Lerngruppen in ganz Deutschland So läuft die Imam-Ausbildung

Die Ausbildung zum Imam am Islamkolleg dauert in Deutschland zwei Jahre und es werden Kenntnisse in sieben Modulen vermittelt. Der erste Ausbildungsdurchgang in Osnabrück beginnt im April nächsten Jahres.
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So läuft die Imam-Ausbildung
Von Marc Hagedorn

Am Islamkolleg in Osnabrück beginnt im April des nächsten Jahres der erste Ausbildungsdurchgang für Imame in Deutschland. 30 Studienplätze stehen zur Verfügung. Die Zahl könne laut Islamkolleg bei Bedarf aber ohne Probleme erhöht werden. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und richtet sich an Interessenten mit einem Bachelor in Islamischer Theologie, Männer wie Frauen, sowie Prediger mit praktischer Berufserfahrung. Es wird Lerngruppen in ganz Deutschland geben, etwa in München, Hamburg, Frankfurt oder im Ruhrgebiet.

Die Teilnehmer der Kurse erwerben Kenntnisse in sieben Modulen: Koranrezitation und ihre Regeln, Predigtlehre, gottesdienstliche Praktiken, Gemeindepädagogik, Seelsorge, soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Frauen- und Jugendarbeit, politische Bildung mit dem Schwerpunkt Interreligiöses. Für fünf Jahre unterstützt der Bund dieses Projekt laut Medienberichten mit insgesamt 4,5 Millionen Euro, das Land Niedersachsen steuert 450.000 Euro bei. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach am Rand der Islamkonferenz mit Blick auf die Ausbildung von „gut angelegtem Geld für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Lande“.

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Zu den Gründungsmitgliedern des Islamkollegs gehören fünf muslimische Verbände, unter anderem zählen der Zentralrat der Muslime und die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken dazu. Die zweite Gruppe sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der islamischen Theologie in Deutschland. Und die dritte Gruppe bilden muslimische Personen aus dem öffentlichen Leben. „Wir wollen die Vielfalt des muslimischen Lebens repräsentieren“, sagt Bülent Ucar, der wissenschaftlicher Direktor des Islamkollegs.

Kritiker monieren, dass zum Zentralrat der Muslime Organisationen wie Atib oder die Deutsche Muslimische Gemeinschaft gehören, die der Verfassungsschutz beobachtet beziehungsweise dem extremistischen Spektrum zurechnet. „Für uns ist wichtig, dass unsere Institution auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht“, sagt Ucar. „Wir legen allergrößten Wert darauf, von jedweder extremistischen Beeinflussung unabhängig zu sein. Und das ist aufgrund der Zusammensetzung des Islamkollegs gewährleistet.“ Hinzu komme, dass die Arbeit durch ein Kuratorium und einen wissenschaftlichen Beirat begleitet werde, der sich sowohl aus muslimischen als auch christlichen und jüdischen Wissenschaftlern zusammensetzt.

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