Vielharmonie Kirchlinteln Doppelt gehopft ist halb gewonnen

Zum 140-jährigen Bestehen der Vielharmonie Kirchlinteln hat sich der Festausschuss etwas ganz Besonderes ausgesucht: In der Verdener Brau Manufaktur wurde eigens ein Festbier kreiert.
21.10.2021, 16:57
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Doppelt gehopft ist halb gewonnen
Von Jörn Dirk Zweibrock

Übung macht den Meister. Anika Wrede (Kassenführerin) und Moritz Krüger (Vorsitzender der Vielharmonie Kirchlinteln) tauchen ihre Pinsel in einen Tapetenkleber auf Stärkebasis und streichen damit über die Etiketten. Gut, zwar noch ein wenig schief, aber Hauptsache es hält. "Nach 50 Mal geht euch das in Fleisch und Blut über", sagen Rolf Zepp, Eberhard Walther und Richard Schulte.

Stolze 140 Jahre alt wird die Vielharmonie in diesem Jahr. Damit gehört sie nach Aussage ihrer Mitglieder zu den ältesten Flötenorchestern und Spielmannszügen Niedersachsens. Weil dieser besondere Geburtstag auch besonders gefeiert werden soll, haben sie Kontakt zur Verdener Brau Manufaktur aufgenommen und sich dort ein maßgeschneidertes Festbier brauen lassen. Mit einer bayerischen Maß hat der Trunk eher weniger zu tun, vielmehr handelt es sich dabei um ein süffiges Craft Bier made in Verden. Die Drei von der Brauerei an der Oberen Straße – Zepp, Walther und Schulte – sind mächtig stolz, dass sie nun zum ersten Mal eine Auftragsarbeit verrichten durften. Mit der Einbeziehung der Brau Manufaktur aus Verden will der Verein wiederum seine Verbundenheit zur Region unterstreichen.

Das Komitee entscheidet

Zuerst war das Online-Biertasting. Nachdem das "Geschmacks-Komitee" schließlich vor Ort aus einem halben Dutzend Bieren die bevorzugte Nuance für das Festbier bestimmt hatte, machte sich Weihenstephan-Absolvent Richard Schulte an die Entwicklung. Nach den Vorgaben "leicht, rund und süffig" kreierte er dann das "1881er". Der Name des Festbieres bezieht sich natürlich auf das Gründungsjahr der Vielharmonie Kirchlinteln. "Jeder Sud hat überzeugt", erinnert sich Rudi Düsterhöft vom Festausschuss.

Das doppelt gehopfte Bier wurde natürlich streng nach dem Reinheitsgebot gebraut. Es enthalte neben dem Aromahopfen auch 50 Prozent mehr Malz als herkömmliche Biere, erläutert Schulte. Und ergänzt: "Der Produktionsprozess beim handwerklich gebrauten Craft Bier dauert wesentlich länger." Die genauen Ingredienzen bleiben aber das Geheimnis der Brauer. Weil nun einmal gut Ding Weile haben will und alles Handarbeit ist – vom Abfüllen (bottling) über das Aufsetzen der Bügelverschlüsse – hat es ein wenig gedauert, bis die insgesamt 400 Flaschen Festbier fertig waren.

Diese Erfahrung machen auch Anika Wrede und Moritz Krüger, denn jede Flasche will schließlich gleich vier Mal beklebt werden – Frontetikett, Rücketikett, Versiegelung und Kopfetikett. Wie viel Umdrehungen hat das "1881er", ein German Pale Ale, eigentlich? "6,6 Prozent", erläutert Rolf Zepp.

Keine Nachwuchssorgen

Nachwuchssorgen plagen die Philharmonie eigentlich nicht. "Weil unser Repertoire so breit aufgestellt ist, sprechen wir auch jüngere Leute an", sagt Moritz Krüger. Nachwuchsmusiker oder erfahrene Spieler können sich aber dennoch gerne bei der Vielharmonie melden.

Das große Konzert zum 140-jährigen Bestehen der Vielharmonie musste zwar Corona-bedingt auf das nächste Jahr (29. Oktober 2022) verschoben werden, einen im wahrsten Sinne des Wortes kleinen Vorgeschmack bekommen die Gäste aber bereits am Sonnabend, 30. Oktober. Dann gastieren die rund 50 Mitglieder der Vielharmonie Kirchlinteln nämlich an einem ganz besonderen Ort und zwar in der Verdener Stadthalle am Holzmarkt. "Ich finde, die große Bühne passt zu uns", sagt Anika Wrede mit einem verschmitzten Lächeln. Die Zuhörer können sich jeweils ab 16 und 19.30 Uhr unter dem Motto "The Show Must Go On" an Filmmusiken, Pop- und Rock-Melodien sowie eigenen neuen Stücken erfreuen. Tickets können vorab im Internet unter der Adresse www.vielharmonie-kirchlinteln.de/tickets reserviert werden.

Am Stand des Fördervereins der Vielharmonie gibt es das Festbier dann vor und nach den beiden Konzerten zu kaufen. "Von jeder Flasche fließt auch immer ein kleiner Beitrag an unseren Förderverein", freut sich Anika Wrede. Im Craft-Bier-Lädchen an der Oberen Straße 24 ist es ebenso erhältlich – aber nur solange der Vorrat reicht.

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