Kreisvolkshochschule Verden Neue Leiterin für die KVHS

Rund ein halbes Jahr lang war der Leitungsposten der KVHS Verden unbesetzt. Mit Stephanie Fries hat der Landkreis nun Ersatz gefunden. Und die gelernte Juristin hat viel vor.
10.11.2021, 15:58
Lesedauer: 4 Min
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Neue Leiterin für die KVHS
Von Marie Lührs

Über Monate musste die Kreisvolkshochschule Verden in diesem Jahr ohne Führung auskommen. Nach dem überraschenden Abschied der pädagogischen Leiterin Sabine Wahba Ende Januar, blieb ihr Posten in einer denkbar ungünstigen Zeit unbesetzt. Doch seit Oktober gibt es mit Stephanie Fries eine Nachfolgerin. Unter ihrer Leitung soll sich in den kommenden Jahren einiges verändern.

In der Vergangenheit war die Juristin bei dem Bremer Klinik-Verbund Gesundheit Nord (Geno) beschäftigt. Die vergangenen fünf Jahre arbeitete die Rotenburgerin bei den Eisenbahn- und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser (EVB). Auf der Suche nach einer erneuten Veränderung, wurde sie durch Freunde im Landkreis Verden auf die Stelle bei der KVHS aufmerksam. "Mich begeistern die Themen Bildung und lebenslanges Lernen", erzählt sie. Der Wechsel in den Bildungssektor sei also genau der richtige Schritt gewesen.

Viele Gemeinsamkeiten

Zwischen ihren vorherigen Beschäftigungen und der Leitung der KVHS gebe es viele Gemeinsamkeiten, sagt Fries. Ihr rechtliches Know-how spiele ihr gerade während der Corona-Pandemie mit ihrem vielen Vorschriften in die Hände und der Umgang mit Menschen spiele in ihrem Berufsleben durchgehend eine wichtige Rolle. Auch im kaufmännischen Bereich habe sie bereits viele Erfahrungen gemacht, von denen sie nun profitiere. "Das Rechtliche gewinnt immer größere Bedeutung", weiß auch Dörte Lübkemann, die beim Landkreis Verden den Fachdienst Kultur leitet, der auch für die Volkshochschule zuständig ist. Diese Entwicklung habe sich auch in der Ausschreibung der Stelle niedergeschlagen.

Das Leben an einer Volkshochschule kannte Fries bisher nur aus einer anderen Perspektive. "Ich habe jahrelang Dänisch gelernt", erzählt sie. Und auch an einem kreativen Workshop – "Zapfenkranz XXL" – an einer VHS habe sie sich bereits versucht. Dass in den Kursen oft Freundschaften entstehen und viele Teilnehmende den Angeboten über Jahre treu bleiben, weiß sie aus eigener Erfahrung.

Jüngere Menschen ansprechen

Trotzdem plagen viele Volkshochschulen Nachwuchssorgen. Und so ist eines der Ziele, die Fries verfolgt, Jüngere für die Teilnahme an den Angeboten zu gewinnen. Gelingen soll das unter anderem durch eine neue Onlinepräsenz und Werbung. Die VHS bleibe allerdings ein Bildungsort für Erwachsene, Angebote für Kinder seien nicht geplant. Bisher sind die Jüngsten, die an Angeboten der KVHS teilnehmen, Männer und Frauen, die nach der Schulpflicht einen Abschluss nachholen wollen. Auch die Integrationskurse werden von vielen jungen Menschen besucht. 

Die Arbeit der Kreisvolkshochschule hat sich bereits in den vergangenen anderthalb Jahren stark verändert. Die Pandemie beschleunigte die Digitalisierung um ein Vielfaches, erklärt Lübkemann. Daher sei im Sommer auch eine Fachkraft für die IT eingestellt worden. Nicht nur die Technik musste auf das digitale Lernen umgestellt werden, sondern auch die Lehrinhalte. "Wie bringe ich jemandem, der nicht alphabetisiert ist, bei, mit einem Computer umzugehen?", lautete eine der Herausforderungen, vor denen die Dozenten standen. In Sprachkursen, die in Präsenz stattfanden, wurden zudem die Masken zum Problem, denn der Blick auf die Lippenbewegungen blieb so versperrt. 

Inzwischen habe sich die KVHS gut auf die aktuelle Situation eingestellt, finden Lübkemann und Fries. So können die Räume nun regelmäßig gelüftet werden, CO2-Messgeräte zeigen an, wann die Fenster geöffnet werden müssen, und einige Angebote haben sich ins Internet verlagert. Wegweiser leiten die Besucher zudem so durch das Gebäude an der Artilleriestraße, dass sich ihre Wege in den Treppenhäusern nicht queren.

Gedrucktes Programm kommt wieder

Aktuell ist das Angebot der KVHS ausschließlich online zu finden. Ein gedruckter Katalog sei mit Blick auf die ständigen Veränderungen, die das Pandemie-Geschehen mit sich bringe, eher irritierend als hilfreich gewesen, sagt Lübkemann. Doch trotz der Vorteile des digitalen Katalogs, der sich immer wieder anpassen lasse, soll es im kommenden Jahr wieder einen klassischen Katalog geben. Denn es gebe noch viele Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer, die keinen Zugang zum Internet hätten oder lieber in einem gedruckten Heft nach dem passenden Angebot schmökern würden. Auch die Kurse sollen weiterhin überwiegend in Präsenz stattfinden.

"Die VHS sieht sich als Ort der Begegnung", unterstreicht Lübkemann das Selbstbild des Lernorts. Dennoch soll es auch über die Pandemie hinaus digitale Kursangebote geben. Das zahle sich beispielsweise bei ganz speziellen Interessengebieten aus, für die sich an einem Ort nicht genug Teilnehmende fänden. Per Internet können sich Interessierte aus einem viel größeren Umfeld zusammentun und so ein Kursangebot ermöglichen, das sonst aus Mangel an Teilnehmern nicht möglich gewesen wäre. Und auch mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien digitale Angebote für manche Lernwillige von Vorteil.

In den kommenden Tagen stehen noch mehrere Veranstaltungen bevor, in denen es freie Plätze gibt. Dazu zählt unter anderem ein Vortrag zur energetischen Altbausanierung (diesen Donnerstag, 11. November, in Verden), ein virtueller Kursus mit dem Titel "Fit in der Arbeitswelt – Souverän in digitalen Meetings" und der Vortrag "Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung" (18. November in Achim). Details zu den Veranstaltungen und weitere Informationen zum Kursprogramm der KVHS gibt es unter www.kvhs-verden.de.

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