Großprojekt

Richtfest für 27 neue Wohnungen in Verden

Die Kreisbau hat eine weitere Etappe beim Großprojekt in der Südstraße/Cluventhalstraße in Verden geschafft. Bis Mai 2022 sollen die Wohnungen fertig sein, dann können die ersten Mieter einziehen.
24.09.2021, 15:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Andreas Becker

Gut sechs Monate nach dem ersten Spatenstich konnte Kreisbau-Geschäftsführer Olaf Heitkamp den nächsten "Meilenstein" feiern: Auf der Baustelle an der Ecke Cluventhal- und Südstraße in Verden wurde an diesem Freitag Richtfest gefeiert. Rohbau und Dachstuhl sind damit fertig, im Inneren, so Heitkamp, würden zurzeit nur die Bohrungen für die Installationen gemacht. "Es kommt jetzt alles darauf an, dass sich das Wetter hält, damit wir auch im Winter möglichst durcharbeiten können." Denn im Mai 2022 soll der Bau fertig sein, Ende Mai können dann schon die ersten Mieter einziehen. Mit der Vermarktung will die Kreisbau in den nächsten Wochen starten. Zwar hätten die Arbeiten zeitweise unter Materialengpässen und Preissteigerungen für Bauholz gelitten, diese hätten aber anderweitig aufgefangen werden können. Inzwischen habe sich die Lage entspannt, so Heitkamp.

Bei dem Bauprojekt handele es sich in vielerlei Hinsicht um ein Novum für die Gesellschaft, so Heitkamp in seiner Rede. "Das ist das erste eigene Projekt der Kreisbau mit Tiefgarage und das erste Haus ausschließlich mit Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Damit folgen wir dem Bedarf von Singles und Paaren, wir müssen sehen, wie sich das am Markt bewährt", betonte Heitkamp. Neu sei auch, dass bei dem Projekt zum ersten Mal eine Warmmiete erhoben werde. Zudem würden die Wohnungen mit Einbauküche vermietet. Auch bei den Baukosten hat die Kreisbau im internen Vergleich laut Heitkamp einen neuen Rekord aufgestellt: Pro Quadratmeter fallen 3500 Euro an. 

Langfristige Strategie

Dass die Kreisbau es trotz dieser Baukosten schaffe, bezahlbaren Wohnraum anzubieten, hob Landrat Peter Bohlmann (SPD) in seinem Grußwort hervor. Das gelinge dem Unternehmen als kommunale Gesellschaft und "mit relativ geringen kommunalen Zuschüssen". Bohlmann forderte vom Bund, den Wohnungsbau insgesamt unbürokratischer zu gestalten und die Baukosten nicht mit immer neuen Auflagen zu belasten. Neuen Wohnraum zu schaffen sei eine langfristige Strategie. In den vergangenen zehn Jahren habe die kommunale Gesellschaft in der Verdener Zollstraße 45 Wohnungen geschaffen, im Lönsweg 30 Wohnungen sowie in Achim 23 Wohnungen. Dazu kämen die 27 Wohnungen durch das aktuelle Projekt. Damit sei es der Kreisbau immerhin gelungen, in zehn Jahren 125 Wohnungen zu schaffen. "Damit haben wir unser Ziel erreicht", so Bohlmann zufrieden.

Jetzt gelte es, den Rohbau möglichst schnell dicht zu bekommen, betonte Olaf Heitkamp. Das sei nötig zum einen in Hinblick auf den kommenden Winter. Zum anderen, um den Bau vor Vandalismus zu schützen. "Vor ein paar Tagen hat die Polizei jemanden angetroffen, der dort ein Feuer gemacht hatte", sagte der Kreisbau-Geschäftsführer. Er erinnerte auch an den Abriss des Altbaus, der am Standort 1927 gebaut worden war. "Beim Abriss hat sich gezeigt, dass die Standfestigkeit des Hauses nicht mehr so toll war. Offenbar waren auch 1927 Zement und Sand teure Güter."

1380 Quadratmeter Wohnfläche

In dem neuen Wohngebäude sind insgesamt 27 Wohnungen auf drei Stockwerken geplant – wegen des Trends zu kleineren Einheiten haben die 18 Einraumwohnungen eine Größe von etwa 40 Quadratmetern, die neun Zweiraumwohnungen bieten etwa 60 Quadratmeter Wohnfläche. Insgesamt entstehen für fünf Millionen Euro 1380 Quadratmeter Wohnfläche, inklusive Abriss des Altbaus. „Für die Kreisbau ist das eine große Investition und auf den Quadratmeter gerechnet unser teuerstes Vorhaben bisher“, sagte Kreisbau-Geschäftsführer Olaf Heitkamp.

Bei dem neuen Haus setzt die Kreisbau auf ein paar Besonderheiten, um die Nebenkosten im Rahmen zu halten und weniger fossile Energieträger zu verbrauchen. So ist für alle Wohnungen eine Fußbodenheizung geplant, die durch eine Wärmepumpe gespeist wird. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach soll Strom für den internen Verbrauch produzieren. Zudem ist in allen Wohnungen eine Lüftungsanlage mit eigener Wärmepumpe geplant. Die erzeugte Abwärme wird der Warmwasserbereitung zugute kommen. „Der Vorteil sind kurze Leitungswege und keine Zusatzkosten für Ablesefirmen. Außerdem hat jeder Mieter selbst in der Hand, wie viel Warmwasser verbraucht wird“, hatte Heitkamp bei der Vorstellung des Projekts die Vorteile erklärt. Regenerative Technik werde künftig in allen Neubauten umgesetzt, kündigte der Geschäftsführer an. Zumal sich die zusätzlichen Investitionen im Rahmen hielten. „Im Vergleich zu einer herkömmlichen Gasheizung sind es etwa 15.000 Euro mehr. Bezogen auf die ganze Fläche ist das nicht viel.“

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