TSV Heiligenrode erfährt nach zahlreichen Projekten einen enormen Zuwachs an Nachwuchskickern Es begann mit einer Idee

Heiligenrode. „Wir versuchen es einfach Mal, zunächst im kleinen Bereich“, erinnert sich Thomas Hake-Söhle vom TSV Heiligenrode an seine Worte Ende 2013. Dabei muss der Leiter der Jugendfußballabteilung lachen.
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Von Kim Patrick Puhlmann

„Wir versuchen es einfach Mal, zunächst im kleinen Bereich“, erinnert sich Thomas Hake-Söhle vom TSV Heiligenrode an seine Worte Ende 2013. Dabei muss der Leiter der Jugendfußballabteilung lachen. Denn was einst als überschaubare Maßnahme gedacht war, um Kinder und Jugendliche an den Verein zu führen, ist mittlerweile ein wahres Mammut-Projekt. Von einer Vernetzung innerhalb des Vereins der einzelnen Mannschaften, über AG’s in Schulen bis hin zu Turnieren mit insgesamt 68 Mannschaften – der TSV überlässt nichts dem Zufall. Die Folge: Innerhalb von nur 22 Monaten hat sich die Anzahl der angemeldeten Nachwuchsspieler auf 100 verdoppelt, Tendenz steigend.

„Bis zum Jahr 2020 rechnen wir mit 300 Kindern und Jugendlichen“, rechnet Hake-Söhle vor. Mit diesem gewaltigen Zuspruch hätte er zu Beginn nicht gerechnet. Die Verantwortlichen hätten damals von einem Mangel an Nachwuchsspielern erfahren, deshalb wollte man für Nachschub sorgen – Mission erfüllt. Wobei das Wort „erfüllt“ schon fast untertrieben ist. Der Verein hat seine Grenzen fast erreicht: Die Kapazitäten in den Umkleidekabinen (laut Hake-Söhle teilen sich etwa 50 Kinder und Jugendliche die Räumlichkeiten), die Hallenbelegung sowie das Training auf den Rasenplätzen sind das Hauptproblem. „Aber da finden wir schon Lösungen. Wir werden sicherlich auf Vereine zwecks Kooperationen zugehen“, bleibt Hake-Söhle vollends optimistisch. „Schließlich haben wir schon in einigen Jugendmannschaften eine Spielgemeinschaft mit Varrel.“

Überrascht sei der Jugendfußballabteilungs-Leiter ob dieser Entwicklung mittlerweile nicht mehr, „ich habe Anfang April aufgehört, mich zu kneifen“, sagt Hake-Söhle. Schließlich seien die eingeleiteten Maßnahmen mittlerweile mit einer gut geölten Maschine zu vergleichen – sie laufen wie von selbst. Da ist zum Beispiel der enge Kontakt der Spartenleitung mit den Trainern, Betreuern, Eltern und den aktiven Kindern und Jugendlichen selbst. Die einzelnen Parteien sind ineinander verzahnt. Bestes Beispiel: Viele der Eigengewächse übernehmen für andere Jugendmannschaften des Vereins Trainerämter. Der TSV Heiligenrode beschäftigt aktuell 28 Übungsleiter. „Wir haben zusammen mit dem Niedersächsischen Fußball-Verband ein Projekt namens Junior-Coach ins Leben gerufen. Wie man an der Anzahl sieht, wurde das sehr gut angenommen“, schwärmt Hake-Söhle von der Resonanz.

Finanziellen Handlungsspielraum verschaffte sich der TSV Heiligenrode durch die Gründung des Förderverein Jugendfußball Heiligenrode. Dadurch ist es der Abteilung auch möglich, in enger Kooperation mit der Grundschule zwei Mal wöchentlich eine Fußball-AG anzubieten. „Das wird auch sehr gut angenommen, die Kurse sind gut besucht“, betont Hake-Söhle. Allgemein fördert der TSV Heiligenrode seine Außendarstellung mit Turnieren. So findet zum Beispiel zum dritten Mal der Wassermühlen-Cup für die Altersklassen U7 und U11 auf der Sportanlage des Vereins statt – im vergangenen Jahr gastierten 700 Aktive sowie 2 000 Zuschauer.

Regelmäßig wird der Nord-Cup ausgerichtet. Hier trifft der TSV Heiligenrode unter anderem auf Jugendmannschaften des SV Werder Bremen, FC St. Pauli, VfL Wolfsburg und dem Hamburger Sportverein. Der Verein macht sich einen Namen, das Jugend-Projekt macht extreme Fortschritte. Da bleibt natürlich die Frage, ob und wann die Herren- sowie die Frauen-Abteilung davon profitieren?

Auch darüber macht sich Hake-Söhle den einen oder anderen Gedanken: „Aktuell hat das Projekt noch keine Auswirkung auf den Erwachsenen-Bereich. Wir wollen aber unsere Nachwuchsspieler an den Verein binden, sodass ich in knapp fünf Jahren mit den ersten Auswirkungen rechne.“ Potenzial sei schließlich in den Jugendmannschaften zur Genüge vorhanden. Allein zwölf Nachwuchskicker dürfen sich bereits als Auswahlspieler Niedersachsens bezeichnen.

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