Achim

Bestätigung für Amazon-Ansiedlung steht aus

Der Bauantrag für ein Amazon-Logistikzentrum in Achim ist bereits gestellt worden, doch die Bestätigung der Ansiedlung steht noch aus. An den Verträgen wird noch gefeilt.
14.07.2018, 19:49
Lesedauer: 1 Min
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Bestätigung für Amazon-Ansiedlung steht aus
Von Kai Purschke
Bestätigung für Amazon-Ansiedlung steht aus

Inwieweit die Stadt Achim Amazon in den Verhandlungen die Vorfahrt gewähren muss, ist nicht bekannt – die Verträge sind noch nicht unterzeichnet worden. Allerdings wurde bereits der Bauantrag fürs Logistikzentrum gestellt.

Björn Hake

Die geplante Ansiedlung eines Amazon-Logistikzentrums in der Stadt Achim ist einen Schritt weiter gekommen, doch noch steht die Bestätigung des Vorhabens aus. Die Verträge sind nach Angaben des Ersten Stadtrats Bernd Kettenburg noch nicht unterschrieben. Derweil hat der für Amazon tätige Projektentwickler Garbe Industrial Real Estate allerdings den Baugrund des Gewerbeareals Uesener Feld sondieren lassen und inzwischen, wie der Landkreis Verden unserer Zeitung bestätigt hat, einen Bauantrag gestellt.

Wie berichtet, soll auf dem rund 14 Hektar großen Gebiet an der A 27 eine dreistöckige Halle mit einer Grundfläche von 40 000 Quadratmetern entstehen. Amazon will zunächst einen Mietvertrag über 15 Jahre unterschreiben und im Normalbetrieb bis zu 2000 Menschen dort beschäftigen. „Nach außen mag der See still ruhen, intern erledigen wir die notwendigen Schritte“, sagt Bernd Kettenburg. Die wollen gut vorbereitet sein: Die Stadt muss nämlich ebenfalls Verträge mit den Trägern der Straßenbaulast schließen und bei der Verkehrsproblematik kommen der Landkreis Verden, das Land Niedersachsen sowie der Bund ins Spiel.

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Nach einem externen Verkehrsgutachten der Stadt Achim, das allein schon aus Gründen des Eigennutzes auch von Amazon geprüft wurde, sollen die geplanten Straßenaus- und umbauten bei der Bewältigung des Mitarbeiter- und Lieferverkehrs helfen.

Der Fachdienst Bauordnung des Landkreises Verden kam zu der Ansicht, dass die Verkehrsexperten bei ihrer Betrachtung die Mittagszeit vernachlässigt hätten, "in der auch erhöhtes Verkehrsaufkommen vorliegt“. Mehr noch: Es bestehen Zweifel, "ob der Mitarbeiter- und Lkw-Verkehr zusätzlich aufgenommen werden kann“. Und: „Theoretisch berechnete Simulationsszenarien können letztlich nicht die realistisch zu erwartenden Verkehrsströme schönrechnen.“

Für Verwunderung haben die Aussagen in Achim auch bei SPD-Fraktionschef Herfried Meyer gesorgt. Er wirft dem Kreis "unprofessionelles Verhalten" vor. "Es werden tendenziöse Meinungen geäußert. Eine fachliche Auseinandersetzung zu den Berechnungen fand nicht statt." Der Kreis müsse erkennen, dass eine Amazon-Ansiedlung zur Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes führen und den Landkreis Verden im Bereich von Tranferleistungen entlasten könne.

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