„Aktenzeichen XY“ Frauenmorde in Bremerhaven und Verden: Neue Hinweise nach Sendung

Zwei ungeklärte Mordfälle aus der Region waren erneut Thema bei der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Die Polizei erhofft sich Hinweise zu Morden an zwei jungen Prostituierten.
13.01.2022, 14:42
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Becker mit dpa

Die Polizei Cuxhaven hat sich in zwei ungeklärten Mordfällen aus den Jahren 1992 und 1993 erneut an die Öffentlichkeit gewandt. Es geht um zwei Frauen, die damals südlich von Bremerhaven sowie bei Verden von einem Unbekannten getötet wurden. Die Ermittlungsgruppe „Cold Case“ der Polizeiinspektion Cuxhaven erhofft sich Hinweise durch die Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, in der am Mittwoch (12. Januar, ZDF) die neuesten Ermittlungsergebnisse in den Fällen vorgestellt wurden.

Nach den Erkenntnissen der Polizei nahm ein bislang unbekannter Täter am Samstag, 8. Mai 1993, Kontakt zu der damals 26-jährigen Anja Witt auf, die als Prostituierte in der Van-Heukelum-Straße in Bremerhaven arbeitete. Der Leichnam der jungen Frau wurde am nächsten Tag in einem Waldstück an der Bundesstraße 215 in der Nähe der Autobahn 27 an der Ausfahrt Verden-Nord aufgefunden.

Damals berichteten die Verdener Nachrichten, dass Spaziergänger die unbekleidete Leiche am Sonntagnachmittag in einem Wäldchen nahe der Autobahn 27 bei Verden entdeckt hätten. Die Frau sei nach den Ermittlungen der Kripo in der Nacht zu Sonntag erwürgt oder erdrosselt worden. Die Leiche wurde dann unter Büschen in der Nähe der Autobahnabfahrt Verden-Nord wenige Meter neben der B 215 versteckt.

Die Frau war etwa 1,70 Meter groß und auffallend schlank. Sie hatte zwei Tätowierungen. So zeigte ein Motiv am rechten Unterarm zwei vierzackige Sterne auf einer Urkundenrolle. Das zweite Motiv befand sich am linken Unterschenkel direkt über dem Knöchel und zeigte eine etwa zwei mal zwei Zentimeter große sitzende Maus. Die Frau hatte Spritzen-Einstiche an den Armen und Füßen und war vermutlich seit längerem heroinabhängig. Sie hatte blaue Augen und blondiertes, schulterlanges Haar.

Fall war bereits 2019 Thema bei "Aktenzeichen XY" 

Bereits sieben Monate zuvor, am Donnerstagabend, 24. September 1992, war die erste Tat begangen worden. Ein unbekannter Täter begab sich laut Polizeiangaben gegen 20 Uhr zum Straßenstrich in der Van-Heukelum-Straße in Bremerhaven und lockte die 22-jährige Vanessa Wardelmann, die dort als Prostituierte arbeitete, als mutmaßlicher Freier in einen dunkelblauen Kleinwagen.

Am Samstagmorgen, 26. September 1992, wurde der Leichnam der jungen Frau nahe dem Fluss Lune im Bereich der Gemeinde Loxstedt in der Nähe der Anschlussstelle Bremerhaven-Süd von einem Fahrradfahrer aufgefunden. Auch Vanessa Wardelmann wurden erdrosselt.

Die Morde waren bereits im November 2019 Thema in der Sendung. Damals gingen rund 250 Hinweise bei der Polizei ein, die alle überprüft worden seien. Der sogenannte entscheidende Hinweis sei aber leider nicht dabei gewesen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Den Angaben zufolge wurden bereits über 800 Menschen überprüft und etwa 450 Speichelproben eingeholt.

"Aktenzeichen xy": Polizei in Cuxhaven erhält nach Ausstrahlung neue Hinweise

Und auch nach der Sendung am Mittwoch, 12. Januar 2022, gingen Hinweise ein. Die Polizei Cuxhaven bezifferte deren Zahl am Donnerstag auf 40. Viele bezögen sich allgemein auf die Tatmittel, einige wenige auch konkret auf Personen.

Die Hinweise würden zeitnah bewertet und überprüft, so die Polizei. Es sei bisher jedoch kein Hinweis dabei gewesen, der ein sofortiges Handeln der Polizei erfordere. 

++ Dieser Artikel wurde zuletzt am 13. Januar 2022 um 14.42 Uhr aktualisiert. ++

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