Kindergartenteamer Delmenhorst

Spielerisch schwimmen lernen

Mit dem Projekt der Kindergartenteamer der DLRG sollen Kinder im Vorschulalter über die Gefahren im und am Wasser, sowie über den richtigen Sonnenschutz aufgeklärt werden.
27.05.2018, 11:05
Lesedauer: 3 Min
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Spielerisch schwimmen lernen
Von Nastassja Nadolska
Spielerisch schwimmen lernen

Jana Springmann und Jenny Steinhaus (von links) klären Vorschulkinder mit ihren beiden Puppen Nobby und Rudy (von links) über die Gefahren im und am Wasser auf.

INGO MOELLERS

Delmenhorst. Die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und ihr Partner Nivea engagieren sich seit vielen Jahren gemeinsam unter dem Motto "Wir machen wasserfest!" für die Sicherheit von Kindern. Auch ausgebildete Kindergartenteamer der Ortsgruppe Delmenhorst klären Vorschulkinder in den Kindertagesstätten über die Gefahren im und am Wasser, sowie über den richtigen Sonnenschutz auf.

Jana Springmann und Jenny Steinhauer sind sogenannte Kindergartenteamer und bringen den Kindern in ihren Besuchen auf spielerische Weise bei, wie sie sich in bestimmten Situationen im und am Wasser zu verhalten haben. Die Kinder erleben in dem Programm der Rettungsschwimmer Bade- und Sonnenschutzregeln mit all ihren Sinnen. Die Projekttage finden "trocken" und in einem spielerischen Rahmen in der Kita statt. "Wir spielen einen Tag am See nach. Dabei arbeiten wir mit einem Memory, einem Puppentheater und einer praktischen Übung", erklärt Jenny Steinhaus das Konzept.

Die Kinder erfahren durch eine Mitmachgeschichte und verschiedene Lernspiele eine Menge Spaß und Bewegung. "Wenn es zu theorielastig wäre, würden sie irgendwann nicht mehr zuhören. Deswegen binden wir sie aktiv mit ein. So lernen sie am besten", weiß die 24-jährige Jana Springmann. Immer mit dabei sind die Robbe "Nobby" und der Schwimmer "Rudi". Um die Baderegeln noch einmal in Erinnerung zu rufen, kommen die beiden ins Spiel. "Nobby kann noch nicht so gut schwimmen, und Rudi und die Kindergartenkinder helfen ihm dabei und sagen ihm, was er falsch oder richtig macht. Das kommt bei den Kindern richtig gut an", erzählt die Studentin Jenny Steinhaus.

Der praktische Teil beschäftigt sich mit verschiedenen Gefahrensituation im und am Wasser. Die Kinder setzen sich auf mehrere blaue Matten und lernen, wie sie sich beispielsweise bei einer Rettungsaktion verhalten sollen. "Wir zeigen ihnen, wie sie mit dem Rettungsball umgehen müssen oder wie sie Hilfe holen können, wenn sie eine Gefahrensituation erkennen", schildert die 24-Jährige.

Seit 2016 gibt es die Kindergartenteamer der DLRG der Ortsgruppe Delmenhorst. "Aber seit 2017 sind wir in Delmenhorst und teilweise auch in der Umgebung erst so richtig in den Einrichtungen angekommen", sagt Steinhaus. Durch Werbeaktionen, öffentliche Veranstaltungen und Infoflyer hätten die Kindergartenteamer auf sich aufmerksam gemacht. "Viele Kitas haben uns daraufhin angeschrieben. Im letzten Jahr haben wir zwölf Kitas besucht und es werden stetig mehr."

Aufgrund der zunehmend mangelnden Schwimmfähigkeit von Kindern haben sich die beiden Frauen dazu entschieden, bei den Kindergartenteamern einzusteigen. "Es ist schon ziemlich erschreckend zu sehen, dass der Großteil der Kinder, die wir in den Kitas besuchen, zum ersten Mal von den Dingen hört, die wir ihnen erklären", berichtet Jana Springmann.

Der Grund dafür sei zum einen der mangelnde Schwimmunterricht an Schulen und zum anderen die wenigen Plätze in Schwimmkursen der DLRG. Der Bedarf sei sehr hoch, allerdings könne man den nicht ausreichend decken. "Viele stehen dadurch jahrelang auf den Wartelisten", lautet die Erkenntnis von Steinhaus. Gerade deswegen möchte das Team weitermachen und noch mehr Kinder in Delmenhorst, aber auch in der Umgebung, erreichen – auch wenn es zeitlich nicht immer ganz einfach sei. Während Jenny Steinhaus momentan studiert und zeitlich etwas flexibler ist, sieht es bei Jana Springmann, die als Sozialmanagerin tätig ist, dagegen anders aus: "Natürlich hat es auch anstrengende Seiten. Wir müssen immer schauen, dass wir beide einen gemeinsamen Termin finden. Aber irgendwie klappt es ja dann doch", sagt sie schmunzelnd.

Ob und was sich in der Zukunft verändert, liege zunächst an den Verantwortlichen, also den Eltern, und dann nicht zuletzt auch an den Händen der Schulpolitik der einzelnen Länder. "Aber mit unserer Arbeit können und wollen wir einen Beitrag dazu leisten, damit es in der Zukunft besser wird", sind sich beide unisono einig.

Weitere Informationen gibt es unter kindergartentag@delmenhorst.dlrg.de.

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