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Werder Bremen als Lebensinhalt

Stefan Freye 06.06.2014 0 Kommentare

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Dynamisch und erfolgreich: Cindy König war in der vergangenen Saison mit 17 Treffern beste Torschützin der 2. Bundesliga Nord. (imago sportfotodienst, Imago)

Noch vor ein paar Jahren hatte Cindy König einen großen Wunsch. „Ich wollte immer da spielen, wo Katharina Hamann und Nahrin Uyar spielen, das war mein großes Ziel“, erinnert sich die Fußballerin. Heute ist es längst so weit. Die kleine Stürmerin zählt zu den Leistungsträgerinnen in Werders Frauenteam, und sie holte die Torjägerkrone der 2. Bundesliga

Die Zeiten ändern sich. Die einstigen Topstürmerinnen spielen mittlerweile keine tragenden Rollen mehr im Angriff von Werders Zweitliga-Mannschaft. Die eine, Katharina Hamann, beendete infolge diverser Verletzungen gerade ihre Karriere; die andere, Nahrin Uyar, trat aus dem gleichen Grund kürzer und wechselte ins Regionalliga-Team.

Heute spielt Cindy König die erste Geige im Sturm der Grün-Weißen, und sie hat trotz ihrer erst 20 Jahre sogar ein bisschen mehr erreicht als ihre einstigen Vorbilder. Mit 17 Treffern holte die 1,59 Meter große Angreiferin nämlich gerade die Torjägerkrone in der 2. Bundesliga. Allerdings eher zufällig und keinesfalls geplant. „Die Ziele lagen woanders, ich wollte mit der Mannschaft etwas erreichen – der Titel hat sich so ergeben“, erklärt König lachend.

Angedeutet hatten sich ihre Qualitäten dagegen schon vor vielen Jahren. Das lag an der Familie. Die Königs, in Bremerhaven zu Hause, haben nämlich schon immer einen Bezug zum Fußball gehabt. „Mein Vater und einer meiner Brüder spielen bei Sparta“, sagt Cindy König. Wenn die Männer sich früher zum gemeinsamen Kicken versammelten, dann wollte sie immer mitmachen. Das Nesthäkchen durfte, na klar. Niemand wollte den Familienfrieden gefährden. Aber der kecke Nachwuchsstar hatte sich anzupassen. „Ich musste schon etwas robuster an die Sache herangehen“, sagt Cindy König.

Sie glaubt, dass diese ersten Einheiten im zarten Kindesalter ziemlich gute Grundlagen gelegt haben für die weitere Entwicklung. Schon bald, nachdem sie mit sechs Jahren selbst bei Sparta eingetreten war, wurde ihr Talent erkannt. Sieben Jahre brachte sie gemeinsam mit einem weiteren Mädchen im Jungenteam des Vereins zu. „Wir waren ziemlich erfolgreich“, erinnert sich Cindy König, die 2006 schließlich von Sparta zum Geestemünder SC wechselte.

Die Frauenfußball-Hochburg Bremerhavens war ein logischer nächster Schritt – es sollte aber nicht der letzte sein. Mittlerweile war Cindy König nämlich in die Bremer Landesauswahl berufen worden. Dort erhielt sie nicht nur eine weitere Qualifizierung, sondern auch wertvolle Tipps: „Meine Auswahltrainerin Ulrike Geithe hat damals gesagt: Wer etwas werden will, sollte nicht die beste Spielerin in dem einen Verein sein, sondern eine von vielen guten in einem anderen.“ Also ging es vor rund sieben Jahren zu Werder, wo Cindy König erst in der Jugend und später auch in der Frauenmannschaft für Tore sorgte.

Bereits in der vergangenen Saison, ihrem dritten Jahr in der 2. Bundesliga, hatte sie sich mit 15 Treffern auf den zweiten Platz der Torjägerinnen gesetzt. Nun holte sie nicht nur die Krone, sondern auch noch den Titel der „Werder-Spielerin der Saison“. Cindy König, die bereits in der Spielzeit 2011/2012 von den Fans zur besten Kickerin gewählt worden war, freut sich „riesig“ über die Auszeichnung.

Noch wichtiger wäre ihr allerdings gewesen, dass die Mannschaft nicht hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der dritte Platz, den sich Werders Frauen im Saisonfinale sicherten, ist ja nicht schlecht. „Aber gewünscht hatten wir uns schon noch etwas anderes“, sagt Cindy König. Doch die kleine Stürmerin ist nicht der Typ für anhaltend schlechte Laune. Immerhin, findet König, habe die Mannschaft mit der besten Platzierung ihrer Zweitliga-Zugehörigkeit und dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals „ein kleines Stück Werder-Geschichte“ geschrieben.

Die Torjägerin kann das beurteilen. Werder ist mittlerweile nämlich eine Art Lebensinhalt für Cindy König geworden. Schließlich spielt sie nicht nur in der Frauenmannschaft. Sie absolviert derzeit auch eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau bei den Grün-Weißen, und in ihrer Hastedter Wohngemeinschaft lebt sie zusammen mit Teamkollegin Meggie Schröder und Ann-Christin Bopp aus der Regionalliga-Mannschaft. Da muss die Liebe zum Verein schon sehr groß sein, oder? „Auf jeden Fall“, sagt Cindy König – und lacht.


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Leserkommentare
MaxHeinken am 21.10.2019 19:17
„Über die Hotline....“

...wenn man denn dort mal durchgestellt wird.
Diese Hotline ist leider immer überlastet und nicht zu ...
nizo800 am 21.10.2019 19:11
Werbung, ja bitte! Auch im Weser-Kurier. Aber, bitte, nicht in Form eines Artikels vorgetragen! Das ist hier Fall. Leider.
Martin Korol, Bremen