Pandemie Corona-Warn-App kann nun Luca-Codes scannen – doch es gibt einen Haken

Die Corona-Warn-App hat dazugelernt: Beim Besuch von Restaurants oder Veranstaltungen kann man mit der App jetzt auch mit den in Bremen verbreiteten QR-Codes der Luca-App einchecken. Doch es gibt einen Haken.
11.11.2021, 08:30
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa/ba
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Die Corona-Warn-App des Bundes versteht jetzt auch ein bisschen Luca: Wie die Macher der App mitteilten, können Nutzer der Warn-App bei Besuchen von Restaurants und Veranstaltungen mit den – auch in Bremen verbreiteten – QR-Codes der Luca-App einchecken. Ein Update der App sei dafür nicht nötig. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Neuerung der App:

Werden meine Daten jetzt auch ins Luca-System gesendet?

Nein. Es fließen keine Daten in das Luca-System. Und generell erfasst die Corona-Warn-App keine persönlichen Daten, sondern dient nur der Warnung von anderen Nutzern, falls sie sich in der Nähe eines infizierten anderen Nutzers aufgehalten haben. Diese Meldungen funktionieren über anonymisierte Kennziffern, die zwischen den Nutzern ausgetauscht werden.

Funktioniert das neue Feature der Corona-Warn-App zuverlässig?

Zum Teil. Viele Nutzer meldeten bereits wenige Stunden nach Bekanntgabe der Neuerung, dass sie Luca-Codes mit der Corona-Warn-App nicht scannen konnten. Via Twitter und in den FAQs zur Mitnutzung der Luca-Codes erklärten die Macher der Corona-Warn-App die Ursache dieses Problems: Die Corona-Warn-App kann nur Luca-Codes erkennen, die nach dem 25. Mai 2021 erzeugt wurden. Viele der Luca-Codes, auch in Bremen, sind jedoch schon früher erstellt worden. Ob diese Funktionslücke noch geschlossen wird, dazu machten die Betreiber der App bislang keine Angaben.

Warum gibt es überhaupt diese unterschiedlichen Apps?

Die Corona-Warn-App (CWA) und die Luca-App verfolgen zwei unterschiedliche Konzepte, um die Infektionsraten mit dem Corona-Virus einzudämmen, die sich ergänzen. Die CWA registriert anonymisiert Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte. Bei der Luca-App werden gesichert Kontaktdaten der Besucher erfasst, die bei Bedarf dem Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt werden.

Warum muss ich mich überhaupt einchecken?

Beim Einchecken mit der CWA in geschlossenen Räumen wird berücksichtigt, dass sich dort die Aerosole auch über größere Entfernungen hinweg bewegen. Außerdem sind Luftpartikel, die von Infizierten ausgeatmet wurden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person bereits den Raum verlassen hat. Veranstalter und Gastwirte können für den Check-in einen QR-Code in der CWA generieren; sie können aber auch den QR-Code aus dem Luca-System verwenden.

Ist die Luca-App jetzt überflüssig?

Apps wie Luca, darfichrein.de, Recover oder eGuest sind vor allem dazu gedacht, die in den Bundesländern vorgeschriebene Erfassung von Personen in Restaurants, Geschäften oder bei Events digital umzusetzen, um Zettelwirtschaft abzulösen, die erwiesenermaßen an vielen Stellen nicht konsequent umgesetzt wird. Bei diesem Check-in-Vorgang müssen die Besucher ihre Kontaktdaten angeben. Solange die Infektionsschutzverordnungen der Bundesländer die Erfassung der persönlichen Daten vorschreiben, kann die Corona-Warn-App diese Aufgabe nicht übernehmen. Sachsen hat es allerdings im Mai als erstes Bundesland ermöglicht, die CWA auch für die rechtlich verbindliche Kontaktnachverfolgung einzusetzen.

Allerdings: Der Nutzen von Luca scheint überschaubar zu sein. Bis Ende Oktober half die App in Bremen lediglich in vier Fällen bei der Kontaktverfolgung von Infizierten, wie der WESER-KURIER erfuhr.  

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Info

Die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts wurde nach Angaben des RKI mittlerweile 35,8 Millionen mal heruntergeladen. Die Luca-App verzeichnet nach Angaben der Betreiber inzwischen 36 Millionen registrierte Menschen in Deutschland. In den vergangenen 28 Tagen habe man knapp 32 Millionen Check-ins verzeichnet.

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