Neue Krippe ist fertig

Der Vorteil kurzer Wege

Der Neubau der Krippe in Verden-Walle ist abgeschlossen, ab Montag können die Kinder kommen. Das Ende der Arbeiten im Grundschultrakt verzögert sich wegen eines Wasserschadens.
27.08.2021, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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Der Vorteil kurzer Wege
Von Andreas Becker

Der Teilabschluss eines Neubauprojekts ist meist ein Grund zur Freude, aber Simone Fischer ist eine besondere Begeisterung anzumerken. Beim Rundgang durch den neuen Krippenbereich der Kindertagesstätte in Verden-Walle weist die Leiterin der Einrichtung immer wieder auf besonders gut gelungene bauliche Details hin. Gerade rechtzeitig zum neuen Krippenjahr ist der Krippenbereich des neuen Erweiterungsbaus zwischen Kita und Grundschule fertig geworden, sodass am kommenden Montag, 30. August, die Kinder kommen können.

Eine Verzögerung gibt es hingegen beim Bau der Mensa und der Grundschul-Erweiterung. Wie Projektleiterin Karin Meyer aus der Hochbauabteilung der Stadt sagt, habe Starkregen bereits Anfang Juni zu einem Wassereinbruch im Rohbau geführt. "Das Wasser stand etwa 50 Zentimeter hoch." Als Folge wurden Wände feucht, die wieder abgerissen und ersetzt werden mussten. "Das hat uns etwa acht Wochen zurückgeworfen", schildert Karin Meyer die Folgen. Daraus folge, dass Mensa und Grundschulbereich erst im Dezember fertig werden. Die offizielle Eröffnung sei nach den Weihnachtsferien vorgesehen, am 10. Januar. Ein weiteres Problem sei die verzögerte Lieferung des Materials für die Holzfassade des Erweiterungsbaus. "Aktuell gibt es einen Engpass beim Holz, und kein konkretes Datum, wann die Fassade montiert werden kann", sagt die Projektleiterin. Das Außengelände soll im Herbst gestaltet werden.

Geräumiger Flur

Bürgermeister Lutz Brockmann lobt gleich den neuen Eingang. "Der alte hat auch funktioniert, aber jetzt ist wesentlich mehr Platz", sagt der Verwaltungschef. Für Ortsbürgermeister Detlef Peterson offenbar eine Frage der Gewöhnung. Für den offiziellen ersten Rundgang nutzt er den alten Eingang – und kommt durch den Abstellraum. Durch den geräumigen Flur – laut Simone Fischer breit genug zum Spielen und Bobbycar-Fahren – führt der Weg die Kinder zunächst in die Garderobe, wo jedes Kind ein eigenes Fach mit seinem Namen hat. Auch noch im Flur zu entdecken: ein Wandhalter für Elternbriefe, der an ein Weinflaschenregal erinnert. Hinter der Garderobe liegt der Sanitärbereich für die Kinder mit winzigen WCs, Waschbecken, Dusche und einer Wickelmöglichkeit. Denn in der Krippe werden 15 Mädchen und Jungen zwischen einem und drei Jahren betreut, denen teilweise noch die Windeln gewechselt werden müssen.

"Wir haben noch einige wenige Plätze frei", sagt Simone Fischer. Und Sabine Mandel, Fachbereichsleiterin Kultur und Bildung, ergänzt, dass die Stadt Verden seit 2008 keine Wartelisten für Krippenplätze führen muss, weil genügend Plätze zur Verfügung stehen. "Der Bedarf ist im Laufe der Jahre immer weiter gestiegen", hat Simone Fischer in der beruflichen Praxis erfahren. In immer mehr Familien seien beide Elternteile berufstätig, ohne eine Tagesbetreuung der Kinder sei das nicht zu schaffen. Die Krippenkinder können ab 7.30 Uhr gebracht werden, betreut werden sie bis 16 Uhr. Es gibt Frühstück, eine Obstmahlzeit und Mittagessen, das angeliefert wird. In der neuen, kleinen Küche im großen Gruppenraum können die Erzieherinnen für die Kinder Getränke warm machen, Tee kochen und sogar mit den Mädchen und Jungen gemeinsam Plätzchen backen. Da kleine Kinder tagsüber Ruhepausen brauchen, gibt es einen neuen Schlafraum mit 15 Betten. "Jedes Kind bekommt ein festes Bett mit seinem Kuscheltier oder was es sonst zum Einschlafen braucht", betont Simone Fischer. Da die Schlafzeiten der Kinder verschieden seien, sei eine starre Tagesstruktur nicht sinnvoll.

Enge Kooperation mit Grundschule

Die Kita-Leiterin schwärmt vor allem von den kurzen Wegen und den zusätzlichen Möglichkeiten, die der gemeinsame Erweiterungsbau bietet. "Dadurch ist beispielsweise eine enge Kooperation mit der Grundschule viel einfacher. Die Vorschulkinder werden intensiv auf die Schule vorbereitet und können regelmäßig die Grundschule besuchen", beschreibt Simone Fischer die Vorteile kurzer Wege. Im Grunde könnten die Kinder von der Krippe bis zum Ende der Grundschule in Walle an einem Standort betreut werden.

Aber nicht nur der Erweiterungsbau ist neu, auch der 1982 errichtete Altbau wurde in Teilen saniert und modernisiert. So wurde die ehemalige Garderobe zu einer Bewegungshalle zum Spielen und Toben. Die Sanitäranlagen sind bereits erneuert, die alte Küche wird im Herbst umgebaut. In der Mensa können insgesamt 160 Kinder verköstigt werden, aufgeteilt in zwei Schichten. „Das Essen wird angeliefert, die Küche ist nur für die Ausgabe der Speisen vorgesehen“, erklärt Karin Meyer. Der Raumgewinn durch den Neubau bedeutet für die Grundschule zwei zusätzliche Klassenräume sowie die gemeinsame Mensa. Durch die Verwendung der Holzrahmenbauweise mit einer Holzfassade soll der Erweiterungsbau möglichst klimaneutral entstehen.

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