13-Jährige gewinnt Skateboard-Gold

Das sind die bislang jüngsten Olympiasieger

Bei den Olympischen Spielen in Tokio hat die Japanerin Momiji Nishiya mit gerade einmal 13 Jahren die Goldmedaille gewonnen. Die jüngste Olympiasiegerin ist sie damit aber nicht. Ein Überblick.
26.07.2021, 11:29
Lesedauer: 2 Min
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Das sind die bislang jüngsten Olympiasieger
Von Malte Bürger
Das sind die bislang jüngsten Olympiasieger

Erst 13 Jahre alt und schon mit Gold dekoriert: Momiji Nishiya hat in Tokio den Street-Wettbewerb mit dem Skateboard gewonnen.

Marijan Murat

Sie geht noch zur Schule, ist gerade einmal 13 Jahre alt – und seit Montag darf sie sich Olympiasiegerin nennen: Momiji Nishiya. Die junge Japanerin aus Osaka triumphierte im erst zweiten Skateboard-Wettbewerb der olympischen Geschichte, in der Disziplin Street düpierte sie die Konkurrenz mit drei fehlerfreien Tricks im Finale. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich gewinnen kann", sagte Nishiya: "Ich bin froh, dass ich in der Lage war, meinen Groove zu finden. Ich habe mir vorgenommen, nicht aufzugeben."

Ihr Alter mag überraschen, doch in Tokio war das Treppchen auch sonst fest in der Hand von Teenagern. Silber ging nämlich an die ebenfalls 13-jährige Rayssa Leal aus Brasilien, die 16-jährige Japanerin Funa Nakayama schnappte sich Bronze.

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Nishiya stürmte damit auch auf die vorderen Plätze einer historischen Wertung, wenngleich sie durch ihren Sieg nicht zur bislang jüngsten Olympiasiegerin der Geschichte aufstieg. Die Asiatin wird nämlich "bereits" am 30. August 14 Jahre alt, während die Südkoreanerin Kim Yoon-mi gerade einmal 13 Jahre und 83 Tage alt war, als sie während der Winterspiele von Lillehammer 1994 im Shorttrack triumphierte. Auch den Rekord bei Sommerspielen knackte sie nicht, der gehört seit 1936 Wasserspringerin Marjorie Gestring, die seinerzeit in Berlin im Alter von 13 Jahren und 269 Tagen über Gold jubelte. Die US-Amerikanerin wäre allerdings abgelöst worden, wenn aktuell Skateboard-Silbermedaillengewinnerin Rayssa Leal den Sprung auf Rang eins geschafft hätte. Die Brasilianerin war am Finaltag von Tokio nämlich exakt 13 Jahre und 116 Tage alt.

Bei den Herren ist die Angelegenheit ein wenig vertrackter. Aus winterlicher Sicht gehört der Altersrekord dem Finnen Toni Nieminen. Der legendäre Skispringer war bei seinem Sieg auf der Großchance während der Spiele von Albertville 1992 genau 16 Jahre und 259 Tage alt. Bei Sommerspielen gilt offiziell Klaus Zerta als jüngster Sieger. Der Gelsenkirchener wurde 1960 in Rom als Steuermann von Bernhard Knubel und Heinz Renneberg im Zweier Olympiasieger – im Alter von 13 Jahren und 282 Tagen. Als jüngster Solist gilt der Japaner Kusuo Kitamura (14 Jahre, 309 Tage), der 1932 über die 1500 Meter Freistil Platz eins belegte.

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Es gibt jedoch eine pikante Randnotiz: Sporthistoriker suchen bis heute nach der Identität eines Jungen, der 1900 in Paris beim Ruder-Sieg von Françoise Brandt und Roelof Klein als Steuermann mit im Boot saß. Er soll eventuell nur sieben Jahre alt gewesen sein, andere Experten schätzen ihn auf zwölf Jahre. Die Datenlage ist schwierig, weil es sich um einen französischen Straßenjungen gehandelt haben soll, der kurzfristig einsprang, weil der eigentliche Steuermann zu viel Gewicht auf die Waage brachte. Es existiert zwar ein Foto des siegreichen Trios, den Namen des Jungen oder weitere Informationen notierte jedoch niemand. So ist der vermutlich jüngste Olympiasieger weiterhin unbekannt.

Aus deutscher Sicht wird es auch in Tokio eine sehr junge Teilnehmerin geben – und auch in diesem Fall ist sie auf dem Skateboard unterwegs. Lilly Stoephasius war ebenfalls erst 13 Jahre alt, als sie in der Disziplin Park das Ticket für die Olympischen Spiele löste. Die inzwischen 14-Jährige aus Berlin will nun im Zeichen der Ringe den Sprung in die Top Ten schaffen.

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