Landratswahlen in Osterholz

Start-Ziel-Sieg für den Amtsinhaber

Bernd Lütjen (SPD) bleibt Landrat des Landkreises Osterholz. In Osterholz-Scharmbeck siegte Amtsinhaber Torsten Rohde, in der Samtgemeinde Hambergen Gerd Brauns. Ritterhude muss in die Bürgermeister-Stichwahl.
13.09.2021, 12:35
Lesedauer: 4 Min
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Start-Ziel-Sieg für den Amtsinhaber
Von Bernhard Komesker
Start-Ziel-Sieg für den Amtsinhaber

Hat auch nach der Wahl gut lachen: Bernd Lütjen bleibt für weitere fünf Jahre Landrat im Kreis Osterholz.

CARMEN JASPERSEN

Landkreis Osterholz. Bernd Lütjen (SPD) bleibt für fünf weitere Jahre Landrat des Landkreises Osterholz. Bei der Direktwahl am Sonntag entfielen (nach Auszählung von 141 der insgesamt 147 Stimmbezirke) 87 Prozent der Stimmen auf den 57-jährigen Amtsinhaber aus Hambergen. Seine Herausforderin von der Linkspartei, die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig aus Kassel, kam zu dem Zeitpunkt auf 13 Prozent – bei einer Wahlbeteiligung von zunächst gut 53 Prozent.

In der Stadt Osterholz-Scharmbeck vermied Bürgermeister Torsten Rohde (parteilos) mit rund 71 Prozent die Stichwahl: Vor Auszählung der letzten Briefwahlstimmen hielt der Bürgermeister die CDU-Kandidatin Marie Jordan (15 Prozent) und den Bündnisgrünen Jörg Fanelli-Falcke (14 Prozent) auf Distanz.

Brauns siegt in Hambergen

Ähnlich das Bild in der Samtgemeinde Hambergen, wo Gerd Brauns (SPD) gegenüber Hermann Wieters (Grüne) die Nase vorn hatte: Nach 19 von 20 Stimmbezirken mit rund 85 zu 15 Prozent. In Ritterhude muss Jürgen Kuck (SPD) in zwei Wochen in die Stichwahl gegen den Bündnisgrünen Wolfgang Goltsche.

Als Landrat Lütjen 2013 ins Amt kam, hatte er knapp 57 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können. Seinerzeit behielt er gegen drei weitere Kandidaten die Oberhand und beerbte den in die Staatskanzlei nach Hannover gewechselten Jörg Mielke. Dieses Mal wurde Lütjens Kandidatur von der CDU ausdrücklich unterstützt.

Grasberg zählt schnell

Für die Wahlhelfer war es bei der Auszählung der Stimmen (auf Landrats- folgten Bürgermeister-, Kreistags- sowie Gemeinde- und Samtgemeinderatswahl) ein langer Abend. In Tüschendorf (106 Wähler und 198 Stimmberechtigte) hatten sie dieses Mal am schnellsten gezählt: Punkt 18.12 Uhr meldete die Grasberger Ortschaft 89,5 zu 10,5 Prozent für Lütjen. Worpswede-Heudorf und Lilienthal-Heidberg folgten zwei Minuten später, mit ähnlichem Ausgang. Die Schwaneweder Ortschaft Hinnebeck sollte anschließend mit fast 97,4 Prozent pro Lütjen den Spitzenwert für den Rest dieses langen Wahlabends liefern – und nicht etwa ein Bezirk aus Lütjens Heimat, der Samtgemeinde Hambergen.

Zwar brachte es seine Kontrahentin Leidig am frühen Abend erstmalig in Worpswede-Bergedorf und Ostersode auf mehr als 20 Prozent der Stimmen, doch für den amtierenden Landrat sollte es der unangefochtene Start-Ziel-Sieg werden, den Beobachter erwartet hatten. Mit dem Gemeindeergebnis für Grasberg zementierte sich der Trend: 87,7 Prozent für Lütjen bei 64,3 Prozent Wahlbeteiligung.

In „Worpswede 3“ gelang Lütjens hessischer Herausforderin hernach mit 23,4 Prozent ein Achtungserfolg, ansonsten aber wurde Sabine Leidig auch in urbaneren Bezirken (22,4 Prozent im Bezirk der Beethovenschule II in Osterholz-Scharmbeck) vom Amtsinhaber distanziert.

Rohde fest im Sattel

Bei der Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt lag der Amtsinhaber Torsten Rohde schon zu Beginn der Auszählung mit großem Abstand an der Spitze. Als Rohde gegen 18.45 Uhr im Rathaus vorbeischaute, waren neun der insgesamt 31 Wahlbereiche ausgezählt. Der Scharmbeckstoteler lag zu diesem Zeitpunkt bereits bei 70 Prozent der Stimmen. Marie Jordan konnte etwa 16 Prozent und Jörg Fanelli-Falcke rund 13 Prozent der Wähler auf sich vereinigen.

Besondere Beachtung fand das Auszählungsergebnis der Ortschaft Garlstedt, wo Jordan Ortsvorsteherin ist. Dort sprachen sich 50,5 Prozent der Wähler für Torsten Rohde aus. Marie Jordan indes erzielte gut 42 Prozent. Das Ergebnis sorgte beim Amtsinhaber für eine zufriedene Miene. Die Lokalpolitiker Klaus Sass (SPD) und Michael Rolf-Pissarczyk (CDU), die im Ratssaal zugegen waren, waren vom Resultat überrascht. 

Stichwahl in Ritterhude

Die Stimmen der Bürgermeisterwahl waren in Ritterhude gegen 19.40 Uhr komplett ausgezählt. Die Frage, wer künftig das Amt des Bürgermeisters in Ritterhude übernehmen wird, war damit aber keinesfalls beantwortet. Denn keiner der vier Kandidaten - Jürgen Kuck (SPD), Wolfgang Goltsche (Grüne), Marco Begerow (Bürgerfraktion) und Timo Koschnick (FDP) -, die Susanne Geils (SPD) nach 15 Jahren in dem Amt beerben wollten, konnte 50,01 Prozent der Wählerstimmen im ersten Anlauf auf sich vereinen.

Für Begerow, der 19,68 Prozent der Stimmen bekam, und für Timo Koschnick (15,45 Prozent) war der Wahlkampf damit beendet. Jürgen Kuck (43,65 Prozent) und Wolfgang Goltsche (21,22 Prozent) müssen dagegen noch mal in den Ring steigen. Am 26. September kommt es zwischen ihnen zur Stichwahl. Erst dann steht fest, wer die nächsten fünf Jahre in Ritterhude die Verwaltung leiten wird.

Kontinuität in Hagen

In der Gemeinde Hagen im Bremischen haben sich die Wähler für Kontinuität im Rathaus entschieden: Der parteilose und amtierende Bürgermeister Andreas Wittenberg bleibt fünf weitere Jahre im Amt. Der 46-Jährige setzte sich mit knapp 58 Prozent der Stimmen gegen seine drei Herausforderer durch. Karen Lingner-Bahr (Bündnis90/Die Grünen) erzielte 30,2 Prozent, Maik Wolter aus Wittstedt kam auf 8,2 Prozent und Martin Hoheisel (Die Basis) konnte 3,4 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen.

CDU-Mann in Gnarrenburg

Marc Breitenfeld (CDU) sitzt ab sofort auf dem Chefsessel im Gnarrenburger Rathaus. Mit 59,8 Prozent umging er die Stichwahl. Breitenfelds Konkurrent, der parteilose und von der SPD unterstützte Marcel van der Pütten holte 34,6 Prozent. SPD-Mann Axel Renken war nicht wieder angetreten. Philipp Jagels von der Satirepartei Die Partei konnte 5,6 Prozent auf sich vereinen.

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