Basketball-Bundesliga

Eisbären-Trainer Dan Panaggio tritt zurück

Der Cheftrainer der Eisbären Bremerhaven, Dan Panaggio, ist nach der erneuten Niederlage seines Teams in der Basketball-Bundesliga zurückgetreten.
28.02.2019, 17:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Mathias Sonnenberg
Eisbären-Trainer Dan Panaggio tritt zurück

Eisbären-Cheftrainer Dan Panaggio ist zurückgetreten.

Christina Kuhaupt

Die Talfahrt der Eisbären Bremerhaven hat personelle Konsequenzen: Einen Tag nach der bitteren 75:108-Klatsche bei den Telekom Baskets Bonn hat Cheftrainer Dan Panaggio seinen Rücktritt eingereicht. „Ich habe mein Bestes gegeben, um unser Team zu verbessern. Leider konnten wir den Turnaround nicht schaffen", erklärte der Amerikaner in einem Statement, das die Eisbären auf der Klub-Homepage veröffentlichten.

Es sei deshalb am besten, jetzt zurückzutreten, um einem anderen Trainer den Vortritt zu lassen. Der Nachfolger steht auch schon fest: Bereits am Donnerstag leitete der 44-jährige Michael Mai das erste Training. Er wird also auch am Sonntag auf der Bank sitzen, wenn die Eisbären im Auswärtsspiel beim FC Bayern München antreten müssen.

Eine immense Abhängigkeit

Für Panaggio geriet sein Trainer-Engagement zum totalen Desaster. Am 12. Dezember vergangenen Jahres hat er den glücklosen Arne Woltmann auf dem Trainerposten abgelöst, nachdem der zuvor fünf Spiele in Folge verloren hatte. Doch was dann kam, war noch schlechter: Panaggio verlor sage und schreibe zehn Spiele in Folge und führte die Eisbären auf den letzten Platz der Tabelle. Dabei war er im Sommer vergangenen Jahres angetreten, um Bremerhavens Zukunft als Bundesliga-Standort langfristig zu sichern. In der vergangenen Saison hatte sich das Team erst ganz am Ende der Saison noch den Klassenerhalt sichern können.

Die Eisbären hatten mit der Verpflichtung von Panaggio viel Kompetenz aus der Hand gegeben und sich damit in eine immense Abhängigkeit begeben. Der Amerikaner betreibt in den USA die DME Sports Academy, die in eigens entwickelten Trainingsprogrammen Talente fördert. Zum Portfolio gehören Sportarten wie Eishockey, Fußball, American Football und Volleyball, aber natürlich liegt der Schwerpunkt auf dem Basketballbereich, den Dan Panaggio verantwortet.

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Diese Kontakte wollte sich Eisbären-Geschäftsfürther Wolfgang Grube zu eigen machen und lotste Panaggio im Sommer 2018 nach Bremerhaven. Panaggio wurde Mitgesellschafter, Berater und Sportdirektor, im Dezember dann auch noch Cheftrainer. Eine Machtfülle, die sich nicht auszahlte. Denn auch unter dem neuen Trainer, der als Assistenzcoach von Phil Jackson bei den Los Angeles Lakers in den Jahren 2009 und 2010 den NBA-Titel holte, ging die Eisbären-Talfahrt weiter. Mit dem absoluten Tiefpunkt am Mittwoch in Bonn, wo die Bremerhavener bei der 75:108-Pleite regelrecht vorgeführt wurden.

Er bleibt an Bord

Es spricht für Panaggio, dass er die Konsequenzen zog und am Donnerstag seinen Job als Trainer kündigte. Nur als Trainer wohlgemerkt, denn grundsätzlich bleibt der Amerikaner an Bord und will seinen Jobs als Mitgesellschafter und Sportdirektor offenbar weiter ausüben. In der Presseerklärung der Eisbären lesen sich die Panaggio-Sätze jedenfalls nicht so, als ob er dem Klub und Bremerhaven komplett den Rücken kehren will. „Die Stadt Bremerhaven liebt die Eisbären und ich rufe jetzt alle dazu auf, das Team in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen„, sagt er und erklärt weiter: “Ohne den Rückhalt der Fans und Sponsoren kann kein professionelles Team Erfolg haben.“

Nachfolger Michael Mai wurde im Dezember von Panaggio selbst zum Assistenztrainer erkoren und hat in der Basketball-Szene einen exzellenten Ruf. Der in Äthiopien geboren Amerikaner, der fließend deutsch spricht, spielte zwischen 1994 und 1997 in der Hochschulmannschaft der Judson University im US-Bundesstaat Illinois Basketball.

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Der Traum vom NBA-Profi platzte ausgerechnet, als er an einem Sichtungscamp der Chicago Bulls teilnahm, durch eine hartnäckige Knieverletzung. Über den Regionalligisten 1. FC Magdeburg kam er 2007 ins Trainer-Geschäft und wurde nach Jobs in Hannover und Kirchheim 2017 Cheftrainer beim ProA-Aufsteiger PS Karlsruhe Lions. Mai führte den Klub ins Halbfinale und wurde zum Zweitliga-Trainer des Jahres gewählt. Eine Niederlagenserie im Herbst 2018 leitete das Ende seiner Trainertätigkeit in Karlsruhe ein.

Jetzt also Bremerhaven. Von Vorgänger Panaggio bekommt er jedenfalls die volle Rückendeckung. „Ich habe großen Respekt vor Michael Mai und werde seine Arbeit voll unterstützen“, erklärte er. Um den Job ist Mai jedenfalls nicht zu beneiden. Nach der unglaublichen Niederlagen-Serie der Eisbären stehen die Zeichen auf Abstieg. Hinzu kommt, dass Mai gleich in seinem ersten Spiel vor einer eigentlich unlösbaren Aufgabe steht: Das Auswärtsspiel beim Tabellenführer FC Bayern. Mai, jetzt schon der dritte Trainer der Eisbären in dieser Saison, muss erst mal mentale Arbeit leisten.

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