Frühchen-Station in Bremen-Nord CDU will Debatte über Geburtshilfe

Weil ein Teil der Frühchen-Versorgung vom Klinikum Bremen-Nord abgezogen werden soll, ist jetzt erneut eine Debatte entbrannt. Der Nordbremer CDU-Vorsitzende Rainer Bensch legt einen Fragenkatalog vor
05.02.2019, 19:58
Lesedauer: 2 Min
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CDU will Debatte über Geburtshilfe
Von Christian Weth

Bremen-Nord. Weil Eltern, Pflegekräfte und Mediziner nicht hinnehmen wollen, dass ein Teil der Frühchenstation vom Klinikum Nord abgezogen wird, wollen sie demnächst mit Bürgern und Politikern sprechen. Auch die CDU will jetzt reden. Nicht nur über den geplanten Abzug der Versorgung von Frühgeborenen, die weniger als 1500 Gramm wiegen, sondern über die gesamte Geburtshilfe in Bremen. Das kündigt Rainer Bensch an. Der CDU-Kreisvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion in der Bürgerschaft fordert mehr Verlässlichkeit für Betroffene – und Antworten der Behörde.

Dass er eine Debatte will, begründet Bensch nicht nur mit dem Protest an den Plänen, die Versorgung sogenannter Level-II-Frühchen am Krankenhaus Mitte zu zentralisieren. Sondern auch damit, dass rund um Bremen mehrere Geburtskliniken schließen und sowohl Hebammen fehlen als auch medizinische Fachkräfte. Darum, meint er, muss darüber gesprochen werden, welche Ressourcen Bremen für eine bedarfsgerechte Geburtshilfe hat. Außerdem will er von Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) wissen, wie die Versorgungssituation momentan ist – und wie realistisch ihre Pläne zur Geburtshilfe sind, insbesondere zur Frühgeborenen-Versorgung am Klinikum Nord.

Mediziner wie der Blumenthaler Kinderarzt Joachim Schlage haben Zweifel, dass die Kapazitäten für Frühchen ausreichen werden, die am Klinikum Mitte geschaffen werden sollen. Geplant ist, erst die Frühgeborenenmedizin vom Krankenhaus Links der Weser dorthin zu verlagern, später die Level-II-Versorgung aus Nord. Schlage zufolge soll es in Mitte zwölf Beatmungsplätze für Frühchen geben – zu wenig, wie er meint. Nach seiner Rechnung gab es allein 2017 im Klinikum Nord rund 70 Kinder, die bei der Geburt weniger als 1500 Gramm wogen. Der Mediziner befürchtet, dass die Frühchenstation später komplett aufgelöst wird – wie im nächsten Jahr die am Krankenhaus Links der Weser.

Unionspolitiker Bensch hat deshalb einen Katalog an Fragen, die Behördenchefin Quante-Brandt beantworten soll. Der Bürgerschaftsabgeordnete will zum einen wissen, wie viele Geburten es in den vergangenen fünf Jahren in Bremer Kliniken gab. Und zum anderen, wie viele davon Frühgeburten waren. Die Zahl will Bensch aufgeschlüsselt haben, nach Level-II-Kindern, aber auch Level-I-Frühchen, die bei der Geburt weniger als 1250 Gramm wiegen. Nicht zuletzt interessiert ihn, warum die Senatorin davon ausgeht, dass die Kapazitäten in Mitte, anders als Kinderarzt Schlage vermutet, ausreichen werden. Und ob Stationen, die keine Level-II-Versorgung mehr haben, in ihrer Existenz bedroht sind.

Antworten der Senatorin erwartet Bensch auf einer der nächsten Sitzungen der Gesundheitsdeputation.

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