Im Weserstadion am Sonntag So läuft die Werder-Mitgliederversammlung ab

Es gibt viele zu besprechen bei der Mitgliederversammlung von Werder Bremen am Sonntag. Was auf dem Programm steht und wie die Wahlen ablaufen - ein Überblick.
04.09.2021, 06:32
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Von dco/kni

Es wird eine Mitgliederversammlung, wie sie der SV Werder Bremen noch nicht erlebt hat: Bilanzen für zwei Geschäftsjahre, die Aufarbeitung des Abstiegs, mit großer Spannung erwartete Aufsichtsratswahlen, dazu brisante Anträge – und all das erstmals im Weserstadion. Rund 1000 Mitglieder haben sich inzwischen für die Versammlung angemeldet, die Sonntag um 11 Uhr beginnt und zu einem wahren Marathon werden wird. Diese Themen stehen dabei im Mittelpunkt:

Die Wahlen

Gleich zweimal werden die Werder-Mitglieder während der Versammlung um ihre Stimme gebeten – zunächst während der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratswahl, danach dann noch einmal bei der Wahl des Ehrenrats. Für die vier zu vergebenen Posten im Aufsichtsrat können die Mitglieder aus sieben Kandidaten wählen, die sich zuvor in je fünfminütigen Reden präsentieren. Im ersten Durchgang gilt die absolute Mehrheit, in einem vielleicht notwendigen  zweiten Durchgang reicht eine einfache Mehrheit.

Dasselbe Prozedere findet auch bei der Wahl der Ersatzkandidaten Anwendung. Abgestimmt wird geheim und auf Stimmzetteln. Wenn der neue Aufsichtsrat gewählt ist, muss er Anfang Oktober noch von der Hauptversammlung bestätigt werden. Für die neun Plätze im Ehrenrat wird das Präsidium die neun aktuellen Mitglieder als Kandidaten vorschlagen. Außerdem können sich Vereinsmitglieder aus der Versammlung für die Wahl melden. Alle Kandidaten dürfen sich fünf Minuten lang vorstellen. Es gibt nur einen Wahlgang, die besten neun Anwärter kommen ins Gremium.

Die Bilanzen

Werder-Boss Klaus Filbry wird gleich doppelt so viele Zahlen verkünden wie sonst, denn wegen der Verlegung der Mitgliederversammlung geht es um die Bilanzen der Spielzeiten 2019/20 und 2020/21. Die Zahlen von 2019/20 sind längst bekannt. Bei einem Umsatz von 146 Millionen Euro gab es ein Rekordminus von 23,8 Millionen. Werder wandelte am Rande der Insolvenz. Kredite, eine Anleihe, große Einsparungen und viele Transfers haben inzwischen für die finanzielle Rettung gesorgt.

Die Zahlen für die vergangene Saison möchte Werder wie immer erst seinen Mitgliedern bei der Versammlung exklusiv verkünden. Es wird erneut ein Minus geben, was nach einer kompletten Spielzeit ohne Zuschauereinnahmen nicht verwundert. Zweistellig soll der Fehlbetrag aber nicht mehr sein. Nach Informationen unserer Deichstube droht Werder auch kein Punktabzug mehr. Der Klub hat die Auflagen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) schon vor Ablauf der Frist am 15. September erfüllt.

Die Satzung

Es gibt schon lange Streit über die Struktur des SV Werder. Ehemalige Führungskräfte wie Manfred Müller, Klaus-Dieter Fischer und Willi Lemke fordern, dass der Vereinspräsident nicht mehr gleichzeitig Geschäftsführer sein darf. Das richtet sich direkt gegen Hubertus Hess-Grunewald, der bei der Versammlung die Einsetzung einer Satzungskommission verkünden wird. Außerdem hat das Präsidium zahlreiche Satzungsänderungen eingereicht – betroffen sind 15 Paragrafen.

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