Niederlage gegen Braunschweig

Eisbären Bremerhaven: neuer Trainer, alte Probleme

Keine Punkte, verärgerte Fans – die Eisbären Bremerhaven stürzen auch unter dem neuen Trainer Dan Panaggio weiter ab. Sie unterlagen den Basketball Löwen Braunschweig deutlich.
16.12.2018, 20:09
Lesedauer: 3 Min
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Von Marc Gogol
Eisbären Bremerhaven: neuer Trainer, alte Probleme

Elston Turner (rechts) war noch der erfolgreichste Eisbär, ihm gelangen gegen Braunschweig 20 Punkte.

Hansepixx/Sven Peter

Die Cheerleader der Eisbären Bremerhaven, das Eisbären Danceteam, das Junior-Danceteam und die Eisbärchen hatten sich zu Weihnachtsengeln verwandelt und begrüßten alle Zuschauer in der Stadthalle Bremerhaven schon auf der Treppe mit einer Schokopraline. Eine Verwandlung der Mannschaft des einheimischen Bundesligisten gegen die Basketball Löwen Braunschweig hatten sich die nur rund 2000 Bremerhavener Fans auch gewünscht. Diese blieb allerdings aus. Bremerhaven unterlag den Löwen deutlich mit 69:87 (32:43).

Anlass, an eine Verwandlung der Mannschaft in ein konkurrenzfähiges Basketball-Bundesligateam zu glauben, hatte eine Personalie unter der Woche gegeben. Trainer Arne Woltmann raus, Mitgesellschafter, Berater und Sportdirektor Dan Panaggio nun auch als Headcoach rein, so lautete die Reaktion von Geschäftsführer Wolfgang Grube nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und davon zwei bis zweieinhalb unterirdischen Vorstellungen der Seestädter.

"Ich verneige mich vor Braunschweig"

Insbesondere in der Defensive sollte der Hebel angesetzt werden – getreu der bekannten Sportweisheit, dass eine starke Offensive einzelne Spiele gewinnt, eine gute Defensive jedoch Titel und Meisterschaften. Gegen Braunschweig kassierten die Eisbären Bremerhaven nun exakt so viele Punkte wie bei der knappen 85:87-Heimniederlage am Sonntag zuvor gegen s.Oliver Würzburg. Dafür versagte nun aber auch die Offensive.

„Ich übernehme die Verantwortung für die schlechte Offensivleistung“, gab Dan Panaggio nach dem Spiel unumwunden zu. „Ich habe versucht, einige meiner Vorstellungen einzubringen, allerdings haben die Spieler dann unterwegs ein paar Details in den Spielzügen vergessen“, erklärte der neue Cheftrainer. „Wir sind heute ziemlich heftig geschlagen worden. Ich verneige mich vor Braunschweig, sie haben all die Sachen richtig gemacht, die sie auch in ihren letzten Spielen richtig gemacht haben“, lautete die weitere Bilanz von Dan Panaggio nach seinem Premierenauftritt. Den hatten er und die wieder einmal wenigen Bremerhavener Zuschauer sich natürlich ganz anders vorgestellt.

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Als Verwandlung eben. Auch wenn seit der Entlassung von Arne Woltmann nur eine halbe Woche Zeit war, man wollte zumindest Ansätze einer Verbesserung sehen. Die kleine Handvoll der eingefleischten Eisbären-Fans hinter den Trommeln im Fanblock sah keine. Sie waren allesamt enttäuscht, tief enttäuscht – und das so kurz vor dem Weihnachtsfest. Die Anfeuerungsrufe der zahlenmäßig ungefähr gleichstarken Braunschweiger Anhänger waren teilweise lauter zu vernehmen als die des Heimpublikums.

Als Mitte des dritten Viertels beim schon aussichtslos anmutenden 37:52-Rückstand ein weiterer Freiwurf der Bremerhavener verworfen wurde, erscholl plötzlich ein lautstarkes „Wir wollen Euch kämpfen sehen“ von der Trommelbank. Echte Anfeuerung kam erst wieder auf, als die Gastgeber im vierten Viertel nach einem 9:0-Run auf 51:61 verkürzt hatten. Der Applaus der Fans nach der Schlusssirene war dürftig.

Die Fans sind unzufrieden

„Es sind die gleichen Spieler. Wir haben keinerlei Änderung zu den letzten Spielen festgestellt – außer, dass die Freiwurfquote noch schlechter geworden ist“, sagte Malte Madena, einer der eingefleischten Eisbären-Fans stellvertretend für seine Mitstreiter. Die anderen wollten kein Statement abgeben, nickten aber deutlich sichtbar. „Der neue Trainer hat weniger Spieler eingesetzt als sonst, eine kleinere Rotation also“, fuhr Malte Madena fort, „aber es war kein Feuer drin. Wenn die Spieler nicht langsam ihre Eier finden, dann wird es schwierig“, mahnte er an.

Und wieder herrschte breite Zustimmung im Fan-Lager. Was insgesamt sauer aufstieß, sei die Tatsache, dass sich die Mannschaft nun erstmals auch zu Hause habe hängen lassen nach den schlimmen Auswärtsleistungen in Bayreuth und Vechta. „Blutleer“ sei der Auftritt gewesen, so Malte Madena. Und den besten Job habe das Maskottchen „Dunky“ gemacht – zusammen mit den Cheerleadern natürlich.

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Die Anhängerschaft der Eisbären Bremerhaven ist also unzufrieden. Und ungeduldig. Sie will Erfolge oder zumindest den unbedingten Siegeswillen sehen, wie noch gegen Würzburg, als die Gastgeber ja eine Aufholjagd in der zweiten Halbzeit fast noch in ein Erfolgserlebnis ummünzen konnten. Gegen Braunschweig war das 4:2 von Fabian Bleck die letzte Führung, ab dem 12:13 im ersten Viertel sahen sich die Eisbären immer mit einem mehr oder minder großen Rückstand konfrontiert. Dieser wuchs zwischenzeitlich sogar auf 19 Zähler (42:61) an.

Dabei stimmten alle Statistik-Quoten überhaupt nicht: 13 Turnover, sieben von 21 Drei-Punkte-Würfen, eine 53-prozentige Quote der Zwei-Punkte-Würfe sowie nur zehn von 18 Freiwürfen. Selbst die Gäste waren in dieser Kategorie erfolgreicher, und dass, wo ihr Trainer Frank Menz gerade die Freiwurfquote bei den Braunschweiger Löwen bemängelte. Es bleibt also viel Arbeit für Dan Panaggio. Aber diese zu leisten, hat er auch versprochen. „Wir werden weiter hart arbeiten“, lautete sein Ausblick auf das Spiel am zweiten Weihnachtsfeiertag (15 Uhr) bei den Skyliners Frankfurt.

Eisbären Bremerhaven: Warren (10/2 Dreier), Canty (2), Breitlauch (n.e.), Wimberg, Bleck (6), Turner (20/4), Benson (18), Brangers (4/1), Jackson (5), Brown (4).

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