Wochenmarkt Bruchhausen-Vilsen Medizinische Masken? Kein Problem!

Auf dem Wochenmarkt in Bruchhausen-Vilsen herrscht Einigkeit: Das Tragen von medizinischen Masken dort finden sowohl Anbieter als auch Kunden sinnvoll.
05.02.2021, 17:41
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Medizinische Masken? Kein Problem!
Von Micha Bustian

Alltagsmasken sind inzwischen zu einer Gewohnheit geworden, klar. Und auch das Tragen von medizinischen Masken in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln leuchtet ein. Nun geht es noch einen Schritt weiter: Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen hat auf ihrer Internetseite verkündet, dass auch der Wochenmarkt nur noch mit medizinischen Mund-Nasen-Bedeckungen besucht werden darf. Der WESER-KURIER ging vor Ort auf Stimmenfang zu diesem Thema.

Lange Schlange vor dem Gemüsestand von Julia und Mario Kampe. Mittendrin: Heike Feuser. Sie nimmt das Tragen medizinischer Masken leicht. „Darauf kommt es nicht an“, findet sie. „Hier auf dem Wochenmarkt kommt man sich manchmal auch näher als erlaubt, da ist das sinnvoll.“ Sie trägt schon länger FFP2-Masken und hätte sich auch schon früher ein Umsteigen von den „schnodderigen Nasenlappen“ auf medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen gewünscht. Sie selbst habe damit bisher keine Probleme gehabt, gibt aber zu, dass es mit Brille oder Erkältung kritisch sein könnte.

Mario Kampe und sein Team tragen schon seit Beginn des zweiten Lockdowns OP-Masken, seitdem sie ihren Obst- und Gemüsestand wegen der zunehmendem Kälte in Plastik gehüllt haben. Zudem bietet er Desinfektionsmittel für kaufende Hände an und verteilt bei schlechtem Wetter auch schon einmal liegen gebliebene Schirme an die Wartenden. FFP2-Masken hält er für seine Crew allerdings für unpraktisch, „damit können wir keine Verkaufsgespräche führen“. Schwierig für ihn: Es gibt die Möglichkeit des Probierens nicht mehr, „die Kunden müssen uns jetzt mehr vertrauen“. Das allerdings scheint zu funktionieren, denn der Kundenkreis ist seit Erscheinen des Coronavirus größer geworden. „Das allerdings hängt mit dem Klimawandel und dem Trend zu regionalen Produkten zusammen“, erklärt Kampe.

Nebenan steht Sonja Wagner und verkauft im Namen der Steinofen-Backstube Hollen Gebäck aller Art. Die junge Dame, die seit zwei Wochen selbst FFP2-Masken trägt, kriegt auf dem Wochenmarkt mit, dass dieses Thema in der Tat diskutiert wird. Es werde gefragt, ob solche Maßnahmen tatsächlich notwendig seien. „Die Menschen auf dem Markt sind ungeduldig und halten nicht immer den notwendigen Abstand ein“, hat sie beobachtet. Umsatzeinbrüche hat sie hingegen nicht bemerkt. „Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich unser Umsatz verbessert.“ Es komme mehr Kundschaft. „Viele, die Angst haben, sich anzustecken, kaufen jetzt lieber an der frischen Luft ein.“

Walter Kreideweiß kauft bei der Hollener Bäckerbande Brot. Er hält das Tragen einer medizinischen Maske auch auf dem Wochenmarkt für sinnvoll. Das Einkaufserlebnis wird für ihn dadurch nicht geschmälert. Er findet allerdings, dass die Pandemie inzwischen aufs Gemüt schlägt, leidet unter den Auswirkungen. Keine Schule, kein Kindergarten, „das ist alles nicht gut“. Als Konsequenz aus dieser Misere erhofft er sich, dass der Gesundheitsbereich sozialer aufgebaut wird, „dort wurde zu sehr heruntergeschraubt“.

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