Verdener Mobilitätskonzept Autos effektiver Nutzen

Stadt, Landkreis und verschiedene Unternehmen öffnen ihren Fuhrpark künftig für ein Carsharing-Projekt. Das Vorhaben soll wissenschaftlich begleitet werden.
07.10.2021, 16:09
Lesedauer: 3 Min
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Autos effektiver Nutzen
Von Marie Lührs

Ein durchschnittliches Auto in Deutschland ist täglich eine Stunde in Bewegung. 23 Stunden des Tages steht es folglich ungenutzt herum. Diese Zahlen hat eine Studie des Bundesverkehrsministeriums ergeben. Selbst zu Spitzenzeiten seien nie mehr als zehn Prozent der Fahrzeuge zeitgleich unterwegs. Genau da setzt das Projekt „Unternehmensübergreifende Mobilitätscluster in Verden und in der Metropolregion Nordwest“ (UMoV) an. Ziel sind intelligenten Lösungen, die individuelle Mobilität ermöglichen, ohne dass jeder ein eigenes Auto vor der Tür stehen hat. 

UMoV ist eines von sechs Projekten aus dem Themenbereich "Mobilität der Zukunft", die von der Metropolregion Nordwest zur Förderung ausgewählt wurden. Mit 600.000 Euro werden die Vorhaben insgesamt unterstützt, 191.000 Euro davon fließen in den Landkreis Verden. „Ein Konzept für ein unternehmensübergreifendes Mobilitätscluster ist ein Ansatz, den wir für die Mobilitätswende brauchen“, erläutert Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest. Sie hat der Klimaschutz- und Energieagentur des Landkreises Verden (Klever), die für das Projekt zuständig ist, den offiziellen Förderbescheid überreicht.

Fuhrparks werden geöffnet

"In Verden öffnen Stadt, Landkreis und verschiedene Unternehmen künftig ihre Fuhrparks und stellen ihre Elektrofahrzeuge auch Bürgerinnen und Bürgern sowie anderen Akteurinnen und Akteuren leihweise zur Verfügung", beschreibt die Klever das von ihr initiierte Projekt. An dem beteiligt sich auch die Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG) als Projektträger. Sie sieht Carsharing on demand als einen wesentlichen Bestandteil zukunftsfähiger ÖPNV-Systeme. "Die Digitalisierung ermöglicht, dass wir Angebote wie Car- und Bikesharing mit dem ÖPNV verknüpfen und damit flexible Mobilitätslösungen für Kleinstädte und den ländlichen Raum anbieten können", erklärt VVG-Geschäftsführer Henning Rohde. Der gleitende und nachfrageorientierte Ansatz soll zu einer langsam, aber stetig wachsenden Akzeptanz der neuen Mobilitätsoptionen vor Ort und so zu einer nachhaltigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens im Landkreis führen. 

"Mit Hilfe digitaler Möglichkeit geht es weg von eigenen Fahrzeugen und hin zu shared-mobility auch in Verbindung mit dem ÖPNV", ist Landrat Peter Bohlmann überzeugt. Fuhrparks dafür seien nicht nur beim Landkreis vorhanden. "Auch in kleineren Städten und im ländlichen Bereich lassen sich erste Schritte entsprechend schnell umsetzen und bringen einen großen Nutzen für die Bevölkerung. 

Klimaschonende Mobilität

Zuversichtlich zeigt sich auch Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann: "Das Konzept ist praxistauglich, bietet einen leichten Zugang und ist gut sichtbar im öffentlichen Raum. Unsere Kooperation zur gemeinsamen Nutzung von E-Autos durch Verwaltung und Privatpersonen ermöglicht eine klimaschonende Mobilität." Das sei ein wichtiger Beitrag zum wirksamen Klimaschutz. 

Im nächsten Schritt werden erste Standorte und Cluster für das Projekt festgelegt. "Wichtig sind auch die online-basierten Buchungsplattformen und Mobilitätsapps", teilt die Metropolregion mit. Parallel dazu soll das Vorhaben der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Im nächsten Schritt werden einzelne Cluster erfasst und analysiert. "Die Fuhrparks werden geöffnet und es werden darauf Cluster mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Wohngebiet, Innenstadt, Bahnhof oder Kreisverwaltung gebildet", erklärt der Klever-Projektingenieur Corbinian Schöfinius. "Wir werden die Cluster wissenschaftlich begleiten und so praxisnah aufzeigen, welche Nutzergruppen ihre Mobilitätsgewohnheiten am schnellsten ändern und welche Cluster am wirtschaftlichsten arbeiten."

Fester Bestandteil des Projekts ist auch der intensive Austausch mit weiteren Partnern in der Metropolregion Nordwest. So soll das Projekt auch auf andere Kommunen übertragen werden. "Dieses Projekt wird ein Ansporn für viele weitere Städte sein, aktiv die Mobilitätswende anzugehen und zu gestalten. Das Projekt wird bei vergleichbaren Städten in ganz Deutschland Beachtung finden", ist Anna Meincke überzeugt.

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