Kommentar über den Bamf-Skandal Beschämend

Die Bamf-Affäre reicht bis in die Spitzen der deutschen Politik, bis ins Kanzleramt. Eine lückenlose Aufklärung, die dieses Mal keine hohle Phrase sein darf, fordert Marcel Auermann.
03.06.2018, 18:04
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Beschämend
Von Marcel Auermann

Auf das Bamf ist in einer Sache Verlass: Beinahe im Tagesrhythmus gibt es neue ungeheuerliche, unerklärliche, unglaubliche Neuigkeiten über den totalen Kontrollverlust und seine Folgen. Behördenmitarbeiter wie politische Entscheider gingen mit einer unüberlegten Schlampigkeit ans Werk.

Die Bamf-Mitarbeiter sollen Identitäten von Antragsstellern gar nicht oder nur mangelhaft geklärt haben. Da verwundert es kaum, dass seit dem Jahr 2000 mindestens 115 nachrichtendienstlich relevante Personen über die Außenstelle Bremen Schutzstatus in Deutschland erhalten haben sollen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese lange befürchtete Nachricht ans Tageslicht kommt, die das ohnehin inzwischen heikle Verhältnis der Deutschen zur Asylpolitik noch mehr belastet.

Die Bamf-Affäre ist längst nicht mehr nur ein Bremer Skandal. Auch die Zentrale in Nürnberg, das Bundesinnenministerium und das Bundeskanzleramt samt Angela Merkel stecken tief in diesem Schlamassel. Das Schwarze-Peter-Spiel muss ein Ende haben. Nur eine lückenlose Aufklärung, die dieses Mal keine hohle Phrase sein darf, kann das schwer lädierte Vertrauen in die Politik – ganz langsam – zurückbringen.

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