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Dritter Worpsweder Kunstverein
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Akteure vor Ort bezweifeln Seriosität

Lars Fischer 29.10.2015 0 Kommentare

Die verbindet manches und trennt vieles. Der Kunstverein Worpswede (KVW) war 2010 die erste Gründung. Bereits ein Jahr später spaltete sich der Neue Worpsweder Kunstverein (NWWK) – zunächst noch unter dem Namen Kunstverein Village Worpswede – ab. Man war sich uneins über die Ausrichtung.

Unter den Abtrünnigen war auch der zweite KVW-Vorsitzende, der Künstler Albin Homeyer, der mit der ersten Vorsitzenden Sybille Suhling heftig aneinandergeriet. Er wurde neuer zweiter Vorsitzender im NWWK, geriet aber noch während der Gründungsphase auch dort mit seinen Mitstreitern in Konflikt und trat 2012 aus dem Verein wieder aus.

Dann war es ruhig um Albin Homeyer in Worpswede geworden, bis der Walsroder im vergangenen Jahr den „Kunstverein Art-Projekt Worpswede-Deutschland e.V.“ – kurz APWD – gründete.

Sitz des dritten Worpsweder Kunstvereins ist Isernhagen und mit dem Slogan „Worpswede ist überall“ macht der Initiator deutlich, dass sein Fokus weiter gesteckt ist als es die Grenzen eines Künstlerdorfs zulassen.

Hoch dotierte Preise ausgelobt

Homeyer, der dem Verein auch vorsteht, sieht sich in keiner Konkurrenz zu den beiden Akteuren im Ort. Er versteht den APWD auch nicht als Künstlerzusammenschluss oder als ein Forum, dessen vorrangiges Ziel der Ausstellungsbetrieb ist. Vielmehr ist das Hauptaugenmerk auf den Kunstpreis Worpswede ausgelegt, der jetzt erstmals in vier Kategorien ausgeschrieben ist und im nächsten Jahr verliehen werden soll. Nicht in Worpswede, sondern am 12. März im Ritz-Carlton-Hotel in Berlin. Thema für Bildende Künste ist „Gewalt Macht Herrscher“. Es sollen Verleihungen für Fotografie in Köln, Architektur in Hamburg und Design in München folgen. Die Preise sind jeweils mit 10 000 Euro allein für den Gewinner dotiert.

13 Mitglieder zählt der APWD nach Auskunft Homeyers im Moment, darunter in der Mehrzahl „kunstaffine Unternehmer aus dem Raum Hannover“. Mit deren Hilfe, so der Plan des Initiators, seien die Preisgelder und weitere Aktivitäten zu finanzieren. Als „hochgradig unseriös“ empfindet Ursula Barwitzki, die seinerzeit gemeinsam mit ihm den NWWK gründete, das ganze Unternehmen: „Ein Kunstverein, der keine Künstler, kein Programm und keine Ausstellungen hat – das ist für mich keine realistische Vorstellung davon, wie so etwas funktionieren kann.“

Das sieht Albin Homeyer natürlich ganz anders, ihm liegt vor allem die Verknüpfung von Kunst und Wirtschaft am Herzen. „Der Name Worpswede hat Strahlkraft, wenn auch nicht mehr eine solche wie vielleicht noch vor 50 Jahren“, sagt er und will sich dieses Phänomen zunutze machen. Denn inhaltlich haben die Ausschreibungen rein gar nichts mit dem Ort selber zu tun. Allerdings sollen nach der Preisverleihung die Wettbewerbsbeiträge in einer Wanderausstellung gezeigt werden. Nach dem Start in Berlin will er damit im kommenden Jahr nach Worpswede kommen.

Und er meint, so wie der Ortsname auf sein Projekt strahle, so habe der Ort auch etwas davon, wenn im Zuge potenzieller Berichterstattung über die Kunstpreise der Begriff Worpswede durch die Medien gehe. Impulse von außen seien wichtig, die sollen durch seine Aktivitäten nach Worpswede kommen. Homeyer sieht sich vor allem als Netzwerker und er will hoch hinaus: „Der NWWK spielt vielleicht in der Landesliga, wir wollen aber in die Bundesliga“, so sein Selbstverständnis. Inwieweit Homeyer damit in Worpswede ein Heimspiel haben kann, ist fraglich. Hans Ganten, Vorsitzender des Kulturausschusses der Gemeinde, zeigte sich auf Nachfrage überrascht von den Ambitionen aus Isernhagen. Von einem dritten Kunstverein habe er bislang noch nichts gehört. Und wozu der gebraucht werde, sei ihm auch nicht klar.


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...