Die Demonstrantin

Mit dem Wasserwerfer hat sie es heute auch schon zu tun bekommen. A.
09.07.2017, 00:00
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Die Demonstrantin
Von Markus Lorenz

Mit dem Wasserwerfer hat sie es heute auch schon zu tun bekommen. A.K., wie sich die junge Dänin nennt, lacht verschmitzt. „Er hat mich aber nicht getroffen. Die waren echt nicht gut.“ Die 22-Jährige gehört zu einer der vielen „Block G 20“-Gruppen, die bisher den Gipfel und die Politiker aufgehalten haben, wo immer es ging. Melanie Trump saß deshalb im Gästehaus des Senats fest, etliche Staats- und Regierungschefs schafften es am Vormittag nicht pünktlich zum G 20-Auftakt in die Messehallen.

Immer wieder haben sich Kritiker friedlich, aber beharrlich auf Straßen und Kreuzungen der Konvoistrecken gesetzt – bis die Wasserwerfer Stoff gaben. A.K. ist für mit Freunden für den Protest eigens aus Silkeborg und Arhus nach Hamburg gekommen. „Wir waren der blaue Finger“, berichtet sie am Mittag entspannt bei einer Verschnaufpause am Millerntor. Das Blockade-Motto lautete „Color the Red Zone“ (Mach’ die rote Zone bunt), nach Farben aufgeteilt setzten die Blockierer Nadelstiche in der roten Sicherheitszone. Die Dänen machten am Morgen die Kreuzung Schlump in Eimsbüttel dicht. Bringt das was? A.K. wird nachdenklich. „Wir haben doch nur diese eine Chance, den Politikern zu sagen: So nicht.“ Gewiss, Trump, Putin und Co. würden sich von den Blockaden kaum beeindrucken lassen, aber dennoch: „Auf jeden Fall hält es unsere Hoffnung lebendig, dass wir etwas ändern können.“ Die G 20-Politiker, findet die Studentin, handelten eben nicht für die Menschheit als ganze und schon gar nicht täten sie das Richtige, um Probleme wie Hunger, Armut, Umweltzerstörung und Benachteiligung von Frauen zu lösen. Ihnen das klarzumachen, sei wichtig.

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