Pferdemuseum Verden Eine Schau für vierbeinige Promis

Die aktuelle Sonderausstellung im Pferdemuseum am Holzmarkt Verden geht dem Ende zu. Berühmte Pferde aus Literatur, Fernsehen, Sport und Popkultur werden gefeiert und den Besuchern vorgestellt.
19.10.2021, 15:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Andreas Becker

Ob Jolly Jumper, Fury, Black Beauty oder Pegasus, ob Donnerhall, Halla oder Totilas – viele „Pferdepromis“ sind auch Menschen ein Begriff, die gar nichts mit Pferden zu tun haben, die weder ein Pferd besitzen, noch reiten oder züchten. Die aktuelle Sonderausstellung „Legendär! Berühmte Pferde aus Mythologie, Geschichte und Populärkultur“ im Deutschen Pferdemuseum (DPM) am Holzmarkt Verden ist genau diesen Pferden gewidmet und lädt noch bis Sonntag, 31. Oktober, dazu ein, mehr als 30 Pferdeberühmtheiten kennenzulernen oder wiederzuentdecken. Dann endet die Ausstellung.

Die Schau wurde von der einfallsreichen Museumsequipe, mit den beiden Leiterinnen Ina Rohlfing und Christine Rüppell an der Spitze, wie ein „begehbares Lexikon“ gestaltet. Zur gemeinsamen, aber auch individuellen Geltung gelangen darin Pferde, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Sie verfügen über göttliche Kräfte, sind heldenhafte Kriegspferde, geduldige Helfer, treue Gefährten, geschundene Kreaturen, sportliche Supertalente, humorvolle und selbstbewusste Persönlichkeiten oder vermenschlichte Abbilder unserer Welt.

Film- und Fernsehstars

Die Mischung macht‘s, dass Besucherinnen und Besucher aller Altersklassen beim Rundgang bestimmt den einen oder anderen Pferde-Promi entdecken werden, der ihnen irgendwie vertraut ist. Frühe vierbeinige Film- oder Fernsehstars wie Winnetous Iltschi („Wind“), der sprechende und im Stall über Telefon verfügende Mister Ed sowie der wilde Rapphengst Fury fehlen ebenso wenig wie Comic-Figuren, etwa Cowboy Lucky Lukes genialer Begleiter Jolly Jumper, und literarische Größen wie Schattenfell aus „Herr der Ringe“ und Rosinante, das Pferd des „Ritters von der traurigen Gestalt“. Don Quichottes Rosinante dominiert in Form einer lebensgroßen Marionette, die das DPM vor Jahren vom Wuppertaler Theater erworben hat, im Gesamtbild der Ausstellung. Der Blick richtet sich auch auf Pferde, die Sportgeschichte geschrieben haben, allen voran die „Wunderspringstute“ Halla. Bei den Olympischen Reiterspielen 1956 in Stockholm trug sie ihren verletzten, sich nur mühsam im Sattel haltenden Reiter Hans Günter Winkler quasi im Alleingang zu Gold. Die echte Goldmedaille gehört zu den Leihgaben, die das DPM für die Schau der Legenden erhalten hat. Gleiches gilt für eine wertvolle kleine Bronzefigur, die den im vergangenen Jahr gestorbenen Totilas darstellt, das bis dato teuerste Dressurpferd der Welt. 

Im Zuge der öffentlichen Führungen haben Besucher die Möglichkeit, die Ausstellung in Begleitung der Ausstellungskuratorin Christine Rüppell zu erkunden. Sie stellt während der einstündigen Tour die Pferdepromis vor, erläutert Hintergründe zu den bekannten Vierbeinern und gibt zahlreiche Informationen zu den Ausstellungsobjekten. Die nächsten Termine für die Kuratorenführungen sind an diesem Donnerstag, 21. Oktober, 16 Uhr, sowie Mittwoch, 27. Oktober, um 16 und um 18 Uhr.

Spezielles Führungsangebot

Die Museumspädagogik des Deutschen Pferdemuseum hält zur aktuellen Sonderausstellung ein spezielles Führungsangebot für Familien mit Kindern bereit. Unter dem Titel „Ostwind, Kleiner Onkel & Co“ erkunden Groß und Klein, Jung und Alt, Pferdefans und solche, die es noch werden wollen, die Geschichten von verschiedenen Pferdeberühmtheiten. Bei der etwa einstündigen Rundtour gehen die Teilnehmenden den Fragen nach, wie Kleiner Onkel zu seinem Namen und in den Pippi-Langstrumpf-Filmen zu seinen Punkten kam, warum das Pummeleinhorn so glücklich ist und welche einmalige Karriere das Pony Stroller erlebt hat. Dieses Führungsangebot beginnt an diesem Mittwoch, 20. Oktober, um 11 Uhr, am Sonnabend, 23. Oktober, um 15 Uhr, am Mittwoch, 27. Oktober, um 17 Uhr sowie am Sonnabend, 30. Oktober, um 15 Uhr.

Für die Teilnahme an den Führungen ist eine vorherige telefonische Anmeldung unter 0 42 31/ 80 71 40 erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Kosten für die Führung inklusive Museumseintritt betragen sechs Euro pro Erwachsenen und drei Euro pro Kind. Beide Führungsangebote sind nach vorheriger Terminvereinbarung auch als Privatführung für Gruppen mit maximal zehn Teilnehmern buchbar.  

Das Deutsche Pferdemuseum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Für den regulären Museumsbesuch ist keine Anmeldung erforderlich. Für den Besuch gilt die 3G-Regel. Weitere Infos gibt es telefonisch unter der Nummer 0 42 31/ 80 71 40 oder auf der Internetseite www.dpm-verden.de.

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