Olympische Spiele

Schwimmer Mühlleitner wird Olympia-Vierter über 400 Meter

Überraschend zieht Henning Mühlleitner als Vorlaufbester in das olympische Schwimm-Finale über 400 Meter Freistil ein - die ersehnte Medaille verpasst er knapp. Dennoch war der 25-Jährige "maximal zufrieden".
25.07.2021, 05:20
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Von dpa
Schwimmer Mühlleitner wird Olympia-Vierter über 400 Meter

Henning Mühlleitner ist über 400 Meter Freistil auf den vierten Platz geschwommen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Michael Kappeler

Schwimmer Henning Mühlleitner hat eine Medaille bei den Olympischen Spielen nur ganz knapp verpasst. Der 25-Jährige belegte in Tokio über 400 Meter Freistil den vierten Platz.

"Jetzt ist es natürlich die Blechmedaille oder Holzmedaille oder wie auch immer man es nennen mag, aber das stört mich relativ wenig", sagte Mühlleitner. Als Vorlaufbester war er völlig überraschend in den Endlauf eingezogen und hatte damit Hoffnungen auf die erste Medaille der deutschen Beckenschwimmer seit 2008 geweckt. Damals hatte sich Britta Steffen zur Doppel-Olympiasiegerin gekrönt.

Mühlleitner blieb auf einer Weltrekordstrecke von Paul Biedermann in 3:44,07 über seiner Bestzeit von 3:43,67 Minuten aus dem Vorlauf am Samstag. Er schlug zeitgleich mit dem Österreicher Felix Auböck an. "Gestern war es ein Kracher für mich, und auch heute war es wieder ein mega-geiles Rennen. Ich bin maximal zufrieden mit dem, was ich heute geleistet habe", sagte der Athlet aus Neckarsulm.

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Den Sieg im Finale sicherte sich der Tunesier Ahmed Hafnaoui. Silber ging an den Australier Jack McLoughlin, Bronze holte Kieran Smith aus den USA. Über 400 Meter Lagen hatte sich zuvor der US-Amerikaner Chase Kalisz zum ersten Olympiasieger der Schwimmer in Tokio gekrönt. Silber ging an dessen Landsmann Jay Litherland, Bronze an den Australier Brendon Smith. Der deutsche Jacob Heidtmann hatte als Vorlaufzwölfter das Finale verpasst.

Mühlleitner, EM-Dritter 2018, hat eine längere Leidensgeschichte hinter sich. Lange fiel er wegen einer rätselhaften Bakterienerkrankung nach einer Knie-Operation aus, verpasste deshalb auch die WM 2019. Dass der Student der Wirtschaftsinformatik wieder in Topform ist, verdankt er auch seinem neuen Trainer. Mit Matthew Magee aus Australien habe er einen "Schlüsselmoment" erlebt, berichtete Mühlleitner in Tokio. "Er hält mir komplett den Rücken frei. Ich habe ihm gesagt, bitte organisiere du alles für mich, ich führe bloß aus und vertraue dir hundertprozentig."

Wellbrocks Verzicht

Dass Mühlleitner in Tokio starten konnte, verdankt er auch dem Verzicht von Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock. Denn bei der Olympia-Qualifikation hatte er hinter Wellbrock und dem in Tokio im Vorlauf ausgeschiedenen Lukas Märtens nur die drittbeste Zeit erreicht. Da sich Wellbrock aber auf die ganz langen Strecken bei Olympia konzentriert, verzichtete er auf den Startplatz auf der Nebenstrecke. "Ich habe mit ihm nochmal gesprochen und hatten auch gestern noch mal ein Gespräch nach dem Rennen", sagte Mühlleitner.

Für ihn sei es "eine Genugtuung, was ich hier erreicht habe, nicht nur ihm gegenüber, sondern für das deutsche Team habe ich einen guten ersten Tag abliefern können und die Mannschaft gut beflügeln können", sagte Mühlleitner. Der Deutsche Schwimm-Verband hatte 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro in den prestigeträchtigen Beckenwettbewerben jeweils Medaillen verpasst.

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