Projekt Offensive für den Radverkehr

Das Projekt "Weniger Reisewiderstand in Verden" beginnt an diesem Sonnabend, 2. Oktober, auf dem Rathausplatz. Bürger können sich informieren und Vorschläge machen. Bund fördert 80 Prozent.
01.10.2021, 14:22
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Offensive für den Radverkehr
Von Andreas Becker

Weniger Radreisewiderstand in Verden – das ist der Titel eines Projekts, das mit einer Auftaktveranstaltung an diesem Sonnabend, 2. Oktober, startet. Auf dem Rathausvorplatz können sich die Bürgerinnen und Bürger von 10 bis 13 Uhr an einem Infostand über die geplanten Vorhaben informieren, Fragen stellen und eigene Vorschläge machen – so werden beispielsweise Standorte für insgesamt 300 neue Radbügel im Stadtgebiet gesucht.

Hintergrund zum Förderprojekt ist, dass sich die Stadt Verden im Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ mit ihrem innovativen Projektvorschlag erfolgreich durchgesetzt hat. Bis 2025 werden 2,8 Millionen Euro, von der 80 Prozent Bundesförderung sind, in die Radverkehrsförderung investiert. Unterschiedliche Projekte für das sichere Abstellen von Fahrrädern, Beschaffung von Reparatursäulen, Angebot von Leih-Lastenrädern und der Ausbau und die Ausschilderung wichtiger Radrouten gehören dazu. Im Bundeswettbewerb hat die Stadt Verden damit zum zweiten Mal Erfolg gehabt. 

25 Fahrradgaragen

Mit der 80-prozentigen Bundesförderung werden 25 Fahrradgaragen mit insgesamt 600 Stellplätzen in Mietwohnungsquartieren aufgestellt. Diese kostenfrei nutzbaren Fahrradgaragen ermöglichen das Aufladen von E-Rädern und ein sicheres Abstellen der Fahrräder nah am Hauseingang. "Diese Idee aus dem Verdener Klimaschutzkonzept fördert wirkungsvoll den Radverkehr. Denn Fahrräder, die erst mühsam aus dem Keller herausgetragen werden müssen, werden nachweislich seltener genutzt", sagte Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) seinerzeit bei der Vorstellung des Projekts im Stadtrat. Die Kombination dieser Vorhaben werde den Rad-Reisewiderstand verringern, ist die Verwaltung überzeugt. Denn es sei nachgewiesen, dass Fahrräder, die sicher abgestellt werden könnten, ob vor der eigenen Haustür oder am Ziel, öfter genutzt würden. "Ausgewiesene Radrouten abseits der Hauptverkehrsachsen und gut ausgebaute Radrouten machen das Radfahren komfortabler und damit attraktiver. Die Entscheidung für das Fahrrad als das Verkehrsmittel der Wahl wird damit leichter gemacht."

Geförderte Vorhaben

Für das sichere Abstellen von Fahrrädern werden am Verdener Campus überdachte Radabstellplätze für 144 Räder geschaffen. Für Veranstaltungen werden 17 mobile Radabstellanlagen mit je sechs Einstellplätzen angeschafft. Weitere 300 Radbügel werden an öffentlichen Einrichtungen oder an Vereinsheimen aufgestellt. Zu dem geförderten Vorhabenbündel gehört auch das Markieren wichtiger Radrouten in der Stadt und ein Ausbau ausgewählter Radrouten. Geplant ist ein radfahrfreundliches Pflaster in der Ostertorstraße, ein fahrradfreundlicher Umbau eines Teilstücks der Max-Planck-Straße sowie ein erstes Teilstück der Radroute vom Bahnhof zu den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Dauelsen. Ferner werden fünf Reparatursäulen aufgestellt und zehn Lastenräder zum Ausleihen angeschafft. Die Umsetzung der umfangreichen Radverkehrsförderung beginnt noch in diesem Herbst und dauert bis Mitte 2025. Der Stadtrat hat im Dezember 2020 die Finanzierung des Stadtanteils beschlossen, somit stehen insgesamt 2,8 Millionen Euro für die Umsetzung zur Verfügung.

Für das leibliche Wohl am Sonnabend auf dem Rathausplatz sorgt ein Coffee Bike, das leckere Kaffeespezialitäten auf zwei Rädern serviert. Jung und Alt sind eingeladen, mit Malkreide ihr Traumfahrrad zu malen oder einen Versuch am Glücksrad zu wagen. Auch ein Infostand der Polizei Verden zum Thema Radverkehr in Verden wird vor Ort sein.

Letztes Teilstück zur BBS

Noch im Mai hatte sich der Stadtrat mit dem letzten Teilstück der Radroute vom Bahnhof zur BBS befasst. Es ist etwa 300 Meter lang und kostet rund 165.000 Euro. Ein Teilstück der Route führt über den Parkplatz der Berufsbildenden Schulen bis zum neuen Gewerbegebiet Verden-Nord (Bertha-Benz-Straße). Der Verlauf der Radroute wurde bereits 2019 in Abstimmung mit dem Landkreis Verden als Eigentümer der Fläche festgelegt. Die Radroute wird von der Straße Am Stuhkamp über die Kreuzung mit der Neuen Schulstraße auf den gegenüberliegenden Gehweg geführt. Die Radroute soll weiter entlang der Zufahrtsstraße zur BBS auf dem bereits bestehenden Gehweg und dem seitlichen Grünstreifen als gemeinsamer Geh- und Radweg verlaufen. Im weiteren Verlauf kreuzt die Radroute die Zufahrt zu dem an der Hamburger Straße (B 215) gelegenen Teil des BBS-Parkplatzes. Wegen des geringen Verkehrsaufkommens stellt dies aus Sicht der Verkehrssicherheit kein Problem dar. 

In der vergangenen Jahren hat Verden bereits große Summen in den Radverkehr investiert. Jüngstes Großprojekt war der Bau des Brückenschlags entlang der Eisenbahnbrücke über die Aller, die Verden und Wahnebergen verbindet. Im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde die Bahnhofstraße erneuert und mit einem neuen Belag sowie einer Fahrradspur ausgestattet.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+