Verdener Stadtkante

Neuer Entwurf für Stadtkante

Eine Jury hat einen neuen Entwurf für das Projekt "Neue Stadtkante" ausgewählt. Nach der politischen Sommerpause wird der Investor sein Vorhaben im Stadtrat vorstellen.
23.07.2021, 16:01
Lesedauer: 2 Min
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Neuer Entwurf für Stadtkante
Von Marie Lührs
Neuer Entwurf für Stadtkante

Aktuell dient ein Teil des ehemaligen Kaufhallengeländes als Parkplatz. Der Rest ist Brachland.

Björn Hake

Es gibt einen neuen Entwurf für das Projekt "Neue Stadtkante". In einem zweistufigen Verfahren hat eine Jury nun über die Zukunft des brachliegenden Areals entschieden. Nachdem mehrere Investoren abgesprungen waren, hatte die Stadt in diesem Jahr einen neuen Anlauf gewagt. Vier mögliche Investoren stellten nun zusammen mit den Architekturbüros jeweils ihre Entwürfe der Jury aus Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur, Immobilienwirtschaft und Stadtplanung sowie aus Vertretern der Ratsfraktionen und Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann vor. 

"Die Bewertung und Auswahl erfolgte anhand der vom Rat beschlossenen Kriterien zu den Bereichen Städtebau, Architektur, Freiraum sowie Nutzung und Nachhaltigkeit", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Das mit dem Rahmenplan Allerufer beschlossene städtebauliche Konzept bildete hierfür die Basis.

Qualität hat überzeugt

Die Jurymitglieder hatten sich erfreut über die Anzahl und die Qualität der Bewerbungen gezeigt. Zwei Entwürfe für die Bebauung des Areals überzeugten die Mitglieder besonders. Die Entscheidung für den Siegerentwurf fiel dennoch einstimmig. Er habe mit seiner Qualität überzeugt, schreibt die Stadt. Bürgermeister Brockmann freue sich über die einstimmige Empfehlung der Jury und besonders über das Einvernehmen aller Vertreter der Ratsfraktionen.

Der ausgewählte Entwurf soll dem Verdener Stadtrat bei seiner ersten Sitzung nach der politischen Sommerpause vorgestellt werden. Die ist für Dienstag, 14. September, geplant und soll um 17.30 Uhr beginnen. Da eine Ratssitzung im Gegensatz zum Treffen der Jury öffentlich ist, können sich spätestens dann auch interessierte Verdener anschauen, wie das ehemalige Kaufhallengelände künftig aussehen könnte. 

Urbanes Quartier geplant

Der ursprüngliche Plan sah vor, auf dem Grundstück ein urbanes Quartier mit einem Lebensmittelmarkt, Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen sowie einer großen Anzahl von Mietwohnungen und einem Hotel zu errichten. Innerhalb des Komplexes sollte zudem ein leicht erhöhter neuer Stadtplatz mit Blick auf die Aller und Gastronomie entstehen. Die Bauwerke im neuen Quartier sollten drei- bis viergeschossig werden. Die Wohnbebauung über den neuen Einzelhandelsflächen war zweigeschossig geplant. 

Das ehrgeizige Vorhaben in Allernähe war vor zwei Jahren unerwartet gescheitert. Der Investor, die Hamburger Entwicklungsgesellschaft BPD, hatte im April 2019 überraschend seinen Rückzug aus dem Projekt angekündigt. Wenige Monate später folgte eine weitere Absage: Eine Bietergemeinschaft, die als Ersatz eingesprungen war, wollte das Vorhaben doch nicht weiter verfolgen. Statt auf den drittplatzierten Bewerber für das Projekt zurückzugreifen, entschied sich die Verwaltung für eine Neuausschreibung. "Mehr Wettbewerb ist von Vorteil", begründete Lutz Brockmann im vergangenen Sommer die Entscheidung. Er zog zudem aus den gescheiterten Anläufen der vergangenen Jahre eine positive Bilanz: "Wir haben aus dem ersten Verfahren viel gelernt."

"Die wesentlichen Anforderungen zur Stärkung der Verdener Innenstadt und zum Einfügen in das Stadtbild haben weiterhin Bestand", erklärte die Stadtentwicklerin Birgit Koröde zum Auftakt der neuen Ausschreibung im Februar. Neu aufgenommen wurden hingegen Themen wie Nachhaltigkeit, Mobilität und Klimaschutz. Die Verwaltung hatte sich mit Blick auf die besondere Lagequalität sowie die städtebaulichen Anforderungen für eine zweistufige Vorgehensweise entschieden. 

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