Mit dem Trecker nach Berlin Landwirtin hat es satt

Verden. Zum Glück haben moderne Trecker nicht nur geschlossene Kabinen, sondern auch Heizungen.
22.01.2017, 00:00
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Landwirtin hat es satt
Von Anna Zacharias

Verden. Zum Glück haben moderne Trecker nicht nur geschlossene Kabinen, sondern auch Heizungen. Ansonsten hätte die Fahrt für die Verdener Landwirtin Elisabeth Fresen recht ungemütlich werden können. Insgesamt rund 18 Stunden war sie unterwegs, bevor sie in Berlin zum Auftakt der Grünen Woche an der Trecker-Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt!“ teilnehmen konnte.

Sie hat diese Fahrt wie viele andere auf sich genommen, um auf den Druck aufmerksam zu machen, der besonders auf den Kleinbauern lastet. „Viele meiner Berufskollegen mussten in den vergangenen 24 Monaten ihre Hoftore schließen, das finde ich sehr traurig“, sagt die 26-jährige angehende Landwirtin. Sie will nach ihrem Studium der ökologischen Landwirtschaft den kleinen Betrieb ihres Vaters in Verden-Eitze mit 120 Kühen übernehmen. Den Hof gibt es seit dem 18. Jahrhundert, und die junge Frau hofft, in Zukunft von ihm leben zu können.

Bereits zum siebten Mal haben sich am Sonnabend in Berlin Zehntausende Landwirte, Umwelt- und Tierschützer, NGOs, Hilfsorganisationen, Globalisierungsgegner und Bürgerinitiativen zu der Protestkundgebung versammelt. Das Bündnis aus rund 45 verschiedenen Organisationen fordert einen Weg aus der Agrarkrise und dem Sterben der Bauernhöfe. In der Kritik stehen unter anderem die Subventionen für Großkonzerne. Neben Umweltverbänden gehören auch kirchliche Organisationen wie „Brot für die Welt“ und Misereor zu dem Protestbündnis.

Doch andere Landwirte sehen die Protestaktion in der Hauptstadt kritisch, und sehen sich am Pranger. Der Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, Jörn Ehlers, kann sich mit den Demonstranten nicht identifizieren: „Es finden sich dort auch radikale Gruppen, die jede Art der Nutztierhaltung ablehnen und auch Einbrüche in Stallungen billigen“, meint er. Er ist am Wochenende zwar ebenfalls nach Berlin gefahren – allerdings zur kleineren Gegendemonstration „Wir machen Euch satt“, die vom Bauernverband unterstützt wird.

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