Pläne für neues College in Grohn

Die Jacobs University wächst

Eine Änderung des Bebauungsplans „Science Park“ soll den Bau weiterer Collegewohnungen nördlich des Campus ermöglichen. Jetzt wurden die aktuellen Überlegungen mit den Bürgern diskutiert.
18.09.2018, 18:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Vegesack. Die Jacobs University wächst. Zum Wintersemester 2018/19 kamen mehr als 400 neue Studenten aus aller Welt nach Grohn, und durch ein Plus an Studierenden konnte die Privatuniversität ihre Geschäftsbilanz erheblich verbessern (wir berichteten). So liegt die Zukunft der Uni vor allem im Ausbau der Lehre, doch dazu müssen mehr Studenten im Umfeld der ehemaligen Kasernengebäude in Grohn untergebracht werden. Vor allem sollen neue Collegewohnungen entstehen, im Mix mit Unterrichts- und Laborräumen.

Unbebaute Flächen stehen im Norden des Unigeländes prinzipiell bereit, doch dazu muss der bestehende Bebauungsplan 1299 namens „Science Park“ geändert werden. Im Jahr 2008 wurde er als Sondergebiet aufgestellt, um die Zusammenarbeit von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen mit Betrieben zu fördern. Dieses Konzept ist inzwischen passé, denn die Ansiedlung von wissenschaftsorientiertem Gewerbe wird nicht mehr verfolgt. Bislang ist die bereits erschlossene Fläche ohne Nutzung und soll künftig als Alternative zum Oeversberg genutzt werden, wo einst neue Universitätsgebäude entstehen sollten und insbesondere Collegebauten geplant waren.

Im Rahmen einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung fand im Ortsamt Vegesack jetzt eine Einwohnerversammlung statt, bei der Bürger Vorschläge, Einwände und Bedenken in Bezug auf die Änderungen des Bebauungsplanes einbringen konnten. Es geht um ein etwa sechs Hektar großes Gebiet nördlich der Jacobs University, gelegen zwischen Steingutstraße, Friedhof Grohn, der Jacobs University, Bruno-Bürgel-Straße, Heinrich-Behrens-Straße und Loki-Schmidt-Straße. Dort ist die Ausweisung eines „Sondergebiets Universität“ geplant.

Stadtplaner Siegfried Hafke erläuterte die anstehenden Änderungen: „Im Wesentlichen sollen Erweiterungsflächen für die Universität gewonnen werden. Die bisher nicht bebaute Fläche umfasst 3,9 Hektar, sie soll nun zu Bauland umgewidmet werden, denn seitens der Uni besteht ein enormer Druck, mehr Studenten unterzubringen“, so Hafke. Eine weitere Änderung des Bebauungsplans betrifft die vorgesehenen Bauhöhen, die von bisher elf auf künftig zwölf Meter geändert werden sollen. „Das liegt daran, dass gegenüber den früheren Planungen die Raumhöhen der Wohnungen heute anders angesetzt werden“, erläuterte Hafke. Die Modifizierung des Bebauungsplans sei notwendig, denn die Universität brauche Planungssicherheit. „Schließlich kauft die Uni nicht die Katze im Sack“, ergänzte Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. „Derzeit ändern wir nur das Planungsrecht, die Verträge mit der Uni werden später gemacht.“

Ein Anwohner befürchtete, dass mit den neuen Bauten auch Gastronomie entsteht, die mit Lärm verbunden sei. Eine Anwohnerin, die derzeit eine der ehemaligen Offizierswohnungen im Umfeld der früheren Kasernen bewohnt, fragte, ob sie ihre Wohnung behalten könne, wenn der Bebauungsplan geändert wird, und ein weiterer Anwohner erkundigte sich nach der zeitlichen Dimension für den Bau der neuen Gebäude: „Die Uni braucht neue Collegegebäude bereits zum nächsten Wintersemester, doch das wird kaum zu realisieren sein. Deshalb wird es eine Übergangslösung geben“, sagte Siegfried Hafke. Eine weitere Befürchtung eines Anwohners betraf den Baumbestand, der im Zuge der Bebauung verschwinden müsste. Laut Hafke sollen an der Steingutstraße Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.

Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt befürwortete die angestrebte Änderung des Bebauungsplans: „Eine Erweiterungsfläche für die Universität zu schaffen, wäre damit gut gelungen. Schließlich lassen sich nicht beliebig andere Grundstücke suchen – dies ist eine gute Lösung für den Ortsteil Grohn.“

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