Vogelgrippe-Ausbruch Überwachungszonen in Lemwerder und Berne

Die Wesermarsch ist von zwei Vogelgrippe-Ausbrüchen betroffen. In Lemwerder und Berne werden nun Schutz- beziehungsweise Überwachungszonen eingerichtet. Was das bedeutet.
19.09.2022, 11:23
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Überwachungszonen in Lemwerder und Berne
Von Julia Assmann

In Jaderberg im Landkreis Wesermarsch ist das Vogelgrippe-Virus bei einer toten Brautente aus dem Jaderpark nachgewiesen worden. Zudem ist der Landkreis Wesermarsch von einem weiteren Vogelgrippe-Ausbruch betroffen, der von einem Geflügelbestand in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg ausgeht. Das teilt das Veterinäramt Jade-Weser mit. In der Wesermarsch werden daher sogenannte Restriktionszonen eingerichtet. Die Schutzzone umfasst ein kleines Gebiet im Süden der Gemeinde Lemwerder. Zudem wird eine Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometern eingerichtet, die ein Areal im Südosten der Gemeinde Berne sowie die gesamte Gemeinde Lemwerder umfasst.

Im Jaderpark verendeten nach Angaben des Veterinäramtes neben der Brautente drei weitere Vögel aus der Tiergruppe. Deshalb mussten die 55 verbliebenen Tiere der Gruppe getötet werden. Von weiteren Vögeln aus anderen Volieren im Jaderpark wurden Proben genommen. Die Untersuchungsergebnisse werden für Anfang dieser Woche erwartet. Teile des Tierbereichs wurden am Sonntag vorsorglich für den Besucherverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Im Tierpark wurden zudem Hygienemaßnahmen zum Schutz der Vögel ergriffen.

Wegen des Vogelgrippe-Ausbruchs in Ganderkesee werden in Lemwerder und Berne nun Schutz- beziehungsweise Überwachungszonen eingerichtet. In der Schutzzone im Süden der Gemeinde Lemwerder befindet sich nach Angaben des Veterinäramtes lediglich ein Hobbyhalter mit einer Tierzahl im einstelligen Bereich. In der Überwachungszone gibt es demnach circa 115 Tierhaltungen. Es handele sich überwiegend um Hobbyhalter sowie zwei berufsmäßige Tierbestände. "Im Grundsatz gilt, dass in die Geflügelbestände in den gemaßregelten Gebieten nichts hinein- oder herausgebracht werden darf", erläutert das Veterinäramt. Die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung tritt nach Angaben der Behörde am Dienstag, 20. September, um Mitternacht inkraft.

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Bereits am vergangenen Freitag war außerdem eine Überwachungszone in Teilen der Stadt Varel und der Gemeinden Bockhorn und Jade infolge eines Ausbruchs in Wiefelstede eingerichtet worden. Die genauen Gebietszuschnitte und Regelungen stehen auf der Internetseite www.jade-weser.de zur Verfügung.

Bei dem festgestellten Virus handelt es sich nach Angaben der Behörde in allen Fällen um den in der Wildtierpopulation sehr weit verbreiteten Vogelgrippe-Erreger H5N1. Das Veterinärmt betont: "Es ist weiterhin sehr wichtig, durch Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen beim Betreten von Geflügelhaltungen eine Übertragung auf das Hausgeflügel zu verhindern." Die Gefahr der Ansteckung des Hausgeflügels über Wildvögel sei derzeit sehr hoch.

Das Virus H5N1 kann nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von infizierten Vögeln über engen Kontakt in Einzelfällen auch auf den Menschen übertragen werden und eine schwere Erkrankung und Lungenentzündung hervorrufen. Vorsicht ist deshalb bei direktem Kontakt von Vogel und Mensch und beim Umgang mit toten Vögeln geboten.

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