Verlegtes Jubiläumsjahr wird nun abgespeckt Findorff-Tag statt Festwochenende

Wegen Corona wurde das Findorff-Jubiläumsjahr von 2020 auf 2021 verschoben. Nun streichen die Organisatoren die Torfkahnarmada und das Festwochenende in Worpswede und setzen auf einen dezentralen Findorff-Tag.
09.04.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Undine Mader

Landkreis Osterholz. Kein anderer hat die Teufelsmoorregion derart geprägt wie Jürgen Christian Findorff (1720 bis 1792). An sein Wirken als Moorkommissar erinnern rund 70 Dörfergründungen, schnurgerade Straßen mitten durch die Moorlandschaft und viele Straßen und Gebäude, die seinen Namen tragen. Das Planen war Findorffs Sache. Den Planern des Findorff-Jahres anlässlich seines 300. Geburtstags war der Erfolg weniger hold. Die Geburtstagsfeier am 22. Februar 2020 mit rund 400 Gästen in Iselersheim „sollte der Auftakt zu einem Jahr mit vielen mit Enthusiasmus und Liebe vorbereiteten Veranstaltungen in der Findorff-Region werden“, so Hermann Röttjer, Sprecher des Arbeitskreises Findorff-Jahr 2020-2021. Dann aber kam die Corona-Pandemie und die Veranstaltungen des Findorff-Jubiläumsjahres wurden wie berichtet um ein Jahr verschoben. Corona ist noch immer da und wirft nicht nur bei Röttjer neuerlich die Frage auf: „Wie geht es weiter mit dem Findorff-Jahr?“

Ein Arbeitskreis mit vielen ehrenamtlichen Akteuren und Vereinen aus drei Landkreisen der Region hatte in fast dreijähriger Vorbereitungszeit für das Findorff-Jahr 2020 ein umfangreiches Festprogramm mit Vorträgen, Ausstellungen, Konzerten und Theaterveranstaltungen zusammengestellt. Auch wenn zunehmend mehr geimpft werde, so Röttjer, sei nicht davon auszugehen, dass auf absehbare Zeit größeren Veranstaltungen in geschlossenen Räumen oder im Freien möglich seien.

Torfkahnarmada gestrichen

Mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Zentrale Hauptveranstaltung“ habe er daher über die Umsetzung des Findorff-Jahres diskutiert. Im Ergebnis dessen gibt Hermann Röttjer bekannt, dass die für das Wochenende 24./25. April 2021 vorgesehene Torfkahnarmada nicht stattfinden wird. Seitens der Touristikagentur Kulturland Teufelsmoor heißt es dazu: Es gebe Überlegungen, ob es gemeinsam mit den Torfschiffern am 24. April „eine 'abgespeckte' Armada ohne Publikumsbeteiligung und Gäste an Bord“ geben könne. Dies werde aber erst kurzfristig wenige Tage vor der Veranstaltung entsprechend der Pandemie- und Verordnungslage entschieden. „In jedem Fall kann es nur darum gehen, ein Zeichen zu setzten für die Menschen, die eh gerade in der Hammeniederung unterwegs sind“, so Thorsten Milenz. Es solle in jedem Fall vermieden werden, dass eine solche Veranstaltung zu Menschenansammlungen führe.

Das für 19. und 20. Juni geplante zentrale Festwochenende in Worpswede entfalle wegen der Corona-Lage, so Röttjer, zudem sei der notwendige Planungsvorlauf nicht mehr gegeben. Alternativ wird ein „Findorff-Tag“ für diesen Zeitpunkt ausgerufen, so Hermann Röttjer. Dieser könne sowohl in Worpswede als auch in anderen Orten der Findorff-Region mit einzelnen Aktionen in kleinerer zulässiger Form begangen werden. Hermann Röttjer wirbt bei den Akteuren in der Findorff-Region, zu überlegen, ob eine Beteiligung möglich sei.

Linienverkehr am 19. Juni

So haben sich etwa die drei Torfschiff-Vereine der Region überlegt, am 20. Juni einen Torfschiff-Linienverkehr zwischen Osterholz-Scharmbeck und dem Torfhafen an der Kreuzkuhle mit mehreren Zu- und Ausstiegspunkten - auch an Tietjens und Melchers Hütte sowie in Worpswede - anzubieten, sagt Richard Henning vom Verein Findorffs Erben aus Gnarrenburg. Voraussetzung sei natürlich, die Corona-Verordnung erlaubten dies. Derzeit halte der Verein zudem an zwei Großveranstaltungen fest: dem Kanalfest auf dem Oste-Hamme-Kanal im September und der Findorff-Armada Anfang Oktober. Fest steht indes jetzt schon: Auf einen gedruckten Veranstaltungskalender zum Findorffjahr 2020-2021 wird verzichtet. Zu viel sei ungewiss. Es soll ihn daher lediglich in digitaler Form geben und daran werde noch gearbeitet, so Röttjer.

Noch in Arbeit befindet sich ein weiteres Findorff-Projekt: Auf 13 Bauzaunbanner zu je 3,40 Meter mal 1,70 Meter werde das Wirken Findorffs dargestellt und historisch eingeordnet. Zu sehen sein sollen Gebäude mit Findorff-Bezug, Landkarten und Informationen zum Naturschutz, so Röttjer. Rund ein Jahr habe daran eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Worpsweder Grafikerin Regina Berndt gearbeitet. Hermann Röttjer schlägt vor, diese Banner zum „Findorff-Tag“ im Juni komplett oder in Teilen in Worpswede aufzustellen. Zu anderen Zeiten könnten sie komplett oder in Teilen auch an anderen Orten aufgestellt werden, etwa am Museum Osterholz, der Torfschiffwerft Schlußdorf, dem Torfhafen Kreuzkuhle, auf dem Grasberger Findorff-Hof, auf dem Lilienhof in Worphausen, am Bachmann-Museum in Bremervörde oder am Findorff-Haus in Iselersheim.

Info

Zur Sache

Ministerpräsident besucht Worpswede

Für das zentrale Findorff-Festwochenende in Worpswede am 19. und 20. Juni hatte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil die Schirmherrschaft übernommen, so der Vorsitzende des Heimatvereins Iselersheim, Hermann Röttjer. Und Stephan Weil wurde auch als Ehrengast am Festwochenende im Künstlerdorf erwartet. Obwohl dieses nunmehr abgesagt ist, teile der Landkreis Osterholz mit, dass Stephan Weil am 19. Juni Worpswede besuchen werde und gemeinsam mit Landrat Bernd Lütjen an einer Torfkahnfahrt teilnehme.

Jeweils aktualisierte Informationen zum Findorff-Jahr 2020-2021 sollen auf http://findorffserben.de/veranstaltungen/ folgen.

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