Neues Kabinett Das sind die Ministerinnen und Minister der neuen Ampel-Regierung

Olaf Scholz ist seit Mittwoch neuer Bundeskanzler. Doch wer leitet die Ministerien in seinem Kabinett?
06.12.2021, 14:59
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Von dfr
Inhaltsverzeichnis

Die neue Bundesregierung steht in den Startlöchern, am Mittwoch, 8. Dezember, wurde Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler gewählt und vereidigt. Auch die Ministerposten stehen fest. Wer bekommt welches Ressort? Ein Überblick.

Ministerium der Finanzen

Christian Lindner (FDP) wird der neue Finanzminister und Nachfolger von Olaf Scholz (SPD). Der 42-Jährige ist seit 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen, hat Politikwissenschaften studiert und war unter anderem bei der Bundeswehr und als Unternehmensberater tätig. Lindner sprach sich in der Vergangenheit unter anderem gegen Steuererhöhungen aus.

Ministerium des Inneren und für Heimat

Neue Innenministerin und Nachfolgerin von Horst Seehofer (CSU) wird die SPD-Politikerin Nancy Faeser. Sie ist damit die erste Frau, die dieses Amt übernimmt. Faeser ist seit 2019 Vorsitzende der Partei in Hessen sowie Vorsitzende der Landtagsfraktion. Die 51-jährige Juristin will ihren Arbeitsschwerpunkt auf die Bekämpfung des Rechtsextremismus legen. 

Auswärtiges Amt

Die Grünen-Spitzenkandidatin der Bundestagswahl, Annalena Baerbock, wird das Außenministerium von Heiko Maas (SPD) übernehmen. Gänzlich fremd ist ihr das Terrain nicht: Sie studierte unter anderem Völkerrecht. Die 41-Jährige ist seit 2018 gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende ihrer Partei. Auf ihrem Programm stehen unter anderem Abrüstungsinitiativen und eine "Klimaaußenpolitik". 

Ministerium für Arbeit und Soziales

Amtsinhaber Hubertus Heil (SPD) wird auch weiterhin das Ressort Arbeit und Soziales führen. Der 49-Jährige ist seit 1998 Mitglied des Bundestags und seit 2018 Arbeitsminister. Der Politikwissenschaftler und Soziologe war außerdem zweimal Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich unter anderem für einen Mindestlohn von 12 Euro aus. 

Ministerium der Verteidigung

Christine Lambrecht (SPD) ist seit 2017 Justizministerin. 2021 übernahm sie nach dem Rücktritt von Franziska Giffey zusätzlich das Familienministerium. Nun wird die 56-Jährige ins Verteidigungsministerium wechseln, das zuvor von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) geführt wurde. Die Rechtsanwältin spricht sich unter anderem für eine Überprüfung von Auslandseinsätzen aus. Außerdem will sie die Ausstattung der Bundeswehr verbessern. 

Ministerium für Gesundheit

Wie kürzlich bekannt wurde, wird der Arzt und Gesundheitsökonom Karl Lauterbach (58) das Gesundheitsministerium übernehmen und damit seinen Vorgänger Jens Spahn (CDU) ablösen. Der SPD-Politiker erlangte öffentliche Bekanntheit vor allem durch seine medizinische Expertise, mit der er während der Corona-Pandemie gefragter Experte in den Medien wurde. Von 2013 bis 2020 war er außerdem stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Er möchte das Gesundheitssystem robuster machen, auf Leistungskürzungen solle verzichtet werden.

Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck (52) wird das neu zusammengesetzte Wirtschafts- und Klimaschutzministerium übernehmen. Erfahrungen in diesem Bereich sammelte er unter anderem als Minister für Energiewende, Umwelt, Landwirtschaft und Digitalisierung in Schleswig-Holstein. Seine Hauptaufgabe im Bund: der Weg der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität. Außerdem soll er Vizekanzler von Olaf Scholz werden.

Ministerium für Verkehr und Digitales

Der Jurist Volker Wissing (FDP) wird der Nachfolger von Andreas Scheuer (CSU) und damit neuer Verkehrsminister. Der 51-Jährige ist seit 2011 Landesvorsitzender seiner Partei in Rheinland-Pfalz und war hier auch Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Seit 2020 ist er Generalsekretär der FDP. Ein Tempolimit auf Autobahnen lehnt Wissing ab, schwerpunktmäßig will er sich der Digitalisierung widmen.

Ministerium für Bauen und Wohnen

Erstmals seit 1998 wird es ein Bauministerium geben. Dieses wird die SPD-Politikerin Klara Geywitz (45) übernehmen. Sie ist seit 2019 eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden ihrer Partei und war außerdem Mitglied des Landtags in Brandenburg. Seit 2020 arbeitet sie beim Landesrechnungshof Brandenburg als Prüfgebietsleiterin. Ihre Arbeitsschwerpunkte: Mieterschutz und "massiver Bau" neuer Wohnungen. 

Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Im letzten Kabinett war Svenja Schulze (53) Umweltministerin – und das ohne eigenes Bundestagsmandat. Nun wird die SPD-Politikerin in das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wechseln und auf Gerd Müller (CDU) folgen. Schulze war unter anderem Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen. 

Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Neuer Landwirtschaftsminister wird Cem Özdemir (55). Er übernimmt das Ministerium von Julia Klöckner (CDU). Der Grünen-Politiker war bis 2018 Bundesvorsitzender seiner Partei und ist seit 1994 im Bundestag. Der Sozialpädagoge und Erzieher ist Vegetarier und will unter anderem striktere Auflagen in der Fleischindustrie einführen. 

Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Grünen-Politikerin Anne Spiegel (40) ist seit der Landtagswahl 2021 Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz. Nun wird sie ins Bundesfamilienministerium wechseln. Sie studierte Politik, Philosophie und Psychologie und war als Sprachtrainerin tätig. Sie wünscht sich unter anderem eine einheitliche Gendersprache für Gesetzestexte und will sich für die rechtliche Absicherung sogenannter Verantwortungsgemeinschaften einsetzen.

Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Die Diplomagraringenieurin Steffi  Lemke (53) wird im Kabinett Scholz das Amt der Umweltministerin übernehmen. Die Grünen-Politikerin ist seit 2013 Mitglied des Bundestages. Sie will sich insbesondere für den Artenschutz engagieren. Der Ausstieg aus der Braunkohle soll mit ihr bereits 2030 gelingen, außerdem möchte sich Lemke für soziale Gerechtigkeit beim Klimaschutz einsetzen. 

Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Der neue Justizminister wird Marco Buschmann (FDP). Der 44-Jährige ist seit 2017 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Dem Juristen ist vor allem der Schutz der Bürgerrechte wichtig. Er setzt sich unter anderem gegen Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren ein. 

Ministerium für Bildung und Forschung

Sie möchte eine "Bildungsrevolution": Die FDP-Politikerin Bettina Stark-Watzinger (53) wird das Ministerium für Bildung und Forschung von Vorgängerin Anja Karliczek (CDU) übernehmen. Sie ist Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion ihrer Partei. Ihre Schwerpunkte: digitales Lernen und Bildungsgerechtigkeit.

Bundeskanzleramt

Wolfgang Schmidt (51) ist ein Wegbegleiter und enger Vertrauter des künftigen Bundeskanzlers Olaf Scholz. Der SPD-Politiker wird daher das Bundeskanzleramt leiten. Der Jurist ist seit 2018 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Seine wohl schwierigste Aufgabe: die Organisation der Bund-Länder-Abstimmung. 

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+