die Entsorgung hat sich schleppend hingezogen", so Focke.

40.000 Artikel im Markt

Das Famila-Warenhaus soll eine Verkaufsfläche von 2300 Quadratmetern haben und damit der kleinste Markt sein, den das Unternehmen Famila-Handelsmarkt Kiel bisher geplant hat, wie der Stadtplaner der Gemeinde Weyhe, Christian Silberhorn, sagt. Der Schwerpunkt des Sortiments solle auf den Frischebereichen liegen, so Sprecherin Hannemann, darunter regionales und nicht-regionales Obst und Gemüse, Käse, Fleisch- und Wurstwaren in Bedientheken sowie kühlpflichtige Artikel. Unter den rund 40.000 Artikeln seien zudem mehr als 900 Discount-Produkte sowie 10.000 Produkte von norddeutschen Herstellern. Dazu komme eine Non-Food-Abteilung mit einer kleinen Auswahl an Textilien, Haushalts- und Schreibwaren, Drogerieartikeln, Auto- und Fahrradzubehör sowie Spielwaren und Elektroartikeln. In den 98. Markt des Unternehmens integriert wird laut Silberhorn außerdem ein Bäcker sowie der aktuell an der Leester Straße/Ecke Ladestraße ansässige Tabakwarenladen. Dessen Abriss stehe aber wohl erst in 2022 an. Zudem sollen 173 Parkplätze angelegt werden.

Schon jetzt weichen muss allerdings eine etwa 40 Jahre alte Platane gleich neben dem Kiosk, um Platz zu schaffen für die Zufahrt zum künftigen Verbrauchermarkt. Fällig wird diese am kommenden Dienstag, 19. Januar. Für die Fällarbeiten wird dann eine Vollsperrung der Ladestraße in der Zeit von 9 bis längstens 16 Uhr nötig. Die Grundstücke dort seien über die Pestalozzistraße erreichbar. „Es ist immer bedauerlich, wenn alte Bäume weichen müssen“, sagt Silberhorn. Die Gemeinde habe die Planer „ordentlich genervt, den Baum zu erhalten“. Dann aber würde der Baum künftig mitten auf der Straße stehen. „Das geht natürlich nicht“, das Fällen sei damit „unumgänglich“. Dafür will die Gemeinde aber auch einen Ausgleich in der unmittelbaren Umgebung schaffen. Zeitnah – etwas weiter abseits der Leester Straße – sollen drei Traubeneichen (Quercus petraea) mit einem Stammumfang von 16 bis 18 Zentimetern gesetzt werden. Weitere 17 Bäume sollen im Bereich der im vorderen Teil der Ladestraße geplanten Park-And-Ride-Anlage entstehen, allerdings erst in den nächsten Jahren im Zuge der Fertigstellung der verlängerten Bremer Straßenbahnlinie 8 mit Endhaltestelle Leester Bahnhof. Sie ist bis 2024 vorgesehen. Zusätzlich 40 Bäume sollen auf dem Gelände des Famila-Marktes gesetzt werden. „Wir bekommen da eine Allee-Verbindung zur Jahnstraße, von der die Leute dann bequem zu Fuß zum Einkaufen kommen“, sagt Silberhorn.

Später weiträumige Umleitungen

Der Ausbau der Ladestraße ist für Ende Februar angesetzt. Zur genannten Sperrung am Dienstag kündigt Silberhorn künftig weitere an: „Später wird es aber zu weiträumigen Umleitungen kommen.“ Auch Vollsperrungen sind vorgesehen – die aber nach jetzigem Stand wohl an nur einem verlängerten Wochenende. Meistens handele es sich um halbseitige Sperrungen und die auch nur wochenweise. Nötig werden diese, weil die Leester Straße wegen einer neuen Linksabbiegerspur als Zufahrt zum Famila-Markt entsprechend erweitert werden muss. Über die Details der Sperrungen soll zu gegebener Zeit informiert werden, sagt der in der Verwaltung für die Ortskernsanierung Leeste zuständige Stadtplaner.

Die beschriebene Umgestaltung des alten Leester Bahnhofsumfeldes ist Teil eben jener Sanierung – darin einer von drei städtebaulichen Schwerpunkten. Zu diesen gehört außerdem das Kultur- und Bildungszentrum am Henry-Wetjen-Platz wie auch die Entstehung eines weiteren Dorfplatzes zwischen Schmaler Weg, Freiherr-vom-Stein-Straße und Leester Straße, genannt Leisterplatz.

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