Vom Problemfall zum Prunkstück?

Die Werder-Abwehr ist teurer als die meisten Zweitliga-Teams

Die Verteidigung von Werder Bremen genoss lange Zeit nicht den besten Ruf. Mittlerweile ist das anders, in der zweiten Liga kann sich die Defensive durchaus sehen lassen, zeigen die Marktwerte.
04.09.2021, 12:52
Lesedauer: 2 Min
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Von csa

Früher war es undenkbar, diese Begriffe in einem Atemzug zu nennen: „Werder-Abwehr“ und „Prunkstück“ – das passte einfach nicht zusammen. Denn in den Bremer Hintermannschaften der vergangenen Jahre herrschte meistens Panik statt Pracht. Im Relegationsjahr zum Beispiel kassierte Werder 69 Gegentore, im Abstiegsjahr waren es 57. Und jetzt in Liga zwei? Es besteht die berechtigte Aussicht, dass die Bremer Hintermannschaft eine der besten im Unterhaus sein wird, vielleicht sogar die beste. Die Namen der Akteure und ihre Marktwerte sprechen dafür.

Mit Ömer Toprak, Marco Friedl und Milos Veljkovic ist Werder zwar abgestiegen, in der zweiten Liga stellen sie als ehemalige oder aktuelle Nationalspieler der Türkei, von Österreich und Serbien aber fraglos eine besondere Qualität dar. Dazu Felix Agu, U21-Nationalspieler Lars Lukas Mai, Neuzugang Mitchell Weiser und Dänemark-Meister Anthony Jung - es ist ein Ensemble, das Trainer Markus Anfang auf echte Stabilität in der Defensive hoffen lässt. „Wir sind da gut aufgestellt. Es ist wichtig, dass du viele Spiele zu null spielst. Dann hast du eine Basis, Spiele zu gewinnen“, sagt der Coach.

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Gegen den SC Paderborn passte am dritten Spieltag noch nicht viel zusammen, Werder kassierte die Gegentreffer vier bis sieben, verlor 1:4. „Zu viele Gegentore“ seien es bis dahin gewesen, kritisiert Anfang. Doch seitdem hält die Abwehr dicht. Beim 0:0 gegen den Karlsruher SC fehlte noch das eigene Tor, beim 3:0 gegen Hansa Rostock brannte überhaupt nichts an, und im Testspiel gegen Heracles Almelo (2:0) stand die Abwehr ebenfalls sicher. Auch ohne „Chef“ Toprak, Veljkovic, Agu und Mai. Die breite Qualität und die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten – Friedl und Jung können Innen- und Linksverteidiger spielen, Agu und Weiser rechts oder links eingesetzt werden - sind es, die neben Anfang („Wir haben im Defensivverbund die Möglichkeit, immer wieder zu verschieben“) auch Clemens Fritz, den Leiter Profi-Fußball, auf eine Saison mit wenig Gegentoren hoffen lässt: „Wir haben auf jeden Fall Erfahrung und Flexibilität in der Verteidigung. Das ist wichtig.“

Die Stammbesetzung der Viererkette könnte so aussehen: Mitchell Weiser rechts, Ömer Toprak und Marco Friedl innen, Felix Agu links. 15,5 Millionen Euro sind allein diese Vier laut „transfermarkt.de“ wert, die anderen drei Abwehrspieler dazugenommen sind es 22,8 Millionen Euro. Nur zum Vergleich: Die Kader von 13 Zweitligisten erreichen jeweils nicht diesen Wert. 

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