Tag der Kriminalitätsopfer

Weißer Ring warnt vor Online-Verbrechen

Internet-Kriminalität kann weitreichende Folgen für die Opfer haben. Darauf macht der Weiße Ring am Tag der Kriminalitätsopfer an diesem Donnerstag aufmerksam.
21.03.2018, 23:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus
Weißer Ring warnt vor Online-Verbrechen

Die Lilienthalerin Mandy Brünjes leitet die Außenstelle des Weißen Rings im Landkreis Osterholz, Uwe Armschat ist ihr Stellvertreter.

Weißer Ring

Internet-Kriminalität kann weitreichende Folgen für die Opfer haben. Darauf macht der Weiße Ring am Tag der Kriminalitätsopfer an diesem Donnerstag aufmerksam. Die Lilienthalerin Mandy Brünjes, Leiterin der Außenstelle des Weißen Rings im Landkreis Osterholz, zitiert eine Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom, wonach fast jeder zweite deutsche Internetnutzer zum Opfer von Cyber-Kriminellen wurde. Diese infizieren Computer mit Schadprogrammen, betrügen bei Online-Geschäften, greifen Bankdaten ab oder bedrohen und erpressen mit hochgeladenen Bildern und Videos. Fast die Hälfte aller von Internetkriminalität Betroffenen trägt der Studie zufolge finanziellen Schaden davon.

„Nicht vergessen werden dürfen die psychischen Belastungen, unter denen Opfer leiden“, sagt die Wührdenerin Mandy Brünjes. „Betroffene fühlen sich machtlos und Tätern schutzlos ausgeliefert.“ Häufig würden sie wieder erneut zu Opfern, da Täter kompromittierendes und erpresserisches Material nicht löschten, sondern es immer wieder gegen sie verwenden könnten, so Mandy Brünjes. Dazu komme bei vielen die Scham, überhaupt auf einen Online-Betrüger hereingefallen zu sein. Auch Resignation spiele eine Rolle: Oft würden Betroffene denken, dass die Täter sowieso nicht ermittelt werden könnten.

Der Weiße Ring will Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen: beispielsweise bei Vertrauenspersonen, bei der Polizei und beim Weißen Ring. Der Verein informiert in Broschüren und Flyern sowie auf seiner Website zum Thema Internetkriminalität. „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Dennoch können Internetnutzer etwas für die eigene Sicherheit tun“, sagt Mandy Brünjes. Der Weiße Ring rät dazu, aktuelle Virenscanner und zusätzliche Sicherheitssoftware wie Firewalls zu nutzen. Betriebssysteme der Rechner, Smartphones und Tablets sollten stets mit neuen Updates des Herstellers versehen sein.

Gleiche Passwörter sollten nicht für unterschiedliche Zugänge wie E-Mail-Programme und soziale Netzwerke verwendet und regelmäßig gewechselt werden. Auch sollten sie mindestens aus sieben Zeichen und aus einer Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. „Wichtig ist auch das eigene Verhalten im Netz“, sagt Brünjes. Mit Daten wie Fotos, Adressen und Telefonnummern sollte zurückhaltend umgegangen werden. Je mehr preisgegeben werde, desto einfacher könne damit Missbrauch betrieben werden.

Zum Tag der Kriminalitätsopfer rückt der Verein Internetkriminalität in den Fokus. Seine über 3000 ehrenamtlichen Opferhelfer gehen bundesweit auf die Straße, nehmen an Diskussionsrunden teil und starten Aktionen, um über das Thema und Möglichkeiten der Prävention zu informieren.

Um die Hilfen auch im Landkreis Osterholz weiterhin den Opfern zukommen zu lassen, benötigt das Team um Mandy Brünjes herum weitere Mitstreiter. Sie leitet seit dem 1. Dezember die Außenstelle Osterholz gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Uwe Armschat. Wer Interesse hat, sollte sich unter der Telefonnummer 04298/ 906 51 70 melden. Der Weiße Ring für den Kreis Osterholz hat die Mail-Adresse wr-osterholz@gmx.net; für den Kreis Rotenburg ist Harald Richardt zuständig, 04263/ 675 68 23 oder 0151/40 54 54 51.

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